Protolabs startet 3D-Druck mit Polypropylen

Protolabs führt einen neuen 3D-Druck-Service mit Polypropylen in Europa ein. Der neue Werkstoff erlaubt, Prototypen – auch mit komplexen Geometrien – in kurzer Zeit zu entwickeln und zu testen.

21. Oktober 2019
Protolabs startet 3D-Druck mit Polypropylen
Gehäuse aus Polypropylen mit einem flexiblen Scharnier. (Bild: Protolabs)

Polypropylen ist einer der meistverwendeten Kunststoffe und wird in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt. Bis vor kurzem konnte man nur 3D-gedruckte Polypropylen-ähnliche Werkstoffe verwenden, die diesen Kunststoff imitierten. Sie besitzen jedoch nicht genau die gleichen Eigenschaften und sind nicht so langlebig. „Jetzt, da es uns möglich ist, Prototypen aus Polypropylen kostengünstig herzustellen, können Konstrukteure diese in einer Anwendung mit demselben Werkstoff testen, der auch bei der Fertigung zum Einsatz kommt. Anschließend können sie das Produktdesign schnell optimieren und erneut testen, bis sie die perfekte Lösung gefunden haben. Dieser Durchbruch beim vielseitigsten aller Kunststoffe bringt die Produktentwicklung auf eine ganz neue Ebene,“ erklärt Andrea Landoni, Produkt-Manager bei Protolabs in der Sparte 3D-Druck.

Der 3D-Druck von Polypropylen erschließt außerdem eine ganze Palette an Designoptionen mit komplexen Geometrien, die vorher mittels Spritzguss oder CNC-Bearbeitung nicht realisierbar waren, etwa Wabenstrukturen zur Gewichtsreduzierung oder organische Formen wie Innenkanäle.

Polypropylen für die Automobilindustrie

„Es gibt einen echten Trend hin zu mehr Kunststoff in modernen Fahrzeugen, da Hersteller zunehmend leichtere Materialien verwenden, um die Kraftstoffeffizienz zu verbessern. Polypropylen macht 32 Prozent des in einem Auto verbauten Kunststoffs aus. Der Thermoplast lässt sich leicht in jede beliebige Form bringen und besitzt eine hervorragende Langlebigkeit, Robustheit sowie Medien- und Hitzebeständigkeit“, so Landoni weiter.

Protolabs bietet außerdem eine bedarfsorientierte Fertigung mittels Bridge-Tooling für das Spritzgießen an, während der Hersteller auf seine Formen für die Serienproduktion wartet.

„In einer Zeit, in der es auf kurze Produkteinführungszeiten ankommt, kann Protolabs die Vorlaufzeit für ein neues Produkt oder Teil vom ersten Entwurf bis hin zur Endfertigung reduzieren“, sagt Landoni abschließend. „Mit diesem neuen Service können wir Herstellern helfen, neue Produkte und Teile aus Polypropylen um Wochen oder sogar Monate schneller auf den Markt zu bringen als zuvor.“

Oft ist es jedoch die beste Lösung für einen Hersteller, Polypropylenteile mit dem Spritzgussverfahren oder mittels CNC-Bearbeitung herzustellen. Da Protolabs alle drei Technologien zur Verfügung stehen, kann das Unternehmen Herstellern über den gesamten Produktentwicklungszyklus hinweg unterstützen. Vom ersten Prototypen bis hin zur Tauglichkeitsprüfung des endgültigen Designs für die Serienproduktion mithilfe der Machbarkeitsanalyse-Software, die für den Spritzguss- und den CNC-Service verfügbar ist.