»Wir stehen momentan extremen Bedingungen auf dem Weltmarkt gegenüber. Allein von 10. auf den 11.03. haben sich die Preise für Alkohole, die zur Herstellung alkoholbasierender Flussmittel notwendig sind, zum Teil um 400% erhöht«, berichtet Markus Geßner, Marketing- und Vertriebsverantwortlicher der Emil Otto GmbH. Eine explodierende Nachfrage, unterbrochene Lieferkette, geschlossene Fertigungsstandort, Spekulationen und auch die gestiegene Verarbeitung von Desinfektionsmitteln auf Alkoholbasis, haben zu einem massiven Preisanstieg geführt. »Unsere Kunden bekommen diese Entwicklung mit. Dies führte zu einem erheblichen Nachfragezuwachs auf Kundenseite, der im Grunde genommen dazu führt, dass wir innerhalb von Tagen keine Alkoholflussmittel mehr liefern können, wenn sich diese Entwicklung weiter fortsetzt«, führt Geßner weiter aus.

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Emil Otto kann aber mit Alternativen aufwarten, die die Produktion auf Kundenseite absichern. Hierzu zählen die wasser- und alkohol- und wasserbasierenden Flussmittel. Wasserbasierende Flussmittel sind frei von Alkohol und somit komplett unabhängig bezüglich der Materialeinkaufspreise und der möglichen Fertigungsmengen. Die Lötergebnisse sind sehr gut und liegen zum Teil qualitativ über den alkoholbasierenden Flussmittelprodukten. Des Weiteren sind diese Flussmittel, auch Green Line-Flussmittel genannt, nicht entzündlich, werden daher auch nicht als Gefahrgut eingestuft und haben dadurch keinerlei gesetzliche Einschränkungen für den Transport, die Lagerung und die weitere Handhabung in der Produktion. Da davon ausgegangen werden muss, dass auch in Zukunft Transportkapazitäten knapp werden, muss auf einen leichten und einfachen Transport geachtet werden.

Sollten Kunden allerdings Bauteile verarbeiten, die sensible auf Temperatur reagieren, empfiehlt Geßner den Einsatz von hybriden Flussmitteln mit einem geringeren Alkoholgehalt. »Da wir für diese Flussmittel weniger Alkohol einsetzen müssen, werden wir hier in der Lage sein, größere Mengen zu produzieren. Wasserbasierende Flussmittel sind kein Problem und hier stehen wir aktiv mit Rat und Tat unseren Kunden und Interessenten zur Seite, wenn sie diese jetzt einsetzen möchten. Preislich und prozesstechnisch stellen sie eine sehr attraktive Lösung da. Wir können nicht einschätzen, wie sich der Markt für Alkohole weiter entwickeln wird. Die letzten 24 Stunden lassen das Schlimmste befürchten. Wir haben aber unabhängige Alternativen am Lager und können so die Engpässe unserer Kunden vermeiden«, so Geßner.