21. JANUAR 2018

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Macht Unmögliches möglich


Das zum schwedischen Pulvermetallhersteller Höganäs Group gehörende Unternehmen Digital Metal startete jüngst die kommerzielle Produktion von 3D-Druckern für Metallobjekte. Der DM P2500 macht nach eigenen Angaben bislang unmögliche Druckvorgänge sowohl in der Serienfertigung als auch in der individuellen Maßfertigung möglich.

Bereits seit vier Jahren fertigt Digital Metal mithilfe seiner firmeneigenen 3D-Drucktechnologie (ein sogenanntes Binder-Jetting-Verfahren) sowohl winzige maßgefertigte Objekte als auch hochpräzise kleine Komponenten in Mengen für Kunden in der Luft- und Raumfahrt, der Luxusgüterbranche, dem Dentalwerkzeugsektor und der Industrieanlagenfertigung. Digital Metal wird seine Fertigungsdienstleistung weiterhin anbieten, sein Geschäft gleichzeitig aber auch mit dem kommerziellen Vertrieb und der Lizenzierung seines revolutionären 3D-Metalldruckers erweitern. Das Unternehmen wendet sich damit zunächst an Schlüsselbranchen, die erheblich von der additiven Fertigung kleiner und komplexer Komponenten profitieren würden, darunter Automobilindustrie, Zahntechnik, Gesundheitswesen, Luft- und Raumfahrt sowie Luxusmode.

3D-Metalldruck mit höchster Präzision

Mit dem DM P2500 sind zum ersten Mal komplexe Architekturen mit hervorragender Oberflächengüte in kleinem Maßstab möglich, ebenso wie bewegliche Teile innerhalb von Objekten wie Trillerpfeifen und unterschiedlich große Öffnungen in einem einzigen Drucklauf. Das Verfahren kann zudem an eine Vielzahl von Materialien angepasst werden, da die Wärmebehandlung (Sintern) nach dem Drucken erfolgt. Pulver, das vor dem Sintern entfernt wird, kann wiederverwendet werden. Damit ist diese Technologie die nachhaltigste in der additiven Fertigung. Sie ermöglicht hohe Erträge mit geringem Ausschuss und sorgt damit für minimale Stillstandszeiten. Auch die bei anderen additiven Fertigungsprozessen vorkommende Degeneration des Pulvers gibt es nicht.

Der DM P2500 druckt kontinuierlich in Schichten von je 42 µm bei 100 Kubikzentimetern/Stunde, ohne dazu Stützstrukturen zu benötigen. Das verfügbare Druckvolumen beträgt 2.500 cm3. So können kleine Objekte in großen Mengen hergestellt werden (bis zu 50.000 Teile in einem Drucklauf) und zwar mit Formen, Geometrien und interner wie externer Oberflächenveredlung, die bisher noch nicht möglich waren. Der DM P2500 bietet eine Auflösung von 35 µm und eine durchschnittliche Oberflächenrauigkeit von Ra = 6 µm, bevor zusätzliche Bearbeitungsschritte vorgenommen werden.

Der DM P2500 im Einsatz im Maschinenbau, Modedesign und Luxusgütersegment

Einer von aktuell zwei DM P2500 außerhalb von Digital Metal wurde im Juni 2017 unter Lizenz im Centre Technique des Industries Mécaniques (CETIM) installiert, dem französischen Benchmark-Institut und technologischen Innovationsdrehkreuz für den Maschinenbau. Schon zwei Tage später begann die Produktion, die bereits außergewöhnlich konstante Ergebnisse aufweist. Der zweite Drucker wurde auf vertraulicher Basis an einen Weltmarktführer im Bereich Modedesign lizenziert. Die dort in Serie gefertigten Produktneuheiten werden Ende dieses Jahres erhältlich sein.

Montfort, das Startup-Unternehmen für Luxusuhren, wandte sich ebenfalls an Digital Metal, um die Zifferblätter für seine von den Schweizer Alpen inspirierten Uhren zu drucken. Die 3D-Drucktechnik war die einzige Lösung, die Montfort ausreichend kreative Freiheit bot, um Zifferblätter mit einem Design herzustellen, das an die kristallinen Mineralienstrukturen von Felsen erinnert.

Datum:
05.01.2018
Unternehmen:
Bilder:
Digital Metal
Digital Metal/Montfort

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