18. NOVEMBER 2017

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Blockware leicht fördern Auf einen Blick Exzenterpumpe von Knoll


Technik

Doppelspindelpumpen – Eine neue Doppelspindelpumpe fördert, plastifiziert und homogenisiert Blockware wie Marzipan ohne die bisher bekannten Probleme: Blöcke lassen sich jetzt direkt dem Verarbeitungsprozess zuleiten.

Butter, Marzipan und Margarine werden ebenso wie Käse, Palmkernfett oder Pralinenmasse vor der Verarbeitung meist als Blockware kühl oder gefroren gelagert. Die Blöcke in der Größe von 300 x 200 x 200 oder 300 x 200 x 100 Millimetern, die in der Regel zwischen zehn und 25 Kilogramm wiegen, lassen sich gut stapeln. Nur ihre unmittelbare Weiterverarbeitung wirft Probleme auf. Seit langem klagen viele Hersteller von Back- und Süßwaren sowie Molkereien über mangelnde Möglichkeiten, die Blockware direkt in den Verarbeitungsprozess einzuleiten.

Die Blockware lagert in der Regel in Kühl- und Tiefkühlhäusern bei Temperaturen bis zu -18 Grad Celsius. Will der Anwender das Material – zum Beispiel Butter für Backwaren – in den Mischer einschleusen, muss dieses erst sämig gemacht werden, um den Mischarm nicht zu beschädigen. Eine passende und außerdem wirtschaftlich zu vertretende Maschine gab es bislang nicht. Das Material wurde entweder erwärmt, was nicht für jedes Medium verträglich ist, oder kostspielig durch einen Wolf oder Extruder getrieben. Deshalb legten in den meisten Fällen Mitarbeiter Hand an und schnitten die Blöcke mit großem Zeitaufwand.

Darum wünscht sich die Lebensmittelindustrie schon lange eine Pumpe, die Blockware aufnehmen, kneten, fördern und schließlich in den weiteren Verarbeitungsprozess einleiten kann. Versuche mit Schneckenpumpen scheiterten in den meisten Fällen. Denn eine einzelne Schnecke neigt zur Walzenbildung. Das bedeutet, die Schnecke verschließt sich und kann nicht mehr fördern.

Probleme ausgeräumt

Pumpenspezialist Knoll Maschinenbau hat dieses Problemfeld bereits seit Jahren im Auge. In Bad Saulgau wurden Forschungen betrieben, verschiedene Lösungen entwickelt und Versuche gefahren. Ergebnis der Entwicklungsarbeit ist eine neue Doppelspindelpumpe, die sich laut Hersteller ideal fürs Fördern, Plastifizieren und Homogenisieren von Blockware eignet.

Das Herz der Pumpe besteht aus einer Vollspindel und einer offenen Variante, die ineinander greifen. Das bewirkt eine Zwangsförderung, sodass alles, was in die Pumpe gelangt, sicher nach draußen gefördert wird. Eine Walzenbildung ist durch das Ineinandergreifen der Spindeln nicht mehr möglich. Die Luft kann durch einen engen Spalt nach hinten wegströmen. Daraus resultiert ein luftfreies Fördern des Mediums, der Förderstrom wird nicht unterbrochen. Wenn das Medium nach dem Druckstutzen sofort geschnitten, verarbeitet oder dosiert werden soll, ist das ein wichtiger Faktor.

Zwischen den Antrieb und die eigentliche Pumpe hat Knoll ein Getriebe gesetzt, das die Spindeln synchronisiert. Damit ist ein berührungsloses Ineinandergreifen garantiert, was den Verschleiß mindert und zu einem trockenlaufsicheren Betrieb der Pumpe beiträgt.
Erste Testkunden haben bereits Versuche mit Butter, Marzipan und Pralinenmassen gefahren. Laut Knoll waren sie nicht nur von der Förderleistung bis zu zehn Tonnen pro Stunde begeistert, sondern auch von der einfachen Reinigung. Denn alle Trennstellen sind mit Schnellverschlüssen ausgestattet, die Antriebseinheit lässt sich über ein Schienensystem komplett mit den Spindeln aus dem Pumpenkörper herausziehen.

Dann liegen Spindeln und Gehäuse offen und sind mit einem Dampfstrahler gut manuell reinigen. Sogar der Druckstutzen ist über ein Scharnier aufzuklappen und schnell zu säubern. Die nach dem Fördervorgang in der Pumpe zurückbleibenden Reste sind gering, denn die Geometrie des Pumpengehäuses ist den Spindeln so exakt angepasst, dass der Spalt nur wenige Zehntelmillimeter beträgt.
Bei der Konstruktion hat Knoll auch die Unfallverhütungsvorschriften streng beachtet. So sorgt etwa beim Öffnen des Druckstutzens ein berührungsloser Sicherheitsschalter für zuverlässigen Antriebsstopp.

Fit für Lebensmittel

Die Knoll Doppelspindelpumpe ist für die Lebensmittelindustrie konzipiert und daher FDA-konform gestaltet. Die Gehäuseteile sind aus hochwertigem Edelstahl, die Spindeln aus sehr hartem Polyamid. Dieser Kunststoff ist lebensmittelecht und gegen Säuren, Laugen und Öle beständig. Auch Wasser richtet keinen Schaden an, denn das ver-wendete Polyamid quillt nicht. Gegenüber Edelstahl hat der Kunststoff den Vorteil eines deutlich niedrigeren Gewichts.

DieDoppelspindelpumpe,deren Serienproduktioninzwischen angelaufen ist, gibt es in verschiedenen Varianten: Zwar bleiben Gehäuse und Aufbau immer gleich; je nach den gewünschten Eigenschaften kann der Anwender aber zwischen unterschiedlichen Spindelgeometrien wählen. Dank des Baukastensystems ist es ihm möglich, die Spindeln nach Bedarf auszutauschen.

Die Kerntemperatur der Blockware kann von Raumtemperatur bis zu -18 Grad Celsius betragen. Unter null Grad wird ein Zerkleinerer vorgesetzt, der die Blöcke in 80 Millimeter große Würfel trennt. Gerade bei extrem tiefen Temperaturen und hartem Material ist das empfehlenswert, um Schäden an der Pumpe zu vermeiden.

www.knoll-mb.de

Auf einen Blick:
Exzenterpumpe von Knoll
- Sicheres Plastifizieren und Fördern von hochviskosen Medien bis Blockware
- Trockenlaufsicher durch synchronisierte, berührungslose Spindeln
- Einfache Reinigung von Spindeln und Gehäuse
- Gute Ausräumung durch die angepasste Geometrie von Spindeln und Gehäuse
- Hohe Förderdrücke ohne eine zusätzliche Booster-Pumpe
- Hohe Sicherheit durch berührungslos überwachte Trennstellen

Ausgabe:
:K 04/2011
Unternehmen:
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