22. NOVEMBER 2017

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Daten für CAD


Ein Stuttgarter Fraunhofer-Institut erschließt ungenutzte Maschinendaten. Verknüpft mit einem CAD-Modell, lassen sich Statusinformationen der Maschine einfach abrufen. Jetzt sucht das Institut Partner für Test und Weiterentwicklung der Software.

Über Steuerungen erzeugen Maschinen immer mehr Daten – die jedoch schwierig auszuwerten sind und deshalb oft brachliegen. Das Fraunhofer-Institut IPA hat deswegen die Software InsideOut entwickelt, die Maschinendaten kontextbezogen visualisiert. Dadurch können Mitarbeiter in der Produktion benötigte Maschinendaten wie Temperatur oder Füllstand echtzeitnah abrufen oder Fehlermeldungen und Messwerte lesen. Viele nützliche Maschinendaten würden nicht genutzt, da sie sich schwer verarbeiten lassen, so die Beobachtung der Stuttgarter Forscher. Für die Software sucht das IPA derzeit Kooperationspartner aus der Industrie.
"Die meisten Firmen lesen sie gar nicht erst aus. Falls doch, landen sie meistens in Excel-Listen oder auf einem Server im Keller", bemängelt Jonas Gutjahr, Wissenschaftler am Fraunhofer IPA. Der Grund dafür sei, dass man Expertenwissen benötigt, um das komplexe Protokoll aus der Maschinensteuerung zu verstehen. "Ein Nicht-Steuerungstechniker erkennt zum Beispiel gar nicht, auf welche Maschinenkomponente sich die Daten beziehen", so Gutjahr.
Abhilfe soll ein Tool namens "InsideOut" schaffen, das Maschinendaten kontextbezogen darstellt. Hierfür greift ein am IPA entwickelter hochperformanter Konnektor die Daten aus der Maschinensteuerung ab und stellt sie der Anwendung direkt oder über eine Cloud zur Verfügung. Im nächsten Schritt verknüpft das Tool die Steuerungsdaten mit dem CAD-Modell. Der Betrachter sieht ein animiertes Maschinenmodell, das sich echtzeitnah bewegt. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Live-Stream ist es dem Nutzer aber möglich, mit der Applikation zu interagieren und Zusatzinformationen abzurufen.
"Bei einem 3D-Drucker kann man zum Beispiel auf das Heizbett klicken und sich die Temperatur anzeigen lassen. Das gleiche gilt für den Füllstand oder die Koordinaten des Druckkopfs", erläutert Gutjahr. Auf diese Weise können Mitarbeiter, die von Steuerungstechnik wenig verstehen, die komplexen Maschinendaten interpretieren. Zu jeder Maschinenkomponente können relevante Informationen wie Anleitungen, Texte oder Bilder eingefügt werden. Dargestellt wird das virtuelle Maschinenmodell auf einem beliebigen Endgerät wie einem Touchmonitor oder einem Smartphone. Derzeit arbeiten die Wissenschaftler daran, die Software InsideOut an die Augmented-Reality-Brille "HoloLens" von Microsoft anzubinden. "Dann kann der Träger auf die reale Maschine klicken und sich die Daten im Sichtfeld anzeigen lassen", so Gutjahr.

Datum:
06.11.2017
Unternehmen:
Bilder:
FhG IPA



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