25. JULI 2016

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Dritte Dimension


3D - Manche nennen es noch Klimbim, für andere gibt es keinen Weg zurück. Marktanalysen zeigen es deutlich: Die 3D-Konstruktion setzt sich durch. Die 2D-Zeichnungserstellung wird zum Randphänomen. Die 3D-Vorreiter bringen gute Argumente.

Noch vor vier bis fünf Jahren war die 3D-Konstruktion in erster Linie eine Sache für die Automobil- und Luftfahrtindustrie. Wie Marktuntersuchungen zeigen, ist 3D-CAD heute bereits in mindestens jedem zweiten Konstruktionsbüro des Maschinenbaus im Einsatz. Vielfach gibt es noch den Parallelbetrieb von 2D- und 3D-Technik. Die Gründe sind vielfältig: Altkonstruktionen müssen weitergeführt werden, die günstigen Zulieferer aus Osteuropa oder Fernost können nur 2D-Daten bieten, für isolierte Aufgaben reicht die 2D-Konstruktion aus. Einige Betriebe haben konsequent und vollständig auf 3D umgestellt. In erster Linie ist die Wende dem rasanten Fortschritt der Hardware- und Software-Technik zuzuschreiben. Extrem leistungsfähige PCs, wichtige Voraussetzung für die ressourcenfressende 3D-Software, ist heute zum Spottpreis erhältlich. Die Leistungsfähigkeit von CPUs, Grafikkomponenten und Speichermedien ist in den letzten Jahrzehnten förmlich explodiert. Die Software-Entwicklung hat ebenso zugelegt: Umfassende Funktionalität und intuitive Benutzung kennzeichnen heute moderne 3D-Systeme wie Autodesk Inventor. Inzwischen liegen viele Erfahrungen vor. Übereinstimmend berichten die Anwender: Die Umstellung und Einarbeitung war einfacher als erwartet. Kai Stindt, Geschäftsführer bei der Plan B Automatisierung GmbH, selbst Anwender von Autodesk Inventor, erzählt: »Die Kommentare beim ersten Kontakt lauteten unisono: Mensch, das geht ja problemlos.« Teilweise nach wenigen Tagen, in der Regel nach wenigen Wochen, arbeiten die Anwender produktiv mit dem System und packen sehr schnell große Projekte an. Große Baugruppen sind keine Hürde mehr. Die Konstrukteure der WEDA Dammann und Westerkamp GmbH im niedersächsischen Lutten entwickeln große Fütterungsanlagen für die Schweinezucht mit Inventor, darunter Anlagen mit bis zu 33.000 Bauteilen und 5.500 Baugruppen. Andreas Middelkamp, verantwortlich für Mechanik-Entwicklung bei WEDA, bestätigt: »Wir sind in der Konstruktion deutlich schneller geworden, bearbeiten wesentlich größere An­lagen als früher und führen mehr Projekte in der gleichen Zeit durch. Dabei wurde unser Output in Form von Fertigungs- und Montageunterlagen deutlich besser als das früher in 2D möglich war.« Viele Anwender konnten die Produktivität in der Konstruktion verbessern und Entwicklungszyklen deutlich verkürzen.



3D von Anfang an

»Die 3D-Darstellung begleitet jedes Projekt von Anfang an und spielt bereits in der Angebotsphase eine Schlüsselrolle. »In dieser Phase ist die Präsentation in 3D nicht wegzudenken. Die 3D-Visualisierung hilft uns im Vorfeld, Details eindeutiger festzulegen als früher in 2D. So beseitigen wir frühzeitig Projektrisiken. Bei Anlagen im Wert von fünf Millionen Euro und mehr fühlen sich alle Beteiligten wohler, wenn die Planung möglichst genau ausgearbeitet ist«, erklärt Norman Roith, Baumann Automation.



Simone Mronga

Ausgabe:
:K 02/2005
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