25. JUNI 2016

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Fortschritt in 3D


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CAD – Die digitale Produktentwicklung bietet viele Vorteile. Ein Mittelständler verbessert seine internationale Wettbewerbsfähigkeit schon seit zehn Jahren mithilfe von CAD- und PDM-Lösungen.

Die Elektror Airsystems GmbH in Ostfildern bei Stuttgart ist ein führender Anbieter von Radialventilatoren und Seitenkanalverdichtern für zahlreiche Branchen, von der Nahrungsmittelindustrie über die Umwelt- und Fördertechnik bis zur Druckindustrie. Das Unternehmen mit rund 200 Mitarbeitern ist spezialisiert auf die Fertigung von Kleinserien mit typischen Losgrößen von zwei bis zehn Stück, dazu kommen zahlreiche Varianten als Sonderanfertigung. Neben dem Hauptstandort Ostfildern gehören zum Unternehmen zwei Produktionswerke in Waghäusel bei Karlsruhe sowie in Polen.
Schon früh erkannte der Lüfterspezialist die Vorteile der Produktentwicklung mithilfe von CAD-Systemen. So installierten die Schwaben bereits 1999 für mehrere Konstrukteure komplett neue Arbeitsplätze mit der CAD-Lösung AutoCAD des US-amerikanischen Softwareherstellers Autodesk. Von Anfang an nutzte das Unternehmen die Konstruktionssoftware dabei parallel mit einer Produktdatenverwaltung, damals einer Lösung des Softwareherstellers Compass Systems aus Karlsfeld, die heute in Autodesks PDM-Lösung Productstream Professional aufgegangen ist. »Dieses Duett Compass und AutoCAD hatten wir lange Zeit im Einsatz«, erzählt Jörg Lange, IT-Leiter bei Elektror, und bestätigt: »Von Anfang an mit einer Datenverwaltung zu arbeiten, war damals eine vorausschauende Entscheidung.«

Vorteile durch 3D-Design

Recht früh wechselte das Unternehmen auch zur 3D-Konstruktion, weil sich mit einer solchen Lösung die vielen Guss-Konstruktionen und Formen leichter entwickeln lassen als mit der klassischen 2D-Konstruktion, erzählt Stefan Dieterich, Teamleiter Entwicklung bei Elektror: »Der Vorteil des 3D-Modells ist, dass wir die Daten direkt an den Modellbauer übergeben können. Das bietet uns die Sicherheit, dass unser Modell, das wir strömungs- und festigkeitstechnisch optimiert entwickelt haben, auch exakt so beim Modellbauer ausgeführt wird. Wir verwenden zwar mehr Zeit auf den Aufbau des Modells, sparen aber später bei der Übergabe der 3D-Daten an die Fertigung diese Zeit wieder ein.«
Nach einem kurzen Intermezzo mit dem 3D-System Mechanical Desktop wechselten die Ventilatorenbauer im Jahre 2003 zu Autodesk Inventor, erzählt Dieterich und stellt fest: »Inventor ist sehr viel benutzerfreundlicher, weil ich räumliche Bauteile, ihre Zuordnung in der Baugruppe, kundenspezifische Modifikationen im vorhandenen Bauraum visualisieren und überprüfen kann.«
Gleichzeitig ging die PDM-Lösung Compass damals von der reinen Zeichnungsverwaltung zur Projektverwaltung über und erfasste so neben den Zeichnungen auch alle zugehörigen Informationen, Freigaben, EMail-Korrespondenz und so weiter. Heute stellt Elektror seinen Kunden mithilfe von Productstream Professional vereinfachte 3D-Modelle im STEP-Format über das Internet zur Verfügung, die sich in die jeweiligen Konstruktionen einbauen lassen, um den Platzbedarf zu prüfen.
Vorteile bietet die 3D-Konstruktion mit Inventor auch bei der Realisierung spezieller Kundenwünsche. So ermöglicht es die Software, den Kunden vorab ein virtuelles Modell zu senden, das oft schon eine Abnahme ermöglicht. Umgekehrt ermöglichen es 3D-Daten des Auftraggebers, den vorhandenen Einbauraum optimal zu nutzen. Nicht zuletzt sind die Inventor-Modelle bei Elektror die Voraussetzung für Strömungsberechnungen durch externe Partner mit dem Ziel der Leistungsoptimierung und Geräuschminderung.
Eine zunehmend wichtige Rolle spiele bei Elektror derzeit auch die Klärung von Festigkeitsfragen mithilfe der Finite-Elemente-Methode, erzählt Dieterich. Als konstruktionsbegleitendes Werkzeug nutzen die Lüfterspezialisten dazu das FEM-Modul der Simulation Suite von Autodesk Inventor, von der zurzeit eine Lizenz im Einsatz ist. »Für die Zukunft haben wir jedoch zwei Netzwerk-Lizenzen geplant«, erzählt Dieterich und begründet: »Wir brauchen die Software zwar nicht jeden Tag, aber gerade unter dem Aspekt von Risiko- und Gefährdungsanalysen ist dieses Modul für uns sehr wichtig und nützlich. Ich schätze, dass wir durch die FEM etwa ein Viertel bis ein Drittel des Zeitaufwandes im Versuch einsparen.«
Dr. Philipp Grieb/bt

Ausgabe:
:K 02/2009
Unternehmen:
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