28. SEPTEMBER 2016

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Gepresstes Grün


Maschinenelemente

Pressbänder – Um aus Heu, Stroh oder Silage formstabile Rundballen zu pressen, bedarf es hochwertiger Pressbänder. Entscheidend ist dabei auch die Qualität der Bandoberfläche.

Sie sind platzsparend und leicht transportierbar. Wer während der Erntezeit oder danach über Land fährt, sieht sie überall auf oder neben den abgeernteten Feldern aufgestellt. Gemeint sind die rund 1.000 bis 1.400 Kilogramm wiegenden Rundballen, die heute in der modernen Landwirtschaft die Ernte von Heu, Stroh oder Silage erleichtern.

Früher waren zur Ballenherstellung Festkammerpressen weithin im Gebrauch. Heutzutage werden die Erntefelder nicht nur kleiner, sondern auch verschiedenartig bebaut. Die Landwirte bevorzugen daher Rundballenpressen mit einer variablen Kammer, da sie Ballen in unterschiedlicher Größe produzieren können. Die heute am meisten verbreitete Ballenpresse ist die 1972 von der Vermeer Company in Iowa/USA erstmals präsentierte Rundballenpresse.

Rundballenpressen kommen zum Einsatz, damit das Erntegut fest gepresst ist und der Silierprozess schnellstmöglich begonnen werden kann. Das Herzstück der Maschinen sind die Rundballenpressbänder. Sie verdichten das Erntegut bereits beim Eintritt in die Maschine mit maximaler Presskraft und gewährleisten höchste und gleichmäßige Ballendichte. Da sie in direktem Kontakt mit dem Erntegut sind, müssen sie besonders verschleißfest sein.

Für variable Ballenpressen, die den Pressdruck und die Ballengröße variieren können und die besonders für die Verarbeitung von feuchtem Heu und Stroh oder Silage vorteilhaft sind, hat die ContiTech Conveyor Belt Group hochbelastbare Rundballenpressbänder im Programm, die weltweit von führenden Hersteller von Pressen zur Verdichtung von Stroh- und Heurundballen mit variabler Presskammer eingesetzt werden. Aus gutem Grund, wie Heike Kiesel, Marketing Managerin Engineered Products bei Contitech, berichtet: »Unsere Pressbänder werden gemeinsam mit dem Kunden entwickelt und an die jeweiligen Anforderungen angepasst. Dabei spielen das Maschinendesign, aber auch Einsatzort und -bedingung eine entscheidende Rolle.«

Eingesetzt werden können die Bänder in allen variablen Rundballenpressen, die mit Gummiriemen ausgestattet sind. Die Gummi-Gewebegurte enthalten je nach Bedarf ein beziehungsweise drei Spezial-Gewebeeinlagen mit besonders hoher Reißfestigkeit. Sie besitzen beidseitig eine witterungsbeständige Gummideckplatte und geschnittene Kanten.

Kontrollierter Pressdruck

Um einen perfekten Ballen zu pressen, muss ein konstanter Pressdruck auf das Erntegut ausgeübt werden bzw. muss der Pressdruck genau den gestellten Anforderungen angepasst werden. Ein Band muss deshalb eine geringe Dehnung aufweisen, um hohen Spannungen durch die Bandführung sowie dem verdichteten Erntegut nicht nachzugeben. Mit den hier betrachteten Rundballenpressbändern genügen in einigen Fällen zwei bis drei Pressbänder pro Maschine, obwohl in vielen Rundballenpressen noch bis zu acht Gurte eingesetzt werden. Der Vorteil ist, dass durch weniger Bänder auch weniger Material- oder Ernteverlust entstehen: Die Gefahr von Verunreinigungen ist mit abnehmender Bandanzahl geringer, da dann weniger Spalten zwischen den einzelnen Bändern vorhanden sind, durch die Schmutz in die Maschine gelangen kann.

Hohe Lebensdauer

»Der empfindlichste Teil eines jeden Gewebegurtes ist der Verbindungsbereich, also der Teil, an dem das Band endlos geschlossen wird«, erklärt Lysander Stange, Anwendungstechniker bei der ContiTech Conveyor Belt Group. »Deshalb bieten wir neben Rundballenpressbändern, die mechanisch mit Haken verbunden werden, auch besonders stabile endlos gewickelte Rundballenpressbänder an.«

Der Gewebekern dieser Bänder wird endlos gewickelt und zeichnet sich durch seine hohe Festigkeit und eine lange Lebensdauer im Vergleich zu Bändern mit mechanischen Hakenverbindungen aus. Durch die wechselnden Spannungen auf den Bändern und die komplizierte Gurtführung mit relativ kleinen Umlenkradien werden die Bänder dynamisch stark belastet, sodass sie besonders reißfest gestaltet werden müssen. Allerdings müssen sie auch flexibel sein, um den kleinen Umlenkrollen gerecht zu werden. Dies leisten die endlos gewickelten Rundballenpressbänder, die die ContiTech Conveyor Belt Group in einem patentierten Produktionsprozess herstellt. Führende Pressenhersteller statten ihre Maschinen mit diesen Bändern aus, um eine höchstmögliche Lebensdauer sicherstellen zu können.

Die Rundballenpressbänder sind in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. Je nach Bedarf und Anwendung enthalten sie ein bis drei Spezialgewebeeinlagen mit einer äußerst geringen Dehnung. Die Riemen werden mit einer witterungsbeständigen Gummideckplatte, unterschiedlichen Profilierungen und wahlweise mit unterschiedlichen Verbindungssystemen – oder auch lose, auf Rolle gewickelt – produziert.

Für formstabile Ballen muss das Erntegut gleichmäßig zugeführt und in der Maschine in Rotation versetzt werden. Die Oberfläche der Bänder muss also eine entsprechende Profilierung aufweisen. Für endlos gewickelte Rundballenpressbänder hat sich dazu eine grobe Stoffmusterung durchgesetzt. Für mechanisch verbundene Bänder sind ebenfalls unterschiedliche Oberflächenprofile verfügbar. Das Angebot umfasst zudem auch eine Vielzahl von Ersatz- und Reparaturgurten. Durch die hohe Leistungsfähigkeit der endlos gewickelten Rundballenpressbänder ist jedoch oft ein Austauschen der Bänder während eines Pressenlebens gar nicht mehr nötig.


Auf einen Blick

Die ContiTech AG in Hannover entwickelt und produziert Funktionsteile, Komponenten und Systeme aus Kautschuk und Kunststoff für die Automobilbranche und andere wichtige Industrien.

www.contitech.de

Ausgabe:
:K SH MP 01/2013
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