10. DEZEMBER 2016

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Chip mit Antenne


RFID - Wenn Produkte reden, geschieht das mittels Radio Frequency Identification (RFID). Ein kleiner Chip mit Antenne verrät alles Wichtige über die (nach-)gefragte Ware oder das eingesetzte Produkt. Obwohl es auch kritische Stimmen zum Thema RFID gibt, steht eines fest: Der Chip sorgt für lückenlose Transparenz in der Versorgungskette.

Lieferketten global operierender Unternehmen, die heute die einzelnen Produktionsstandorte, Rohstofflieferanten, Händler, Warenlager und Kunden wie ein fein gesponnenes Netz verbinden, erreichen eine atemberaubende Komplexität. Das gleiche gilt für die Lagerhaltung. Unübersehbare Mengen unterschiedlichster Komponenten und Behälter müssen für alle denkbaren Kundenwünsche vorgehalten werden. Bereits kleine Fehler in der Lieferkette oder in der Lagerhaltung können die hochkomplexen Systeme lahmlegen. Um die Kosten zu senken, müssen Lagerhaltung und Logistik on demand funktionieren. RFID (Radio Frequency Identification) kann zum Beispiel Chemieunternehmen bei diesen Aufgaben unterstützen. So erleichtert RFID die Erfassung, Verfolgung und Kategorisierung der nahezu unüberschaubaren Anzahl von Behältern, Containern und Spezialbehältnissen, die in der Chemieindustrie zum Einsatz kommen. Eine Bestandsaufnahme kann mit RFID auf Knopfdruck tagesaktuell erstellt werden. Die Anbieter sind somit in der Lage, ihre Lager mit den Anfragen der Kunden zu synchronisieren. Zusätzlich kann das Unternehmen in Echtzeit den Zustand der Behälter überprüfen (Hitze, Kälte, Erschütterungen) und den Kunden jederzeit darüber informieren wo sich seine Ware gerade befindet.

Durchgängige Information
Ein RFID-Tag ist ein Microchip mit angeschlossener Antenne. Auf diesem Chip befinden sich die Informationen, die das Unternehmen zur Optimierung seiner Supply Chain benötigt (z. B. Inhalt des Containers oder Tanks, Eigenschaften der transportierten Chemikalien etc.). Der Chip passiert ein Lesegerät beim Verlassen des Auslieferungs- oder Produktionslagers und wird per Funk gescannt. Dadurch werden die Daten des Transportbehälters erfaßt. Bei der nächsten Station der Lieferkette wird der Chip wieder per Funk eingelesen, so daß die Informationen über jede einzelne Station der Lieferkette lückenlos überwacht werden können. Somit kann jederzeit festgestellt werden, wie lange ein Container von A nach B benötigt, mit welchem Füllstand er ankommt und welche Ware er beinhaltet. Für den problemlosen Ablauf des Prozesses werden drei Faktoren benötigt: RFID-Chips, RFID-Lesegeräte und die Implementierung dieser Informationslieferanten in die IT-Systemarchitektur, damit die Informationen reibungslos verarbeitet und ausgewertet werden können. So kann in Sekundenschnelle der komplette Status der Ladung eines Tankzuges, der in das Produktionsgelände einfährt, erfaßt werden. Dies ist die Vorgehensweise der passiven RFID-Chips. Aktive RFID-Chips haben eine kleine Batterie und senden ihre Daten aktiv an ein Lesegerät in ihrer Umgebung. Mittels RFID können valide Datensätze generiert werden, die Lieferungen on demand erlauben. Dadurch wird die terminliche und organisatorische Abstimmung mit Kunden und Lieferanten verbessert, was wiederum Produktionsstillstände, Liefer- und Bestandsengpässe verhindert.
Die RFID-Technologie hat das Anfangsstadium hinter sich gelassen. Partiell setzen Unternehmen die Funkchips bereits ein, bereichsübergreifende Anwendungen sind allerdings eher die Ausnahme. Doch Experten aller Branchen sind sich einig: Der Einsatz der RFID-Technologie birgt für Unternehmen großes Potential für mehr Effizienz und geringere Kosten. Allerdings müssen die Verantwortlichen die Risiken der Implementierung der Technologie in der Lieferkette abwägen. Eine fehlerhafte Umsetzung des Projektes kann schwere Folgen haben. Daher ist die Wahl des Sytemintegrators wichtig.

Systemintegrator finden
Umfassende Kenntnis der Technologie ist selbstverständlich. Der Lösungsanbieter muß zudem neben technologischer Expertise hervorragende Kenntnisse über die Branche, deren Besonderheiten und Geschäftsprozesse aufweisen können und gleichzeitig die Fähigkeit besitzen, sich mit den Zulieferern der RFID-Technologie, also den Chip- und Lesegeräteherstellern, im Sinne seines Kunden auf fachlich höchstem Niveau auseinanderzusetzen.
Udo Kroll, IBM

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