Additiv in groß

Siemens hat eine erste additive Produktionsmaschine der Berliner Gefertec in Betrieb genommen. Die auf der diesjährigen EMO erstmals vorgestellte GTarc produziert Teile mit einem Volumen von bis zu drei Kubikmeter.

27. Oktober 2017

Siemens hat eine GTarc-Maschine von der Berliner Gefertec in seinem Elektromotorenwerk in Bad Neustadt an der Saale in Betrieb genommen. Die Maschine soll zukünftig bei der Herstellung von Prototypen sowie bei der Reparatur von Werkzeugen und Formeinsätzen im Werkzeugbau verwendet werden. Außerdem ist beabsichtigt, die Maschine zur Produktion von Teilen zu verwenden, die sich nur additiv herstellen lassen. Das Werk in Bad Neustadt fungiert bei Siemens als Vorreiter für Digitalisierung in der Metallverarbeitung.

Gefertec hatte die GTarc zur vergangenen EMO im September 2017 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Maschine arbeitet nach einem "3DMP" (3D Metal Print) genannten Verfahren, bei dem die Schichten raupenförmig von einem Draht aufgeschmolzen werden. So entstehen relativ schnell endkonturnahe Rohlinge, die durch konventionelle Verfahren endbearbeitet werden. Das Verfahren ermöglicht die Produktion großer Objekte mit eiern Aufbaurate von derzeit bis 600 cm3 pro Stunde. Daneben entfällt die aufwendige Handhabung des Pulvers, und es lassen sich einfache Standardwerkstoffe wie Stahl, Nickelbasis, Titan und Aluminium verwenden.

Siemens arbeitet seit 2015 mit dem Unternehmen zusammen und unterstützt Gefertec mit Know-how im Bereich Maschinenautomatisierung und PLM-Software. Zuvor hatte schon die Fit AG als Spezialist für additive Auftragsfertigung in eine GTarc investiert. „Mit der Vorzeigefabrik für Digitalisierung in der Metallbearbeitung in Bad Neustadt will Siemens das Wissen und die Erfahrungen zu Digitalisierung mit seinen Kunden aus der Werkzeugmaschinenindustrie teilen. Der Einsatz von Additive Manufacturing ist ein wichtiger Pfeiler der Digitalisierungsstrategie des Werkes und zeigt die vielfältigen Möglichkeiten, die uns diese innovative Technologie im täglichen Fertigungsbetrieb bietet“, so Dr. Karsten Heuser, Leiter des Kompetenzzentrums Additive Manufacturing für die Digital Factory bei Siemens, und fährt fort: „Die enge Zusammenarbeit zwischen Siemens und Gefertec ist ein hervorragender Weg, derartige Additive-Manufacturing-Lösungen gemeinsam zu industrialisieren, um sie in unsere reale Produktionswelt zu integrieren und einzusetzen.“