22. MAI 2018

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»Wago ist auf Kurs«


Klemmen - 10 Milliarden ist eine ziemlich große Zahl und fast schon unzählbar. Soviel Cage Clamps hat Wago seit 1977 verkauft - und das sind nur die Originale. Kein Patent währt ewig. Deshalb gibt es heute weit mehr dieser Federn, die Elektrotechnik sicherer machen.

Denn auch andere haben sich eine Scheibe vom Erfolg der schlicht genialen Klemmtechnik abgeschnitten. »Als das Patent sie noch davon abhielt, haben sie versucht die Cage Clamp schlechtzureden - allerdings ohne Erfolg und offensichtlich wider besseres Wissen«, sagt Wago-Geschäftsführer Sven Hohorst auf der Jahrespressekonferenz in Hamburg. Gäbe es einen Oskar für Bescheidenheit, wäre das Mindener Unternehmen mit Sicherheit nominiert. Acht Prozent Wachstum hat es sich für 2006 budgetiert und 19,2 erreicht. »Wir waren überrascht. Ein Umsatzplus von 62 Millionen ist ein gewaltiger Schub für einen Mittelständler «, findet Sven Hohorst. Hohes Wachstum von knapp 20 Prozent fordert auch von der Produktion Extraleistung. Neue Mitarbeiter wurden eingestellt und es wurde erweitert. Ein Signal für den Arbeitsmarkt ist die Personalentwicklung: Von 3.755 auf 4.341 in nur einem Jahr. Zweidrittel der Arbeitsplätze sind in Europa entstanden Die Cage Clamp ist nur eine von vielen Innovationen ist, die aus der Wago-Entwicklungsschmiede stammt. »Innovation braucht ständig Nachschub, zumal der Innovationsspielraum immer kleiner wird«, formuliert Hohorst. Die Ausgaben für Entwicklung steigen jedes Jahr überproportional. Auf der Basis von 1997 sind sie um mehr als 300 Prozent gewachsen, der Umsatz ›nur‹ um 90 Prozent. »Wir haben im Jahr 2006 42,5 Millionen Euro investiert, was einer 10,5-Prozent-Investitionsquote entspricht. 2007 sollen mehr als 13 Prozent vom geplanten Umsatz Investitionen sein.«
Dass Wago in Minden, Sonderhausen in der Schweiz und in China Werkshallen, Lager und Bürogebäude baut, hat sicherlich am wenigsten mit der Baukonjunktur zu tun. »Wago ist eben auf Kurs, und die Richtung stimmt«, sagt Sven Hohorst. Auf Hannover Messe wird Wago mehrere Neuheiten zeigen: Dazu zählen neue Safety-Produkte für Profibus und Profinet und eine Reihenklemmenfamilie für Leiterquerschnitte von 6 mm2 bis 95 mm2.

Profisafe für Profibus und Profinet
Eine 4-Kanal-Eingangsklemme (Serie 753-661), eine 8-Kanal-Eingangsklemme (Serie 753-662) und eine 4/4-Kanal-Ein/Ausgangsklemme (24V/2A, Serie 753-667) ergänzen das Wago-I/O-System. Sie können in Applikationen bis Kategorie 4, SIL3, Performance Level e eingesetzt werden. Die neuen Klemmen bieten volle Parametrierbarkeit über TCI. Bereits die Hardware-Adressen können per DIP-Schalter oder über Adressparameter sicher gespeichert werden. Mittels der Parametrier-Software Wago-I/O-Check 2 lassen sich Diskrepanz- und Filterzeiten, Testpulslängen für unterschiedliche Sensoren und Aktoren anpassen. Dabei orientiert sich Wago an dem offenen TCI-Standard, der eine herstellerübergreifende, einheitliche Aufruf-Schnittstelle für alle Geräte-Engineering-Tools und Engineering-Tools der Automatisierungssysteme bietet: Die Klemmen können aus Step7 direkt an kundenspezifische Sensor- und Aktoranforderungen angepasst werden.
Die drei Reihenklemmen der Serie 285 decken Anwendungen für Nennströme bis 232 A ab. Sie klemmen jeden Leiter im Bereich von 6 mm2 bis 95 mm2 (AWG 4 bis 4/0). Das größte Familienmitglied behauptet sich dank einzigartiger, patentierter Technik schon seit mehreren Jahren am Markt. Nun kommen zwei weitere Klemmen dazu, die den Querschnittsbereich nach unten bis auf 6 mm2 (AWG 8) erweitern.
Je größer der Leiterquerschnitt, desto kritischer die Einstellung des richtigen Kontaktdrucks. Hier greifen auch erfahrene Elektriker zum Drehmomentschlüssel. Bei Wago-Klemmen entfällt dieser zeitraubende Arbeitsgang: Jeder Leiter, ob ein-, fein- oder mehrdrähtig, vorkonfektioniert oder unbehandelt, wird durch eine Käfigzugfeder - eine Wago Cage Clamp oder Wago Power Clamp - automatisch mit der richtigen Kraft geklemmt, und das über den gesamten Querschnittsbereich. Die Kraft ist so gewählt, dass der Leiter optimal gehalten wird, ohne dass es zu Kupferkaltfluss kommt. Aber die Feder kann noch mehr: Sie kompensiert über die gesamte Lebenszeit der Klemme Setzerscheinungen des Leiters und ist unempfindlich gegenüber Temperaturschwankungen, Vibrationen und sonstigen Erschütterungen.
Peter Schäfer

Ausgabe:
:K 02/2007
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