14. DEZEMBER 2017

zurück

kommentieren drucken  

Hybridantriebe für Minenfahrzeuge


Um den Abbau von Rohstoffen im Untertage-Bergbau zu optimieren, entwickelt Siemens neue Antriebskonzepte für Minenfahrzeuge: Hierbei ersetzt ein Hybridantrieb den Diesel-mechanischen Antrieb.

Schwindende Mineralvorkommen und der damit notwendige Abbau in immer größeren Tiefen – der Untertage-Bergbau wird zunehmend anspruchsvoller. Vor allem, wenn Abbaumengen nicht nur stabil gehalten, sondern im Idealfall gesteigert werden sollen. Als Konsequenz grundsätzlich größere oder mehr Maschinen einzusetzen, wäre jedoch der falsche Weg. Denn „die Anzahl an Fahrzeugen pro Mine und die installierte Leistung von Dieselantrieben sind abhängig von der Minengröße sowie deren Kühlungs- und Belüftungssystem“, weiß Dr. Philipp Reupold, Leiter für Global Sales for Mobile Mining bei Siemens. Der Konzern verfolgt daher eine andere Strategie: Elektrifizierung in der Antriebstechnik von Minenfahrzeugen.
Bewährte Komponenten
Um die Produktivität von Minenfahrzeugen zu steigern, entwickeln Siemens-Ingenieure derzeit hoch effiziente elektrische Antriebssysteme für den Untertage-Bergbau. Alle hier zum Einsatz kommenden Komponenten, wie beispielsweise Stromrichter und elektrische Maschinen, sind bereits in zahlreichen Mining-Applikationen erfolgreich in Verwendung. Das neue Antriebssystem wird erstmals in einem Lastwagen verbaut, der bis zu 60 Tonnen laden kann. Dabei wird jedes der vier Räder von einem eigenen Motor angetrieben, wodurch sich Drehzahl und Zugkraft an jedem Rad unabhängig regeln lassen.Weitere Funktionen wie eine Schlupfregelung sind möglich. Erste Tests des Fahrzeugs laufen seit Mitte 2017 in Australien – zunächst an der Oberfläche, dann unterirdisch.
Schneller, leiser, emissionsärmer
Die Vorteile von dieselelektrischen Antrieben im Vergleich zu herkömmlichen Dieselmotoren sind vielfältig. Zum einen sind sie deutlich schneller, da die Hybridantriebe effizienter arbeiten. In der Folge fallen die Taktzeiten spürbar kürzer aus, was heißt, dass in der gleichen Zeit mehr Material transportiert werden kann. Zum anderen sind dieselelektrische Systeme sehr wartungsarm, was zu einer höheren Verfügbarkeit führt. Nach Schätzung der Siemens-Experten lassen sich die Ausgaben für Wartung und Services mit den neuen Antriebssystemen um bis zu 15 Prozent senken. Damit reduzieren sich auch die Kosten für den Mineralienabbau um circa zehn Prozent pro Tonne Mineralgestein. Eine geringere Geräusch- und Emissionsbelastung sowie Hitzeentwicklung, die Rückgewinnung von Bremsenergie für den Elektroantrieb und die sehr genau Regelbarkeit des Drehmoments runden die Vorzüge der Hybrid-Antriebe ab.
Weitere Entwicklung
Im Moment liegt der Fokus der Ingenieure bei Siemens auf Lösungen für Lastfahrzeuge. Jedoch plane man laut Reupold bereits, das System auch bei Load Haul Dump Fahrzeugen (Haldenladefahrzeugen) anzuwenden. Sein Fazit: „Die Integration von dieselelektrischen Antrieben in Untertage-Bergbau-Equipment kann als erster Schritt in Richtung vollständiger Elektrifizierung des Untertage-Bergbaus gesehen werden.“ hjs

Datum:
27.09.2017
Unternehmen:
Bilder:
Fotolia

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 


  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben