22. NOVEMBER 2017

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Inbegriff der Digitalisierung


Branchentreff EMO

Dr. Wolfgang Heuring – Im Siemens-Werk in Bad Neustadt hat die Digitalisierung schon Einzug gehalten. Der CEO der Business Unit Motion Control erklärt, wie sie funktioniert und was für Vorteile sich vor allem für die Werkzeugmaschine ergeben.
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Herr Dr. Heuring, was ist im Gefüge von Siemens das Besondere am Werk Bad Neustadt?

Dieses Werk ist das Hauptwerk für Servomotoren bei Siemens. Das Werk hat eine jahrzehntelange Historie. Alle Innovationen bei den hier gefertigten Motoren entstehen auch hier: Das beinhaltet die Entwicklung und das Design der Produkte, der Fertigungsprozesse und der Fertigungsmittel. Wir sind auch sehr aktiv bei der Optimierung der Fertigungsprozesse mit unseren eingesetzten Werkzeugmaschinen. Dazu geben wir unsere Spezifikationen an die Werkzeugmaschinenhersteller weiter und optimieren so in enger Zusammenarbeit mit ihnen unsere Fertigungsprozesse. Einzelne Maschinen für unsere automatisierte Montage bauen wir auch selbst, so dass wir nicht nur Kompetenz in der Anwendung von Werkzeugmaschinen haben, sondern auch im Sondermaschinenbau für die Fertigung. Hier im Werk produzieren rund 1.600 Mitarbeiter fast 700.000 Motoren pro Jahr, in einer Bandbreite von 30.000 unterschiedlichen Varianten. Wir können nahezu alle kundenspezifischen Wünsche erfüllen.

Welchen Stellenwert spielt dabei die von Ihnen intensiv propagierte Digitalisierung?


Der so genannte digitale Zwilling einer Komponente und der digitale Zwilling der Maschine, auf dem diese gefertigt wird, sind die Grundlage für jegliche Entwicklung in unserem Hause. Dank der Digitalisierung sind wir in der Lage, die meisten Prozesse im Voraus zu simulieren, bis in die einzelnen Fertigungsstufen.

Im Zeichen der nahenden EMO möchte ich anmerken, dass für mich in dem Gesamtthema Digitalisierung in der diskreten Fertigung die Werkzeugmaschine (WZM) eines der spannendsten Themen ist. Im WZM-Umfeld sind die Anforderungen an die Digitalisierungstechnologien am größten, weil neben der klassischen einfachen Bewegungsführung die komplexe Interpolation von Bewegung und Werkzeug über verschiedene Achsen hinzukommt. Die anspruchsvollen Motion-Control-Aufgaben in der WZM sowie in den vor- und nachgelagerten Prozessen sind immer eine schöne Herausforderung, bieten aber gleichzeitig die größten Potenziale durch Digitalisierung. Nirgendwo ist die Durchgängigkeit von Engineering, Produkt- und Prozessdesign so anspruchsvoll und divers. Darum ist für mich die Digitalisierung der Werkzeugmaschine, die als Königin unter den Maschinen gilt, und ihres Umfelds vor, an und in der Maschine Inbegriff der Digitalisierung für die Industrie.


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Ausgabe:
:K 06/2017
Unternehmen:
Bilder:
Siemens

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