22. NOVEMBER 2017

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Als Marktführer Vorreiter sein


Industrieelektronik

Guido Ege – Im Stromkrieg von 1890 war der Gleichstrom (DC) unterlegen, jetzt erfährt er eine Renaissance. Der Leiter Produktmanagement und Produktentwicklung des Kabelherstellers Lapp erklärt, warum sich das Unternehmen in das Abenteuer stürzt.
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Gibt es erstes Anwenderinteresse?
Es gibt erste Pilotanwender wie unseren Partner Bachmann mit einer DC-Lösung für Rechenzentren. Es ist wichtig, solche neuen Themen nicht nur theoretisch anzugehen, sondern selbst eine Entwicklung zu starten. Ohne einen Partner oder Kunden wären nur Glückstreffer möglich. Von daher sind wir schon mit den ersten Erfolgen unterwegs. Zu den Pionieren zählen sicher auch die Automobilhersteller, die für den anstehenden Strukturwandel gerüstet sein müssen.

Für den Maschinenbau ist diese Energieübertragung aber wohl noch eine Nummer zu hoch?
Im Maschinenbau wird weiterhin der Wechselstrom die dominante Technologie sein, weil sie sich etabliert hat und viel praktikabler ist. Wir bewegen uns überwiegend in der Niederspannung – also auch morgen in dem Umfeld von heute. Gerade deswegen ist es ja so wichtig, dass wir dort den Trend mitbestimmen – weil es ja unser eigentliches Geschäft ist. Von daher konzentrieren wir uns in der Entwicklung unserer Produkte auf den Niederspannungsbereich bis 1.500 Volt. Ein Umstieg in Teilbereichen auf DC würde durchaus Sinn machen, allein wegen der Wandlungsverluste, die durch die Frequenzumrichter für die Drehzahlregelung entstehen. Die vergeuden viel Energie. Und Einsparungseffekte sind in der Industrie immer gefragt.

Wie weit sind Sie beim Gleichstrom im Bereich der Werkzeugmaschinen?
Im Moment fokussieren wir uns auf die Antriebstechnik, also auf Frequenzumrichter und Elektromotoren. Ob diese dann auch in Werkzeugmaschinen oder Maschinen allgemein Anwendung finden, ist zwar ein Thema, aber erst im zweiten Schritt. Wenn der Gleichstrom in Maschinen Einzug hält, wird es sich um DC-Inseln in der AC-Welt handeln. Eine komplette Maschine in DC auszurüsten, wird zum jetzigen Zeitpunkt schwierig sein und sich eher auf einzelne Komponenten oder Stränge konzentrieren. Die Frage ist, wie das der Entwickler in sein Gesamtkonzept integriert.

Gibt es denn schon erste konkrete Lapp-Produkte aus der DC-Welt?
Erste Erkenntnisse aus den Normungsgremien oder von unseren Ölflex-Solarleitungen sind in einen Demonstrator eingeflossen. Als erste Lösung präsentieren wir aktuell die Ölflex DC 130 H, die eine spezielle Aderisolation besitzt und damit aus unserer Sicht DC-tauglich ist. Hier berücksichtigen wir auch den vorläufigen Farbcode aus dem ersten Normentwurf – ein gelber Außenmantel sowie Adern in weiß und rot. DC-Lösungen bei Steckverbindern oder Kabelanschlüssen stehen erst später an, denn vor allem bei den Steckern gibt es schon erste Ansätze und Lösungen. Primär haben wir uns darum das Kabel vorgenommen, weil sich dieses Thema noch als völlig ungelöst darstellt.


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Ausgabe:
:K 07/2017
Unternehmen:
Bilder:
Michael Kleine
Lapp
1 Unternehmens-Video:
  • Lapp ÖLFLEX Vir..

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