35 µm Fokusdurchmesser für filigrane Bauteile

DMG Mori erweitert sein Portfolio im Bereich Pulverbettverfahren mit der Lasertec 12 SLM. Sie ermöglicht die präzise Fertigung besonders dünnwandiger Bauteile.

26. November 2018
35 µm Fokusdurchmesser für filigrane Bauteile
Ein minimaler Fokusdurchmesser von 35µm über das gesamte Baufeld erlaubt den hochgenauen Aufbau kleinster Wandstärken. (Bild: DMG Mori)

Mit Fokus auf Präzision im Pulverbettverfahren hat DMG Mori die neue Lasertec 12 SLM entwickelt. Ein minimaler Fokusdurchmesser von 35 µm über das gesamte Baufeld erlaubt den hochgenauen Aufbau kleinster Wandstärken. Durch das integrierte direkte Messsystem mit einer Auflösung von weniger als 1 µm lassen sich präzise und wiederholbar kleinste Schichtstärken aufbauen. Eine integrierte Siebstation verhindert unmittelbar vor Eindringung des Pulvers, dass größere Partikel und Agglomerate in den Bauraum gelangen. Die Einbringung des Pulvers in den Bauprozess erfolgt sicher unter Schutzgasatmosphäre.

Trotz der Spezialisierung und Optimierung auf den hochpräzisen Aufbau von filigranen Strukturen konnte DMG Mori ein Bauvolumen von 125 × 125 × 200 mm realisieren. Die ergonomische Gestaltung der Maschine im Stealth Design spiegelt das wider, was der Anbieter seit vielen Jahren kontinuierlich verfolgt und optimiert. Durch eine optimale Zugänglichkeit wichtiger Elemente ist die Arbeit an der Maschine leicht und effizient. Die Lasertec 12 SLM basiert auf derselben Maschinenplattform wie die Lasertec 30 SLM 2nd Generation, so dass die Neuentwicklung einerseits ebenso robust ist und andererseits sowohl zum konventionellen rePLUG als auch zum rePLUG reSEARCH kompatibel bleibt. Der schnelle Materialwechsel von unter zwei Stunden steigert die Produktivität der Maschine erheblich.

Das rePLUG reSEARCH hat DMG Mori speziell für die Materialentwicklung konzipiert. Anders als beim konventionellen rePLUG gibt es anstelle des großen Pulvertanks mit geschlossenem Pulverkreislauf eine flaschenbasierte Pulverzuführung für wesentlich kleinere Materialmengen. Auf diese Weise wird eine einfache Reinigung des Systems sichergestellt, was insbesondere bei Versuchen mit einer Vielzahl von Materialien erhebliche Zeitvorteile bringt und auch das Querkontaminationsrisiko auf ein Minimum reduziert. Überschüssiges Pulver wird ebenfalls in einer Flasche aufgefangen und kann anschließend für die erneute Verwendung extern gesiebt werden.

Celos und Optomet als innovative und durchgängige Softwarelösung

Als durchgängige Softwarelösung für die CAM-Programmierung und Maschinensteuerung rundet Celos die Prozessketten mit der Lasertec SLM Baureihe ab. Durch die abgestimmte und einheitliche Bedienoberfläche lassen sich geometrisch hochkomplexe Bauteile mit einem minimalen Zeitaufwand extern programmieren und an der Maschine übernehmen. Dank des effizienten Informationsflusses und der intuitiven Bedienung garantiert Celos somit optimale Abläufe in der Vor- und Nachbearbeitung additiv gefertigter Bauteile. Folglich ermöglicht auch die Lasertec 12 SLM mit ihrem offenen System eine individuelle Anpassung aller Maschineneinstellungen und Prozessparameter, bis hin zu einer uneingeschränkten Wahl des Materialherstellers.

Für die Steuerung der Prozessparameter im Pulverbettverfahren hat DMG Mori in Kooperation mit Intech die Software Optomet entwickelt. Sie verfügt über sich selbst anpassende und lernende Algorithmen, die alle erforderlichen Parameter für den SLM-Prozess vorab innerhalb von Minuten kalkuliert. Dadurch lassen sich Schichtstärken frei berechnen, was einen schnelleren und produktiveren Aufbau ermöglicht. Optomet verfügt über eine Materialdatenbank, die es Anwendern erlaubt Material von allen Herstellern zu nutzen, ohne dieses vorher zu testen. Das offene System lässt eine selbstständige Erweiterung dieser Datenbank durch eigene Experimente zu. Die Software ist auch in der Lage, Parameter so anzupassen, dass Materialeigenschaften wie Härte, Porosität und Elastizität verändert oder optimiert werden können.