12. DEZEMBER 2017

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3D-Druck im industriellen Masstab


EOS präsentierte auf der Formnext das System EOS P 500 für die additive Fertigung. Mit dem System können Kunstsstoffbauteile mit hoher Qualität im industriellen Maßstab produzieren werden. Die EOS P 500 ist automatisierbar und kann Polymerwerkstoffe bei Betriebstemperaturen von bis zu 300 °C verarbeiten.

EOS präsentierte auf der Formnext 2017 das neue System EOS P 500 für die additive Fertigung. Das System adressiert Unternehmen, die Kunststoffbauteile mit hoher Qualität im industriellen Maßstab produzieren wollen. 
Die EOS P 500 bietet Effizienz zur Erreichung niedriger Teilekosten, sie ist automatisierbar und kann Polymerwerkstoffe bei Betriebstemperaturen von bis zu 300 °C verarbeiten. Unternehmen erhalten damit eine stabile Technologie, um flexibel und wirtschaftlich zu fertigen. Für die gemeinsame Entwicklung eines ersten Hochleistungspolymers hat EOS eine Vereinbarung mit Arkema unterzeichnet, einem führenden internationalen Hersteller von Spezialchemikalien. EOS mit Sitz in Krailling bei München ist nach eigenen Angaben der weltweit führende Technologieanbieter für den industriellen 3D-Druck von Metallen und Polymeren.
Die EOS P 500 zeichnet sich durch eine doppelt so hohe Aufbaurate aus, verglichen mit dem derzeit schnellsten Laser-Sinter-System im Polymerbereich (EOS P 396). Zahlreiche Faktoren tragen dazu bei, darunter zwei leistungsstarke 70 Watt Laser zum Aufschmelzen des Werkstoffs und ein Beschichter. Dieser ist präzise steuerbar und trägt eine neue Schicht Kunststoffpulver mit sehr hoher Geschwindigkeit (600 mm/s) auf die Bauplattform auf. Ebenso wurde der Materialfluss innerhalb des Systems optimiert. Anders als bisherige EOS-Systeme bringt die EOS P 500 den Werkstoff bereits beim Auftragen auf optimale Verarbeitungstemperatur und verkürzt damit die Dauer für Beschichtung und Belichtung.
Die Arbeitsschritte vor und nach dem eigentlichen Bauprozess laufen ebenfalls deutlich zügiger ab: Das Vorwärmen des Wechselrahmens und das Abkühlen desselben (mit dem gefertigten Bauteil) nach der Produktion erfolgen außerhalb der EOS P 500. Der Austausch der Wechselrahmen erfolgt außerdem in sehr kurzer Zeit. Im Ergebnis können Nutzer bereits fünfzehn Minuten nach dem Abschluss eines Baujobs einen neuen Fertigungsvorgang starten. Da das System außerdem nur selten gereinigt (üblicherweise 1x wöchentlich) und gewartet (normalerweise 1x jährlich) werden muss, steigt die Betriebszeit der EOS P 500 um bis zu 75 Prozent verglichen mit Vorgängersystemen und Wettbewerbsmodellen.

Ein Video zu der EOS P 500 finden Sie hier.

