Additiv in XXL

Das Aachener Zentrum für 3D-Druck hat die weltweit größte SLM-Anlage in Betrieb genommen. Die Forscher wollen jetzt herausfinden, wie man die additive Herstellung großer Metallteile beschleunigen und verbessern kann.

27. Juni 2017

Das Aachener Zentrum für 3D-Druck hat am 1. Juni mit der "XLine 2000R" von Concept Laser die weltweit größte Anlage für Laserstrahlschmelzen offiziell in Betrieb genommen. Das Aachener Zentrum wird gemeinschaftlich betrieben von der FH Aachen und dem Aachener Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT. Die Anlage spielt eine zentrale Rolle im Forschungsprojekt "SLM-XL", das die Herstellung großer Teile per SLM beleuchten und verbessern soll. Die XLine 2000R hat einen Bauraum von 800 x 400 x 500 mm³, in dem Metallbauteile mit einem Volumen von bis zu 160 l herstellen kann.

Bei dem dreijährigen Projekt arbeiten einige kleine und mittelständische Unternehmen aus der Region mit. Die SLM-Anlage soll zum einen dazu dienen, großvolumige Funktionsprototypen für die Automobilindustrie und andere Branchen herzustellen. Zum anderen will das Projektteam große Werkzeuge herstellen, die sich mit anderen Verfahren schwer oder gar nicht produzieren lassen.

Neben der Forschungsarbeit stellt das Zentrum für 3D-Druck die Anlage auch Unternehmen für die Teileproduktion zur Verfügung. Sebastian Bremen, Teamleiter SLM Produktivität am Fraunhofer ILT: "Die neue gemeinsame SLM-Anlage bietet kleinen und mittleren Unternehmen die Chance, eigene Additiv-Projekte im XXL-Format auf einer Anlage für zwei Millionen Euro zu realisieren, die sie sich in der Regel nicht selbst anschaffen können. Damit erhalten auch KMU dank des Aachener Zentrums für 3D-Druck den Zugang zu einer Technologie, die sie wettbewerbsfähiger und innovativer machen kann. Zudem ist diese Anlage ein weiterer wichtiger Schritt zur Etablierung der gemeinsamen Forschungsgruppe zwischen Fraunhofer ILT und der FH Aachen."