19. NOVEMBER 2017

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Adaptiv wird Wirklichkeit


Spezial SPS IPC Drives

Automatisierung – Individualisierte Produkte werden für die heutigen Digital Natives immer mehr zur Selbstverständlichkeit. Aber in der Produktion fehlen noch effiziente und wirtschaftliche Lösungen. Mit einem neuen mechatronischen System will B&R dem ein wenig näher kommen …
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Wirklich neue Komponenten zu entwickeln, ist heute nicht mehr so einfach. Irgendwie war ja alles schon einmal da und meist handelt sich um Abwandlungen einer bekannten Sache.

B&R hat das nicht gekümmert und nach eigenen Angaben ein revolutionäres mechatronisches System auf den Weg gebracht. Dieser Weg endet jetzt auf der SPS IPC Drives mit einer großen Präsentation; von der Produktneuheit selbst ist bis dato wenig durchgesickert …

Was aber nicht so geheim ist, ist die Motivation, die das Team von B&R auf die Idee gebracht hat. Es ist die individualisierte Massenfertigung, die als Schlagwort im Zuge von Industrie 4.0 schon eine geraume Zeit zitiert wird. Denn die Endkunden der Maschinen- und Anlagenbauer fordern heute immer mehr Rücksicht auf ihre Bedürfnisse: Sie möchten Produkte des täglichen Lebens nach ihren Wünschen definieren können.

Hier will B&R ansetzen und sieht gewaltige Perspektiven für neue Komponenten und Lösungen. »Die Individualisierung fängt gerade erst an«, ist sich Robert Kickinger sicher. Der Manager Mechatronic Technologies bei B&R ist maßgeblich in die Entwicklung des neuen Systems involviert gewesen.
Seiner Ansicht nach leben wir in einer interessanten Zeit, in der sich das Konsumentenverhalten entscheidend ändert und neue Technologien neue Möglichkeiten eröffnen. »Diese Konvergenz ist der Nährboden für neue innovative Genre. Maschinenbauer und Endkunden brauchen nur zuzugreifen, um vom Added Value der personalisierten Produkte ihren Anteil abzubekommen.« Das Ziel von B&R ist die adaptive Maschine, die sich flexibel an die kundenspezifischen Wünsche anpasst. »Wir wollen die individualisierte Massenfertigung so gestalten, dass sie für Consumer-Produkte in großen Stückzahlen funktioniert.« Das neue System eignet sich demnach vor allem für Massengüter des täglichen Lebens wie Getränke, Nahrung und kosmetische Produkte.

Laut Robert Kickinger ist die Produktion in Losgröße 1 eigentlich nichts Neues und im Handwerk weit verbreitet. »Neu ist jedoch die Massenfertigung individueller Produkte. Und die ist bislang wirtschaftlich nur schwer umsetzbar, weil sie sich für viele Anwender derzeit noch nicht rechnet.« Denn die Flexibilisierung der Anlagen geht zumeist einher mit einer sinkenden Gesamtanlageneffizienz, auch Overall Equipment Effectiveness (OEE) genannt. Diese Kennzahl bewertet, wie gut und schnell eine Maschine Produkte herstellt. Ziel einer individualisierten Massenproduktion muss demnach sein, dass die drei OEE-Komponenten – Verfügbarkeit, Performance und Qualität – im Vergleich zur reinen Serienproduktion nicht sinken.

Es sollte zudem ein attraktiver Return on Investment (ROI), also eine hohe Produktivität einer Maschine, und eine möglichst niedrige Time-to-Market (TTM) für neue Produkte oder Produktänderungen gewährleistet sein. Diese ist sehr wichtig, vor allem für kurzlebige, saisonale und individuelle Produkte. »Es geht uns darum, den Anwender in die Lage zu versetzen, seine Maschine adaptiv zu nutzen, und sich so neue Wertschöpfungspotenziale zu erschließen«, sagt Robert Kickinger. »Nur so lässt sich die Individualisierung von Massenprodukten auch wirtschaftlich umsetzen.«


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:K 08/2017
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