25. SEPTEMBER 2016

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Flexible Kontrolle


Sensorik

Qualitätssicherung – Automobilzulieferer müssen höchste Qualität liefern. Bei einem Türen-Spezialisten gewährleisten RFID-Systeme und magnetostriktive Wegmesslösungen mit IO-Link-Schnittstelle, dass nur einwandfrei funktionierende Bauteile das Werk verlassen.
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Die Automobilindustrie stellt höchste Ansprüche an die Produktivität, und nicht minder hoch sind die Qualitätsanforderungen an die Zulieferunternehmen wie etwa den Türsystemespezialisten Brose aus Coburg. Das Unternehmen mit weltweit rund 21.000 Mitarbeitern an 58 Standorten beliefert rund 80 Automobilmarken sowie über 30 Zulieferer mit mechatronischen Systemen und Elektromotoren. So rüsten die Oberfranken zum Beispiel zahlreiche Fahrzeuge mit elektrischen Spindelantrieben aus, die die Heckklappe anstelle konventioneller Gasdruckfedern ohne direktes Zutun durch den Fahrer öffnen. Das Schließen der Ladetür übernimmt ein integrierter Motor, der eine Feder komprimiert und die Kraft so bis zum nächsten Öffnen speichert.

Entscheidend für den Erfolg des Unternehmens ist es, dass seine Produkte im Alltagseinsatz stets zuverlässig funktionieren. Die Abteilung Produktions- und Betriebsmitteltechnik hat deshalb eine eigene Prüfanlage entwickelt, in der jede Antriebsspindel mehreren Funktions- und Qualitätstests unterzogen wird. Die Anlage prüft dabei, ob sich die Feder auf das vorgegebene Maß komprimieren lässt, ob die Kolbenstange mit eigener Kraft auf die erforderliche Länge ausfährt, ob der integrierte Motor einwandfrei arbeitet und ob dabei eventuell störende Schwingungen und Geräusche auftreten. Die je nach Fahrzeugtyp und Heckklappe unterschiedliche Last simuliert ein Servomotor.

Viele Varianten

Eine besondere Herausforderung bei der Entwicklung der Anlage war die hohe Variantenvielfalt der Prüflinge, erzählt Alexander Gran, Leiter der Abteilung Betriebsmitteltechnik, Softwareentwicklung und Elektrotechnik bei Brose: »Je nach Fahrzeugmodell weisen die Spindelantriebe unterschiedliche Geometrien, Leistungs-, Belastungsansprüche und Verfahrlängen auf. Dem muss die Prüfanlage gerecht werden.«

Die Testvorrichtung ist deshalb mit dem RFID-System BIS-M des Sensorikspezialisten Balluff aus dem württembergischen Neuhausen/Fildern ausgestattet und besitzt für jeden Typ einen speziellen Prüfkopf mit einem integrierten RFID-Chip, der die entsprechenden Informationen enthält. Ein korrespondierender Lesekopf liest die Daten und leitet sie an die Steuerungsebene weiter. Die Testanlage erkennt so, welcher Spindeltyp zur Prüfung ansteht und welche Tests zu fahren sind. Eine integrierte Plausibilitätsprüfung verhindert dabei den Start der Anlage, wenn ein nicht mit den Chipdaten kompatibles Bauteil eingelegt wird. Das System erlaubt das Lesen wie auch das Schreiben von Daten und eignet sich somit für vielfältige Aufgaben in modernen Produktionsanlagen wie beispielsweise zur Teilerückverfolgung in Fertigungsprozessen.


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:K 07/2014
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