Aggregate dezentral betreiben

Funktionsmodule – Obwohl Schaltschränke als Nervensystem aller Maschinen und Anlagen gelten, sieht es dort oft abenteuerlich aus. Undurchdringlicher Kabelsalat und wirre Verdrahtungen sind auch in Schaltschränken moderner Maschinen noch häufig anzutreffen. Dank der cleveren Funktionsmodule von LQ lassen sich Aggregate jedoch auch ganz ohne Schaltschrankanschluss betreiben – die Module übernehmen die Steuerung im Schaltschrank und am Aggregat.

19. März 2019
Aggregate  dezentral betreiben
Die von LQ entwickelten Steuerungsmodule der A-TEC-Reihe bündeln viele Einzelfunktionen für Schaltschränke im Maschinenbau. (Bild: LQ)

Die zeitintensive Kleinarbeit rund um den Schaltschrankbau ist aufwendig. »Wer konventionell einzelne Adern verdrahtet, braucht dafür viel Geduld und Fachwissen: Es gilt, Adern abzuisolieren, Aderendhülsen aufzucrimpen und die einzelnen Adern auf Reihenklemmen aufzulegen. Der Aufwand ist immens, erfordert elektrotechnisch geschultes Fachpersonal und ist zudem fehleranfällig«, beschreibt André Kokot, Leiter der Steuerungstechnik bei LQ Mechatronik-Systeme, die Situation und ergänzt: »Viel einfacher ist es, einzelne Bauteile zu funktionalen Baugruppen zusammenzufassen und dort zu montieren, wo es für die Maschinentopologie am sinnvollsten ist.«

Erfahrungen aus der Praxis bestätigen: Nicht nur die Installation selbst wird einfacher, auch die Prozesssicherheit steigt und die Montagezeit sinkt auf ein Minimum.

Bei den A-TEC-Funktionsmodulen von LQ Mechatronik-Systeme handelt es sich um solche kompakten Einheiten, die diverse Funktionen, entweder im Schaltschrank oder direkt am Motor oder Aggregat übernehmen. Ob Motoransteuerung, Energieverteiler oder Spannungswandler – Ziel ist es, dass die Stücklisten kürzer und die Schaltpläne übersichtlicher werden. Von der Planung über den Einkauf, die Logistik, die Fertigung und die Montage bis zur Inbetriebnahme ziehen sich die Vorteile eines durchgängigen Steuerungs- und Installationskonzepts unter Berücksichtigung vorgefertigter Funktionseinheiten.

Die A-TEC-Module sind geschützt nach IP54-Standard, haben eine UL-Zulassung und durchlaufen bei LQ-Mechatronik-Systeme vor dem Einbau eine umfassende Prüfung. Danach werden sie komplett mit Schaltplan, Layout, Stückliste und 3D-Modell beim Kunden angeliefert.

Nicht zwingend müssen die A-TECs im Schaltschrank selbst angebracht werden, denn die umfassende Schutzart und Zertifizierung erlaubt auch einen eigenständigen Einsatz im Feld.

Auf dem Weg zur flexiblen Fabrik

Die Vorteile dieser Maßnahmen und Eigenschaften liegen auf der Hand: Die Schaltschränke können dadurch wesentlich kleiner dimensioniert werden, wenn ein Großteil der Steuerungs- und Installationstechnik am Verbraucher selbst sitzt. Folglich entsteht weniger Abwärme im Schaltschrank und die Klimatisierung kann reduziert werden. Einheitliche Schnittstellen zwischen den Aggregaten und der Maschine reduzieren die Teilevielfalt zudem erheblich. »Aus diesen Gründen halten wir bei LQ die Dezentralisierung für zukunftsweisend«, bekräftigt André Kokot.

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Auf einen Blick

Die LQ Mechatronik-Systeme GmbH ist ein mittelständisches Unternehmen aus Besigheim, das als System- und Produktlieferant elektromechanische Komplettlösungen für die Steuerungs- und Installationstechnik anbietet. Ziel seit 20 Jahren ist, die Steuerungs- und Installationstechnik im Maschinenbau zu standardisieren und grundlegend zu vereinfachen – ob bei modularen Schaltschränken oder Energieführungssystemen.

Basierend auf einem Baukastenprinzip aus standardisierten Schnittstellen, fasst LQ einzelne Bauteile zu kompakten Funktionseinheiten beziehungsweise montagefertigen Systemen zusammen und liefert komplette elektromechanische Ausrüstungen für den Maschinen- und Anlagenbau. Namhafte Werkzeugmaschinenhersteller kooperieren bereits auf dieser Basis mit LQ und lagern diese Kompetenz komplett aus. Die Komponenten des Energylink-Systembaukastens erweisen sich dabei als praktische Basis, um Zeit und Kosten zu sparen.

Das Unternehmen beschäftigt 300 Mitarbeiter auf drei Kontinenten. Neben Deutschland gehören Niederlassungen in den USA und China zur LQ Group.

www.lq-group.com

Alles passt zusammen

»Dezentralisierung halten wir bei LQ für zukunftsweisend.«

— André Kokot, Leiter der Steuerungstechnik, LQ Mechatronik-Systeme

LQ-Mechatronik-Systeme hält mit den Kabeln, Steckverbindern, Steckdosen und Funktionsmodulen des Energylink-Baukastens ein System bereit, das problemlos im industriellen Feld eingesetzt werden kann. Die robuste, umspritzte Variante des Steckverbinders X-TEC in Schutzart IP67 hält auch ungünstigen, staubigen und feuchten Umgebungsbedingungen stand. Erfolgt der Anbau direkt am Verbraucher, beispielsweise am Motor eines Förderbands, leistet der Steckverbinder im Temperaturbereich zwischen –27 und 85 Grad Celsius optimale Dienste. Im LQ-Angebot ist ein durchgängiges Portfolio an zueinanderpassenden Komponenten, von der Sensor-Aktor-Ebene bis in die Steuerungsebene. mk

Erschienen in Ausgabe: 02/2019
Seite: 30 bis 31