3D-Druck: Selber machen oder kaufen?

Eigenes 3D-Druck-Equipment anschaffen oder besser 3D-Druck-Dienstleister nutzen? Was unter welchen Voraussetzungen günstig ist, wird im Forum Additive Lohnfertigung am 26. Juni 2019 zur Rapidtech + Fabcon 3D in Erfurt diskutiert.

20. Mai 2019
3D-Druck: Selber machen oder kaufen?
Das Messeduo Rapidtech + Fabcon 3D erwartet zur 16. Auflage vom 25. bis 27. Juni 2019 wiederum über 200 Aussteller aus dem In- und Ausland sowie mehr als 5.000 internationale Fachbesucher und Kongressteilnehmer. (Bild: Messe Erfurt)

Die Vorteile des Additive Manufacturing (AM) sind in der Industrie mittlerweile bekannt. Nahezu unbegrenzte Designfreiheit sowie die Umsetzung höchst komplexer Formen und Funktionen, die mit herkömmlichen Verfahren kaum oder nur mit viel Aufwand erreicht werden können, sprechen für sich. Andererseits ist ohne Wissen und Erfahrung der Einstieg mit vielen Stolpersteinen gepflastert. »Mit dem Kauf eines 3D-Druckers ist es nicht getan. Es braucht umfassendes Verständnis aller Prozesse und Prozessschritte – von der Ideenfindung über die AM-gerechte Konstruktion und die prozessspezifische Datenaufbereitung, ebenso zu den verschiedenen Materialien und Fertigungstechnologien bis hin zur mechanischen und thermischen Nacharbeit. Zunehmend bauen sich additive Lohnfertiger diese Kompetenzen auf, verfügen über einen Know-how-Vorsprung und stehen als Dienstleister mit ihrer Expertise sowohl Einsteigern als auch bereits erfahrenen Kunden zur Seite«, sagt Dr. Eric Klemp, Geschäftsführer der Voestalpine Additive Manufacturing Center GmbH Düsseldorf.

Ob aus Einsteigern AM-Profis werden, die weiterhin zusätzlich externe 3D-Druck-Anbieter nutzen oder die auf Inhouse-Expertise mit eigenem Maschinenpark setzen, hängt von der jeweiligen Unternehmensausrichtung, dem Produktportfolio sowie von der Motivation, dem Wissen und dem Können des Managements und der Mitarbeiter ab. »Kunden, die weiter auf Dienstleister bauen, zahlen nur für qualitativ einwandfreie Teile, haben keine Investitions- und Anlaufkosten und damit ein überschaubares Risiko. Andererseits kann es durchaus Sinn machen, insbesondere bei steigenden Volumina, eine eigene additive Produktionskette aufzubauen«, so der AM-Experte. Wann sich welcher Weg lohnt, darauf gibt das Forum Additive Lohnfertigung zur Rapidtech + Fabcon 3D am 26. Juni 2019 Antworten. »Wir zeigen in den Vorträgen mögliche Vorgehensweisen anhand konkreter Beispiele auf und werden bei der Entscheidungsfindung zwischen ‚Make or Buy‘ unterstützen«, benennt Dr. Klemp das Ziel des Forums, dessen inhaltliche Ausrichtung er verantwortet.

Die Referenten kommen von erfahrenen deutschen und österreichischen AM-Lohnfertigern wie Fit, Fuchshofer Advanced Manufacturing, Jell, MBFZ Toolcraft, Dye Mansion, Parare und 3Yourmind. Sie zeigen auf, welch tiefgreifendes Umdenken additive Verfahren an jeder Stelle der Produktionskette im Vergleich zu konventionellen Verfahren erfordern, um sie erfolgreich einzusetzen. Weitere Vorträge stellen die Prozess- und Kostenoptimierung durch additive Fertigung, die Prozessqualifizierung und Zertifizierung nach dem Luftfahrtstandard Nadcap, ein effizientes Datenmanagement über die gesamte AM-Fertigungskette sowie die High-end-Fertigung von Bauteilen mittels Finish und Farbe in den Vordergrund. Neu im Kreis der AM-Lohnfertiger ist DB Schenker. Das Logistikunternehmen hat ein digitales Geschäftsmodell für den 3D-Druck entwickelt und präsentiert es im Forum.

Insgesamt 14 fachbezogene Foren

Das Forum Additive Lohnfertigung ist eines von insgesamt 14 branchen- bzw. fachbezogenen Foren im Kongressprogramm der Rapidtech + Fabcon 3D. Erstmals auf der Agenda stehen die Themen Software & Prozesse, Kunststoff sowie Normung & Arbeitsschutz. Daneben gehören die bewährten Foren Automobil, Luftfahrt, Medizin-, Zahn- und Orthopädietechnik, 3D-gedruckte Elektronik & Funktionalität, Werkzeug-, Formen- & Vorrichtungsbau, Metall, Konstruktion und Recht, eine Veranstaltung der Fraunhofer-Allianz Generativ sowie das zweitägige Forum AM Science erneut zum Programm. Insgesamt werden in mehr als 100 Vorträgen an den drei Kongresstagen die neuesten Entwicklungen, Trends und Ergebnisse zu additiven Technologien und Anwendungen aus Theorie und Praxis vorgestellt.

Zum Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie zur Kontaktanbahnung bzw. –pflege tragen ebenso die 3D Printing Conference sowie die neu strukturierten Präsentationsflächen und Netzwerkangebote in der Ausstellung bei.

Rapidtech + Fabcon 3D erwarten zur 16. Auflage vom 25. bis 27. Juni 2019 wiederum über 200 Aussteller aus dem In- und Ausland sowie mehr als 5.000 internationale Fachbesucher und Kongressteilnehmer.