29. AUGUST 2016

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Übergangs-Lösung


CAD ? Viele Konstrukteure verwenden 2D- und 3D-CAD-Software im gemischten Betrieb. Für sie hat deshalb die Koexistenz beider Welten höchste Priorität. Die aktuelle Version der 3D-Lösung Autodesk Inventor bietet zahlreiche neue Funktionen, die diese Integration verbessern.

Computerunterstütztes Konstruieren in drei Dimensionen bietet viele Vorteile. Dennoch sehen zahlreiche Anwender von 2D-CAD-Software keine Notwendigkeit, auf 3D-Lösungen umzusteigen: Sie bevorzugen weiter die 2D-Konstruktion oder arbeiten im gemischten Betrieb mit 2D und 3D, je nach Aufgabe oder Abteilung. Eine verbesserte Unterstützung für solche Anwender verspricht jetzt der US-amerikanische CAD-Softwarehersteller Autodesk. Dessen 3D-CAD-System »Inventor« bietet in der aktuellen Version 2008 viele neue Funktionen, die die Koexistenz der 2D- und der 3D-Welt unterstützt und die Integration der 2D- und 3D-Konstruktion verbessert.

Eine der wichtigsten Forderungen der Anwender ist die Möglichkeit, Fertigungszeichnungen aus der 2D-Welt auf Basis des Autodesk-typischen Datenformats DWG auszutauschen. Inventor 2008 besitzt dazu die neue Funktion DWG True Connect, erklärt Burkhard Hörnig, Marketing Solution Manager MCAD bei Autodesk, und erläutert: »Konstrukteure müssen oft in freigegebenen Zeichnungen nachschlagen, wenn sie an eine Neukonstruktion gehen. Da spart es viel Zeit, wenn man eine DWGDatei in Inventor öffnen kann.«

Kompatibel in zwei Richtungen
Oft geht es auch darum, eine vorhandene 2D-Konstruktion mit Inventor-Daten zu ergänzen, ohne gleich die gesamte Baugruppe neu zu modellieren. Mit der neuen Funktion lassen sich Zeichnungsansichten direkt in DWG-Dateien speichern. Die Assoziativität der Ansichten mit dem 3D-Modell bleibt dabei vollständig erhalten. Ebenso lassen sich DWG-Dateien in Inventor direkt öffnen, beispielsweise, um durch Zoomen Details herauszulesen oder durch schlichtes Kopieren und Einfügen eine Profilgeometrie in eine Skizze zu übernehmen und daraus eine neue 3D-Geometrie zu erzeugen.

Weitere Verbesserungen betreffen die Bedienbarkeit beim Aufbau parametrischer Skizzen, speziell für Anwender der weitverbreiteten 2D-CAD-Lösung AutoCAD. Die Benutzeroberfläche orientiert sich deshalb an AutoCAD-Gewohnheiten. Vereinfacht wurde vor allem die Handhabung der Skizzen auf Basis von steuernden Zwangsbedingungen, der sogenannten Abhängigkeiten: Deren Position wird jetzt besser gesteuert, sodass sie nicht die Skizzengeometrie überlappen.

Die Benutzeroberfläche wurde in verschiedenen Bereichen überarbeitet, um optimale Konsistenz zwischen AutoCAD und Inventor herzustellen. So finden Inventor-Anwender jetzt Funktionen vor, die von AutoCAD her vertraut sind, etwa Tastaturkürzel, die Wiederholung des letzten Befehls oder Funktionshinweise am Cursor. Neuigkeiten gibt es auch bei der Zeichnungserstellung, darunter die Bemaßung von isometrischen Darstellungen, die Schraffur von Schnitten in isometrischen Zeichnungen oder deren direkte Zuordnung zu einzelnen Materialien.

Vereinfachte Blechkonstruktion
Verbesserungen bieten zudem die Erweiterungen zur Konstruktion von Blechteilen und deren Weitergabe an die Fertigung. In der neuen Version können beispielsweise Sicken mit einer bestimmten Tiefe vorgegeben werden, und Konturlaschen lassen sich schneller konstruieren, Eckfreistellungen präziser definieren. Modifikationen an der Blechabwicklung haben dabei nicht zwingend eine Rückkopplung auf das 3D-Modell. Die Abwicklung lässt sich deshalb mit den üblichen Modellierungsfunktionen bearbeiten, um ein sauber herstellbares Bauteil zu gestalten.

Die Fertigungsdaten legt Inventor 2008 in neuen Biege- und Stanztabellen der Fertigungszeichnung ab. Informationen wie Biegewinkel und -radien, Stanzrichtung und -winkel, Werkzeugkennung und Hub fügt das System automatisch ein. Der Zeichnungsmanager unterstützt dabei die Darstellung gestanzter Bleche und kennzeichnet die Biegerichtung durch unterschiedliche Linienarten.

Ein neues Werkzeug erleichtert den Export von DXF- und DWG-Dateien für Blechteile und deren Übergabe an die Fertigung. Die Ausgabe von DXF-Dateien bis hinunter zu Version 12 gewährleistet dabei eine gute Anbindung selbst älterer Maschinensteuerungen. Der Export unterstützt unter anderem Koordinatentransformationen oder die Approximation der Splines durch lineare Segmente für CNC-Maschinen, die keine Splines verarbeiten können.

Die Verbesserungen betreffen nahezu alle Funktionsmodule von Inventor. So bekam die Funktion Shape Manager für die Konstruktion von Freiformflächen neue Werkzeuge für die Erstellung komplexer Formen und die Gestaltung von hydraulischen und pneumatischen Komponenten. Weiter vereinfacht wurde auch die Konstruktion von geschweißten Rahmen. Der neu gestaltete Wellengenerator erhielt eine umfassende 3D-Preview-Funktion mit optionaler schematischer 2D-Vorschau.

Deutlich erweitert wurden auch die Profi- Pakete der Software: Neben Inventor Professional gibt es jetzt die neu benannten Teilpakete Inventor Simulation Suite 2008 und Inventor Routed Systems Suite 2008. Drastisch verringert wurde in der neuen Version die Anzahl der vorbereitenden Schritte für die Durchführung einer dynamischen Simulation. Das System nutzt jetzt die parametrischen Zwangsbedingungen der Baugruppe, um verbundene Komponenten und Gelenke automatisch zu erkennen. Nach wie vor steht jedoch auch die manuelle Methode weiter zur Verfügung.

Die FEM-Analyse berechnet dünne Schalen schneller als bisher. Bei der Analyse können bestimmte Modellmerkmale unterdrückt werden, die mit der eigentlichen Bauteil-Umgebung nichts zu tun haben. Das vereinfacht die Geometrie und erlaubt eine effizientere Netzgenerierung. Die wirkenden Kräfte zu unterschiedlichen Zeitpunkten einer dynamischen Simulation können jetzt in einem Schritt exportiert werden, ohne nach jedem Zeitintervall zur dynamischen Simulation zurückzukehren.

In der Rohrkonstruktion ist jetzt ein neuer Rohrtyp mit Flanschverbindungen verfügbar. Zudem werden die Segmente jetzt automatisch mit Dichtungen eingefügt. Auch gibt es einen neuen Rohrtyp für geschweißte Rohrverbindungen, dessen Segmente automatisch einen vorgegebenen Rohrverlauf auffüllen. Im Bereich der Kabelkonstruktion unterstützt Version 2008 auch Flachbandkabel und deren Spezifika wie etwa Faltungen für die Kabelverlegung.

Dr. Philipp Grieb/bt

Ausgabe:
:K 06/2007
Unternehmen:

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