28. APRIL 2017

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Prototypen per Mausklick?

Prototypen per Mausklick?


Stand der Dinge. Noch nicht ganz, aber die Entwickler von Konstruktionsprogrammen kommen dieser Wunschvorstellung immer näher. Von den ersten Vektorgrafiken auf Tektronix-Terminals zu den aktuellen leistungsfähigen Hardware- und Software-Systemen – die virtuelle Produktentwicklung hat in drei Jahrzehnten eine rasante Entwicklung hingelegt. Mit "Digital Prototyping" fasst Philipp Grieb den heutigen Stand der Technik anschaulich und praxisnah zusammen. Im Kapitel "Ideenfindung und Konzeption" erhält der Leser zum Beispiel Einblick in die Möglichkeiten der Designer. Das Ausmaß der Intelligenz der Programme erkennt man unter anderem daran, dass, sobald jemand mit einem Stift auf einem Bildschirm zeichnet, eine Designsoftware erfasst, ob gerade Linien, Radien oder Bögen gemeint sind. Ausführlich zur Sprache kommt auch die Blechkonstruktion.

Der Konstrukteur in Ausbildung erfährt hier etwa, welche Gestaltungsrichtlinien er beachten muss und wie sich Laschen, Biegungen und Ecken im Hinblick auf eine spätere Fertigung umsetzen lassen. FE-Analysen und Simulationstools sind inzwischen für eine Bauteilauslegung unverzichtbar. Neben Autodesk haben auch Anbieter wie Dassault oder Ansys einflussreiche Programme entwickelt. Obschon im Vorwort angekündigt, bleibt der kleine Wermutstropfen: Auch wenn sich zum Beispiel in der Spritzgießsimulation SolidWorks stark weiterentwickelt hat, sodass hier Angüsse festgelegt, Füllsimulationen durchgeführt und Kühlungen ausgelegt werden können, so geht der Autor in erster Linie nur auf Autodesk ein. Wichtig ist ebenso das Kapitel zum Produktdatenmanagement (PDM), in dem Grieb einprägsam erklärt, wie entscheidend ein PDM als Schnittstelle ist. Empfehlenswert. 

Philipp Grieb: Digital Prototyping,
Hanser Verlag, München 2010,
ISBN 978-3-446-42318-3

www.hanser.de
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