24. AUGUST 2016

zurück

kommentieren drucken  

Intelligente Kombination


I/O-Link

Industriekommunikation - Komplexe RFID-Lösungen nutzen oft unterschiedliche Frequenzbereiche. Ein neuer Controller von Balluff erkennt die Schreib-/Leseköpfe selbstständig und kann zudem mit IO-Link-fähigen Sensoren oder Aktoren kommunizieren.

Die funkwellenbasierte Identifizierungstechnologie RFID (Radio-Frequency Identification) bewährt sich schon seit Langem in einer Vielzahl von Anwendungen im Materialfluss, bei denen es gilt, Objekte zuverlässig zu identifizieren. Nicht selten sind dabei allerdings innerhalb einer Anlage oder Maschine unterschiedliche Technologien im Spiel. So wird beispielsweise in der automatischen Fertigung der Umlauf der Werkzeugträger üblicherweise mit LF-Systemen (Low Frequency) kontrolliert, die mit einer Sendefrequenz von 125 Kilohertz arbeiten, während für die Objektidentifikation aufgrund ihrer größeren Reichweiten und der höheren möglichen Datenraten eher HF-Systeme (High Frequency) mit einer Trägerfrequenz von 13,56 Megahertz zum Einsatz kommen.

Ein Nachteil solcher heterogenen Lösungen ist allerdings der erhebliche Aufwand für Hardware und Installation, weil beide Systeme unterschiedliche Auswerteeinheiten benötigen. Abhilfe schafft hier die neue Generation des RFID-Controllers BIS-V, die der Sensorikspezialist Balluff aus Neuhausen auf den Fildern vorgestellt hat. Der neue Controller bietet Anschlussmöglichkeiten für bis zu vier Schreib-/Leseköpfe, unabhängig von der verwendeten Technologie. So lassen sich sowohl die HF-Leseköpfe als auch LF-Systeme einsetzen. Zum Anschluss genügt es, die Stecker der Leseköpfe in eine der dafür vorgesehenen Buchsen auf der Frontseite des Controllers einzustecken. Die jeweiligen RFID-Systeme und deren Trägerfrequenzen erkennt der Controller dabei automatisch ohne irgendeine manuelle Konfigurierung durch den Anwender. Die standardisierten Frequenzen ermöglichen den weltweiten Einsatz des Plug-and-Play-Systems mit allen Datenträgern, die den internationalen Normen ISO15693 bzw. ISO14443 entsprechen.

Noch effizienter wird die Kombilösung durch die integrierte IO-Link-Master-Funktionalität, die es erstmals ermöglicht, neben den RFID-Leseköpfen zusätzliche IO-Link-fähige Sensoren oder Aktoren an der RFID-Auswerteeinheit anzuschließen. Damit lassen sich neben der Identifikation von Objekten auch weitere Prozessinformationen über den Controller übertragen, wie zum Beispiel die Signale von Trigger-Lichtschranken, von induktiven oder kapazitiven Näherungsschaltern sowie von Distanz- oder Vision-Sensoren. Mit Hilfe von Hubs lassen sich dabei auch mehrere und unterschiedliche Schalt-Sensoren problemlos anschließen.

Dialogfähige Kommunikation

Die feldbusneutrale IO-Link-Schnittstelle macht die Verbindung zwischen Feldbus- und Prozessebene dialogfähig und ermöglicht so neue Wartungs- und Diagnosekonzepte. Sie benötigt lediglich ein simples dreiadriges Standardkabel und macht damit aus einer 1-Bit-Punkt-zu-Punkt-Verbindung einen dialogfähigen Kommunikationskanal. Dabei gestaltet sich die Installation auch bei komplexen Lösungen so einfach wie der Anschluss eines binären Sensors – egal, ob bei mehrkanaligen binären Sensoren, bei gemischten Ein-/Ausgängen oder bei digitalisierten Analogwerten. Mit dem neuen RFID-Controller lassen sich diese Vorzüge nun ohne zusätzlichen Aufwand nutzen.

Bewährte Technik

Technisch basiert die neue Controller-Generation auf den im industriellen Einsatz vielfach bewährten LF- und HF-Controllersystemen BIS-L und BIS-M von Balluff. Um Taktzeiten sowie die Schreib-/Lesezeiten zu optimieren, wurde allerdings eine völlig neue Hardware und Software entwickelt. Außerdem wurden die Schreib-/Leseköpfe aus dem bestehenden Produktportfolio durch Neuentwicklungen gezielt für die Anbindung an den neuen Kombi-Controller optimiert. Der Controller bietet die Schutzart IP65 und benötigt nur wenig Bauraum (150 x 60 x 45 Millimeter). Die Montage geschieht wahlweise im Schaltschrank oder im Feld auf Hutschiene oder Profil. Zertifizierungen nach CE, UL und FCC ermöglichen Einsätze in anspruchsvollen Anwendungsfeldern.

Das widerstandsfähige Zink-Druckgussgehäuse gewährleistet den notwendigen EMV-Schutz. Der Anschluss der 24-Volt-DC-Versorgungsspannung geschieht frontseitig mit einem fünfpoligen 7/8-Zoll-Stecker ohne umständliches Hantieren mit Klemmen oder Kabellitzen. Zur Anbindung an übergeordnete Steuerungssysteme besitzen die Controller aktuell eine Profibus-Schnittstelle, Varianten mit anderen Busschnittstellen sind in Vorbereitung. Steuertasten und eine Anzeigeeinheit ermöglichen die Eingabe der Busadresse sowie die Anzeige der UIDs der Datenträger im Erfassungsbereich der Schreib-/Leseköpfe. Drei LEDs signalisieren den Busstatus. Eine integrierte USB-Schnittstelle ermöglicht komfortable Software-Updates.

Die Leseköpfe gibt es in unterschiedlichen Bauformen. Zur Wahl stehen zylindrische Ausführungen im M30-Gehäuse oder kubische Varianten mit den Maßen 80 x 80 x 40 Millimeter. Besonders kompakt sind Schreib-/Leseköpfe mit abgesetzter Elektronik, die in M12- oder M18-Gehäusen oder als so genannte Flachköpfe mit den Abmessungen 25 x 50 x 11 Millimeter zur Verfügung stehen. Sämtliche Varianten erfüllen die Anforderungen der Schutzart IP65 und besitzen zwei gut sichtbare LEDs zur Signalisierung von Status- und Fehlermeldungen.

Insgesamt bietet das neue BIS-V-System damit zahlreiche intelligente Details, die eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten erschließen. Der geringe Hardware- und Installationsaufwand reduziert zudem die Kosten. Das Anwendungsspektrum reicht dabei von Identifikationsaufgaben für die Materialflusssteuerung in Produktionsanlagen über Fördersysteme im Maschinenbau, bis zu Montagelinien, Elektrohängebahnen und den gesamten Bereich der Intralogistik. Im Falle einer nachträglichen Erweiterung durch weitere Identifikationssysteme ermöglicht das kompatible System, die bereits vorhandene Technik weiter zu nutzen.bt z

www.balluff.de

Sonderausgabe:
Industrie Handbuch 2013
Unternehmen:
Bilder:

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

 
» Finden Sie weitere Artikel im :K-Artikelarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben