50.000 Flaschen pro Stunde

Motion Control - 50.000 Flaschen pro Stunde, Systemflexibilität zur Verpackung verschiedener Paketgrößen bei unerreichter Verfügbarkeit der Maschinen. Zum Paradestück der Mechatronik wurde diese Anlage durch den voll synchronisierten Mehrachsen-Motion-Controller.

09. November 2006

Die Flaschen werden in zufälliger Anordnung über ein Förderband zugeführt, in gleichen Abständen angeordnet, ausgerichtet und anschließend in Einheiten von 20 Stück in vollständiger Synchronisation auf den Verpackungstisch transportiert. Diese komplexe Aufgabe wird von einem 2-Achsen-Arm ausgeführt, der von zwei 850-W-Servoantrieben bewegt wird, die über eine Cambox-Funktion synchronisiert sind. Um Zusammenstöße bei einem Nothalt zu vermeiden, sind an die Motoren Absolutwert-Drehgeber angeschlossen. Über eine dritte Achse, die von einem 850-W-Servomotor angetrieben wird und mit dem Flaschenträger synchronisiert ist, wird unter den verpackten Flaschen Bandpappe zugeführt. Eine vierte Achse, die von einem 2.9-kW-Motor angetrieben wird, rollt die Verpackungsfolie über den Flaschen ab und führt eine Cambox-Funktion aus. Zuletzt schneidet eine fünfte Achse, die von einem 850-W-Motor angetrieben wird, die Folie unter Verwendung einer Movelink-Funktion ab. Alle Achsen sind als Slaves mit dem Master-Förderband verbunden, das von einem 2.900-W-Motor angetrieben wird.

Bewegungssteuerungssystem

Die vollständig integrierte Plattform von Trajexia wurde ausgewählt, um den gesamten Verpackungsprozess abzuwickeln. Die Motion-Controller-Baugruppe ›TJ1‹, mit der alle sechs Achsen über den Mechatrolink-II-Servobus angetrieben wurden, führt alle komplexen Bewegungsabläufe über einfache und intuitive Bewegungssteuerungs-Grundbefehle aus, z.B. Cambox-, Movelink und Connect-Befehle. Die Aufgaben für das Maschinen-Management, die Sicherheitsverriegelungen und die Bedienerschnittstelle werden von einer CJ1-SPS und einem NS8-Terminal ausgeführt. Der Einsatz elektronischer Synchronisation erlaubte eine enorme Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der Maschinen, um die Kundenanforderungen nach verschiedenen Verpackungsgrößen und Produktionsraten erfüllen zu können. Dieses System ist kompakter und dank transparenter Kommunikationen bis hinunter zur Servo-Ebene einfacher zu warten. Die klare Trennung zwischen den Aufgaben zur Bewegungs- und Ablaufsteuerung erlaubt dem Maschinenbauer eine größere Flexibilität bei der Verwendung anderer SPS-Marken, wenn dies vom Endkunden gewünscht wird. Dank der einfachen Bedienbarkeit und dem Plug-& Work-Konzept der Trajexia-Plattform wurde die neue Produktionsstraße termingerecht in Betrieb genommen.

Bernd Markowski, Omron Electronics

Erschienen in Ausgabe: 08/2006