22. NOVEMBER 2017

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Equipment für smarte Fertigung


Interview

Digitalisierung der Automation – »Die industrielle Fertigung steht vor einem grundlegenden Wandel«, so die Überzeugung von Dr. Markus Klaiber, Technischer Geschäftsführer/CTO bei Schunk. Im Interview erläutert er, wie sich der Greifsystem- und Spannmittelhersteller darauf einstellt und was auf Fertigungsunternehmen zukommt. Das Gespräch führte Hajo Stotz
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Welche Aspekte bringen Digitalisierung, Vernetzung und Automatisierung der Produktionsprozesse für Fertigungsunternehmen mit sich?

Wir beobachten die derzeitige Entwicklung des Marktes sehr genau, indem wir unter anderem einen intensiven Austausch mit der Automotiveindustrie pflegen und dort als kompetenter Gesprächspartner gefragt sind. Hier gibt es derzeit zwei wesentliche Forderungen: zum einen Flexibilität und Wandlungsfähigkeit. Die steigende Varianz bei Fahrzeugen, die wir Tag für Tag im Straßenverkehr sehen, wird künftig immer häufiger auf einer Linie produziert werden. Damit muss auch das Equipment, das wir zur Verfügung stellen, entsprechend flexibel und wandlungsfähig sein. Ähnliche Forderungen kommen auch aus der Elektronik- und Konsumgüterindustrie. Die zweite Forderung ist die Möglichkeit zur Mensch-Maschinen-Kollaboration. Kernziel ist eine umfassende Flexibilisierung der Produktionsprozesse, und dies bei maximaler Transparenz und maximaler Wirtschaftlichkeit.

Kommt dabei auch Spannmitteln und Greifsystemen eine Bedeutung zu?

Mit unseren Greifern und Spannmitteln befinden wir uns seit jeher »closest to the part«, sprich unmittelbar am Werkstück. Unser Ziel ist es, diese exponierte Position im Prozess zu nutzen, um für Anwender Mehrwerte zu generieren. Konkret geht es darum, jeden einzelnen Prozessschritt detailliert zu überwachen und die Anlagensteuerung, das übergeordnete ERP-System, aber auch Analyse-Datenbanken und Cloudlösungen permanent mit Prozessdaten zu versorgen und flexibel auf die jeweiligen Ereignisse zu reagieren. Künftig werden unsere Module systematisch Informationen über das gegriffene Bauteil, den Prozess und auch über die Komponenten selbst erfassen, verarbeiten und entsprechende Reaktionen ausführen. Hierfür nutzen wir die Daten mehrerer Sensoren, können damit durch Datenkorrelation neue Informationen erhalten und so intelligent Entscheidungen treffen. Mittel- und langfristig sprechen wir vom autonomen Greifen. Der Greifer selbst wird Kollisionen vermeiden. Er wird wissen, wie Werkstücke zu greifen sind und im intelligenten Zusammenspiel mit dem übergeordneten Handhabungssystem die optimale Greifstrategie entwickeln. Das wird ein vollkommen anderes Greifen sein als heute. Komponenten von morgen werden in der Lage sein, Prozesse durch Lernalgorithmen autonom zu optimieren. In Teilbereichen werden sie sogar intelligenter sein als der Mensch.


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Ausgabe:
:K 08/2017
Unternehmen:
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Schunk
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