Die hohe Produktivität erfolgt bei ebensolcher Bauteilqualität. Das Eosame-Feature beispielsweise homogenisiert den Energieeintrag und sorgt für reproduzierbare Bauteilmechanik und Maßhaltigkeit – ein entscheidender Faktor für die Serienfertigung.
Die EOS P 500 umfasst eine Reihe von Lösungen für Prozessüberwachung und Systemintegration. Das System bietet Qualitätssicherung im industriellen Maßstab durch die Auswertung umfangreicher Sensorik sowie kameragestützt erhobener Messdaten (optisch und thermisch). Anwender erhalten so wichtige Systeminformationen, beispielsweise zum Rest-Sauerstoffgehalt oder zur Temperatur im Bauraum. In Verbindung mit der Eosconnect-Software lassen sich die Maschinen- und Produktionsdaten sammeln, in Echtzeit abrufen und in vorhandene IT-Infrastrukturen integrieren. EOS bietet zudem eine intuitive App für die Darstellung der Daten in einem Dashboard. Dies ermöglicht eine umfassende und benutzerfreundliche Überwachung des Maschinenparks.
Die Software-Integration spielt darüber hinaus eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung eines AM-Bauauftrags. Die EOS P 500 ist das erste EOS-System für die Verarbeitung von Polymeren, das von dem intuitiv bedienbaren, offenen und produktiven CAM-Tool Eosprint 2 unterstützt wird. Die Software ist bereits für zahlreiche EOS-Metallsysteme verfügbar und ermöglicht Ingenieuren die Optimierung von CAD-Daten. 
Die Konnektivität vor, während und nach dem AM-Bauprozess ist entscheidend für die Einbindung der EOS P 500 in ein automatisiertes Fertigungsumfeld und der erste Schritt auf dem Weg hin zu automatisierten Produktionsketten im Polymerbereich.
Die EOS P 500 kann Kunststoffe auch bei Betriebstemperaturen bis zu 300 °C verarbeiten, was die Nutzung von Polymermaterialklassen wie PA6, PBT, PET, PPS, Pekk und anderen ermöglicht. Unternehmen bietet sich damit eine hohe Materialvielfalt, Dank der sie neue Anwendungsgebiete für den industriellen 3D-Druck erschließen können – etwa in der Mobilitäts- und Automobilindustrie oder der Fertigung von Elektronikkomponenten. Einen wichtigen Beitrag zu einem hochqualitativen AM-Bauprozess leistet dabei eine dreistufige Filtereinheit, die Materialausgasungen und Partikel aus dem Bauraum der EOS P 500 filtert.
Als erstes Hochleistungspolymer für die EOS P 500 wird Pekk verfügbar sein. Der Werkstoff weist eine hohe Temperaturbeständigkeit auf und ist flammhemmend, wodurch er sich als eine leichte Alternative zu Metall eignet. Ziel ist es, einen Hochleistungswerkstoff anzubieten, mit dem Unternehmen kosteneffizient fertigen und bisher nicht realisierbare Anwendungen umsetzen können. Für die Entwicklung eines Materials auf Basis von Arkemas Kepstan Pekk Produktreihe arbeitet EOS mit Arkema zusammen, einem führenden internationalen Hersteller von Spezialchemikalien und fortschrittlichen Werkstoffen. Die EOS P 500 ist eine offene
Plattform, auf der auch andere Hersteller Werkstoffe für das System entwickeln können. So kooperiert EOS für die Entwicklung zukünftiger Polymere bereits heute mit Evonik und BASF.
Materialise kauft als erstes Unternehmen das neue EOS P 500 System. Die mehr als 27 Jahre Erfahrung in der AM-Branche stecken in den zahlreichen Softwarelösungen sowie den Konstruktions- und Druckdienstleistungen des Unternehmens. „Wir freuen uns auf die Produktivitätssteigerung, die wir mit der EOS P 500 erzielen werden sowie die neuen Möglichkeiten zur Serienfertigung, die wir Dank der automatisierbaren Schnittstellen des Systems haben. Die reduzierten Zykluszeiten werden uns dabei helfen, die immer kürzer werdenden Lieferfristen halten zu können, während die Nachfrage nach additiv gefertigten Kunststoffteilen im industriellen Maßstab weiter zunimmt. Wir schätzen ebenso die 300°C-Fähigkeit des Systems, weil sich dadurch eine hohe Materialvielfalt ergibt und neue Anwendungsfelder erschlossen werden können“, sagt Bart Van Der Schueren, Technology Officer bei Materialise.
Dr. Tobias Abeln, Geschäftsführer für Technik und Entwicklung (CTO) bei EOS: „Wir freuen uns sehr, dass mit Materialise ein Unternehmen auf unsere EOS P 500 setzt, das sehr erfolgreich die zahlreichen Möglichkeiten der additiven Fertigung ausschöpft. Unser neues System vereint knapp 25 Jahre EOS-Erfahrung auf dem Gebiet des Laser-Sinterns. Wir haben das System auf Produktivität und Qualität hin optimiert und die Technologie klar auf eine automatisierte Serienfertigung ausgerichtet. Dass Materialise bereits vor der offiziellen Einführung des Systems in eine EOS P 500 investiert, macht uns sehr stolz. Es zeigt, dass das System die richtigen Spezifikationen bietet und einen klaren Bedarf im Markt adressiert.“

Datum:
23.11.2017
Unternehmen:
Bilder:
EOS

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