05. DEZEMBER 2016

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Alle Anforderungen erfüllt


C-Technik

CAD-Harmonisierung – Den Wildwuchs von CAD-Anwendungen im Unternehmen zu verhindern ist keine einfache Aufgabe. Im abteilungsübergreifenden Einsatz bietet eine einheitliche CAD-Struktur klare Vorteile.

Im Hause Hoesch Hohenlimburg aus Hagen, Hersteller von warm gewalztem Bandstahl, ist die konstruktive Betreuung der Anlagentechnik in die zwei Hauptbereiche Mittelbandstraße sowie Beize und Adjustage untergliedert. Anforderungsbedingt kamen in beiden Bereichen unterschiedliche CAD-Lösungen zum Einsatz. Die Anlagentechnik Mittelbandstraße setzte auf fünf Arbeitsplätzen AutoCAD Mechanical ein, während der Bereich Beize und Adjustage mit vier HP-Systemen, ME 10 für 2D und dem One Space Designer für 3D, konstruierte. Einzelne CAD-Systeme gab es noch in weiteren Abteilungen.

Im Rahmen einer Neuorganisation fasste das Unternehmen die Konstruktionsbereiche zusammen. Die gesamte Anlagentechnik wird seither zentral koordiniert.

Harmonisierung gefordert

»Es entstand die Forderung nach einer einheitlichen CAD-Lösung. Die Gründe waren offensichtlich: Der interne Datenaustausch und die Zusammenarbeit im Unternehmen innerhalb von Projekten sollte ohne Hindernisse möglich sein. Außerdem erwarteten die Verantwortlichen durch eine einheitliche Qualifikation der Mitarbeiter weniger Aufwand für die Ausbildung«, erläutert Jan Bernhofen, CAD-Administrator des Bereichs Anlagentechnik Mittelbandstraße. »Der Bereich Mittelbandstraße bestand damals auf eine Lösung, die den Zeichnungsstandard DWG unterstützt. Der vorhandene große Altdatenbestand im DWG-Format musste weiter verwendbar bleiben. Der Bereich Beize und Adjustage wollte dagegen keinesfalls auf die 3D-Konstruktion verzichten, die man als großen Fortschritt ansah.«

Die Anwender aller Bereiche wurden in das Auswahlverfahren der neuen CAD-Lösung mit einbezogen. Das Auswahlteam nahm die vorhandenen Systeme und passende Alternativen unter die Lupe. Auf Basis der beiden Vorbedingungen verkleinerte sich der Kreis der Anbieter rasch und die Konstrukteure favorisierten schnell die Lösung Autodesk Inventor, die diese Anforderungen am besten erfüllte. Schließlich fiel die Entscheidung zugunsten der Autodesk-Software, zumal der Hersteller zum Zeitpunkt der Einbindung in der Version Inventor 2008 mit der neuen Funktionalität DWG TrueConnect die DWG-Kompatibilität entscheidend verbesserte und damit genau die Anforderungen der Hohenlimburger erfüllte. Mit DWG TrueConnect speichert der Inventor-Anwender Zeichnungsansichten direkt in DWG-Dateien. Die Assoziativität der Ansichten mit dem 3D-Modell bleibt dabei vollständig erhalten. Der Konstrukteur öffnet DWG-Dateien in Inventor direkt, beispielsweise um durch Zoomen Details herauszulesen oder mit Copy und Paste eine Profilgeometrie in eine Skizze zu übernehmen, und daraus eine neue 3D-Geometrie zu erzeugen.

Umstellung mit CIDEON Systems

Nachdem die Entscheidung für die Autodesk-Produkte gefallen war, wurden beim Autodesk-Partner Cideon Systems zehn Lizenzen der AutoCAD Inventor Professional Suite bestellt. Mit der Rohrleitungskonstruktion, FEM-Software und der dynamischen Simulation enthält das Paket leistungsfähige Erweiterungen gegenüber der Standardversion. Diese Neuorientierung fand im Jahr 2007 statt. Cideon Systems begleitete in den folgenden Monaten die Planung und Durchführung der Umstellung auf Inventor. Im Zuge der Umstellung wurden die Mitarbeiter in Grundschulungen und ein Jahr später in Aufbauschulungen trainiert.

Die Leitung der Anlagentechnik erkannte, dass eine koordinierte Planung und Systemeinführung notwendig waren, damit nicht jeder Anwender sein System individuell konfiguriert. Zu dieser Zeit übernahm Jan Bernhofen die Aufgabe des CAD-Administrators für den Bereich Anlagentechnik Mittelbandstraße. Neben Bernhofen wurde Markus Malms mit der Aufgabe der CAD-Betreuung für den Bereich Beize und Adjustage betraut. Im Interesse einer effektiven Zusammenarbeit mussten innerhalb der Konstruktion eine Reihe von Regeln und Standards sowie eine einheitliche Vorgehensweise eingeführt werden. Die CAD-Verantwortlichen entwickelten deshalb gemeinsam mit Cideon Systems ein Konstruktionshandbuch, in dem sie alle firmenspezifischen Regeln und Standards festhielten. Diese Regeln sind heute verpflichtend für alle Konstrukteure im Hause und gelten ebenso für externe Dienstleister. Des Weiteren wurde mit Cideon Systems eine Hotline-Unterstützung vereinbart, um kompetenten Rat bei Fragen und komplexen Problemstellungen zu bekommen. Das Systemhaus unterstützte außerdem bei der Migration der ME-10-2D-Zeichnungen und konvertierte mehrere Tausend Zeichnungen in das DWG-Format.

»Die Funktionen, die wir für die tägliche Arbeit brauchen, beherrschen wir inzwischen gut. Natürlich gibt es Unterschiede bei den Anwendern: gewissermaßen AutoCAD-Mechanical-Profis und Inventor-Profis. Die Kollegen, die bereits Erfahrung in der 3D-Konstruktion mit HP ME 10 gesammelt hatten, haben sich sehr schnell an Inventor gewöhnt. Die Inventor-Bedienung erwies sich als sehr intuitiv und für Konstrukteure mit Vorkenntnissen der 3D-Konstruktion leicht zu erlernen. Wir erwarten auch von der Umstellung auf die neue Version Inventor 2010 noch weitere Vorteile in der Bedienung«, erklärt Jan Bernhofen.
Das nächste Projekt ist die Implementierung einer PDM-Lösung, da Hoesch Hohenlimburg demnächst seine Daten in einem SAP-System verwalten will.

Dr. Philipp Grieb/csc

Ausgabe:
:K 06/2010
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