18. NOVEMBER 2017

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Agiler Konstruieren


Spezial Motek

Dr. Kurt Schmalz – Der Vakuumtechnikspezialist Schmalz stellt sich neu auf, wie Geschäftsführer Dr. Kurt Schmalz erläutert: Neue Geschäftsfelder und agile Arbeitsprozesse in der Konstruktion sind das Ziel.
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Das ist doch ein völlig neues Tätigkeitsfeld für Schmalz?
In der Tat ist das ein anderes Standbein. Aber es passt hervorragend zu unserem tiefgreifenden Know-how für Fertigungssysteme, für das Handling empfindlicher Bauteile sowie für Kunststofftechnik. Mit diesen Stacks, dem Kernprodukt von Großbatterien, wird man in der Lage sein, fluktuierend erzeugte Energie wie Sonnen- und Windstrom zu speichern. Das Fraunhofer-Institut in Pfinztal nutzt unsere Stacks in einem Pilotprojekt, um in einer Batterie, so groß wie ein Mehrfamilienhaus, Windenergie zu speichern.

Sie haben auch Exoskelette angesprochen – sollen die den Weg in die Medizintechnik öffnen?
Wir zielen mit diesem Angebot auf angestammte Branchen wie die Logistik oder den Versandhandel. Hier sehen wir, auch durch den demografischen Wandel, steigenden Bedarf für die Unterstützung der Werker beim Transport von Lasten. Dabei geht es um die Förderung des Hebens mit geradem Rücken und die Unterstützung der Kniebeuge. Die Beinmuskulatur kann mit bis zu 60 Prozent der eigenen Körperkraft zusätzlich unterstützt werden. Die Herausforderung dabei ist, dass der Mitarbeiter es nicht als Behinderung sondern als Unterstützung empfindet. Das ist uns gelungen.

Auch Ihrer Produktentwicklung wollen Sie Beine machen. Arbeiten Ihre Konstrukteure zu langsam?
Nein, ganz bestimmt nicht. Aber schon jetzt reichen in der Produktentwicklung klassische Projektmethoden allein nicht mehr aus. Bislang arbeitet man häufig in einem Phasenmodell, dem sogenannten Stage-Gate-Modell. Bei dieser klassischen Produktentwicklung und -herstellung wird eine Produktidee beschrieben, es gibt ein Lastenheft, ein Pflichtenheft, dann wird konstruiert. Dem folgt die Freigabe der Nullserie, die Testphase, die Markteinführung. In den einzelnen Phasen arbeiten verschiedene Teams interdisziplinär zusammen. Das ist das bekannte Modell, mit dem wir seit Jahren arbeiten, weil es stabil funktioniert und gewährleistet, dass am Schluss für den Kunden ein Produkt mit Mehrwert entsteht. Allerdings erfordert die Veränderung der Märkte, dass wir bei bestimmten Projekten agiler vorgehen. Die Zeit, einen Projektrahmen aufzubauen und ein Pflichtenheft, das perfekt ausgearbeitet ist, zu erstellen, das dann zehn Unterschriften trägt – diese Zeit steht oft nicht mehr zur Verfügung.

Wie kann man sich das konkret vorstellen?
Im Gegensatz zu Modellen mit detaillierter Planungs- und Konzeptphase, erfolgt die Umsetzung bei der agilen Entwicklung in Sprints. Dabei handelt es sich um kurze Bearbeitungszyklen, in denen jeweils ein oder mehrere Themenbereiche bearbeitet werden. Diese werden getestet und abgeschlossen, und man geht zum nächsten Sprint über. Die Geschwindigkeit ist höher, die Steps sind wesentlich kürzer.
Das ist die Herausforderung, denn wir müssen am Schluss immer noch ein Top-Produkt abliefern: Es muss funktionieren, eine hohe Qualität haben und preislich passen. Aber die Vorgehensweise ist eine komplett andere. Die meisten F&E-Prozesse finden heute in einem Spannungsfeld zwischen stabilen, eingeführten Prozessen und agilen Methoden statt.


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Ausgabe:
:K 07/2017
Unternehmen:
Bilder:
J. Schmalz GmbH

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