3D-Druck wird flexibel

Bisher sind im 3D-Druck hergestellte Objekte nicht verformbar, sofern sie nicht aus Elastomeren produziert werden. Forscher der Universität des Saarlandes stellen auf der CeBIT Druckobjekte vor, die sich nachträglich durch Erwärmung verformen lassen.

21. März 2017

Forscher der Universität des Saarlandes stellen auf der CeBIT (Halle 6, Stand E28) ein Verfahren namens Hotflex vor, mit dem sich erstmals Objekte herstellen lassen, die nach dem 3D-Druck noch verformbar sind. dafür wird das Objekt aus mehreren Schichten aufgebaut, in dessen Mitte sich ein Heizelement befindet. Der ist angeschlossen an einen Controller auf Basis des Arduino. Die Heizschicht ist umgeben von einem biologisch abbaubaren Kunststoff, der bei Erwärmung auf knapp 60 °C verformbar wird. Zur Ummantelung und als Schutzschicht ist dieses Material von einem verformbaren Kunststoff umgeben. Erfolgt eine durch den Controller gesteuerte Erwärmung, lässt sich das Material von Hand verformen.

Entwickelt hat das Material Daniel Gröger, der am Informatik-Exzellenzcluster der Universität des Saarlandes promoviert, zusammen mit Jürgen Steimle, Professor für Mensch-Maschine-Interaktion an der Saar-Uni. Das Material lässt sich nicht nur durch Druck in seiner Form verändern. Mit Hilfe der Elemente können 3D-Objekte auf Berührungen reagieren oder Informationen anzeigen. Dies haben die Forscher bewiesen, indem sie Prototypen wie einen verstellbaren Armreif, eine sich auf Klopfzeichen öffnende Schmuckschatulle und eine Computermaus mit anpassbarer Auflagefläche gedruckt haben. „Unsere flexiblen Heizstrukturen integrieren wir während des Druckers per Hand“, sagt Gröger und fügt hinzu, „aber bald wird das auch automatisch funktionieren.“

Das Hotflex-Verfahren fügt sich ein in die Vision der Saarländer, IT-Geräte zu entwickeln, mit denen man arbeiten kann, ohne das Gefühl zu haben, einen Computer in der Hand zu haben. „Das ist eine völlig neue Art des Modellierens. Sie klicken nicht mehr in Ihrem digitalen 3D-Modell herum, sondern arbeiten mit Ihren eigenen Händen und erhalten so eine ganz andere Art von Rückmeldung. Gleichzeitig verringern Sie so die Anzahl der Iterationen, verschwenden so weniger Material und Zeit“, erklärt Professor Jürgen Steimle.