Alles gut im Griff

Maschinenelemente

Bedienelemente – Die elektrische Vorsteuerung vereinfacht die Bedienung komplexer Baumaschinen. Ein modularer Joystick mit zwei Daumenrädern und sechs Tasten steuert eine Vielzahl von Funktionen und liegt dabei ergonomisch in der Hand.

11. April 2012

Die Bauer-Gruppe mit Sitz im bayerischen Schrobenhausen ist ein international tätiger Bau- und Maschinenbau-Konzern mit weltweit über 110 Tochterfirmen in den Bereichen Bau, Maschinen und Resources. Ein wichtiger Teil des Konzerns ist die Bauer Maschinen GmbH, die ein umfassendes Sortiment von Maschinen und Werkzeugen für den Spezialtiefbau bietet. In den Werken Schrobenhausen, Aresing und Edelshausen konstruiert und baut das Unternehmen Großdrehbohrgeräte, Schlitzwandfräsen, Greiferanlagen, Rüttelgeräte und Tiefbohranlagen sowie alle erforderlichen Werkzeuge.

Obwohl nahezu jede Bauer-Maschine ein Unikat ist, achten die Entwickler auf einen modularen Aufbau mit einem möglichst hohen Anteil an Standardkomponenten. Das gilt sowohl für die Mechanik als auch für die Elektronik, deren Konstruktion und Entwicklung Dr. Hans Regler verantwortet. Er erklärt: »Durch Standardbaugruppen können wir den Kunden eine hohe Flexibilität bezüglich der Zusammenstellung bieten und eine Maschine möglichst exakt nach ihren Vorstellungen liefern.«

Elektrik im Vorteil

Einen wichtigen Schritt in Richtung Flexibilität war der Wechsel der Vorsteuerung von Hydraulik auf Elektrik, die viel mehr Möglichkeiten bietet, berichtet Regler und gibt ein Beispiel: »Wir bauen Bohrgeräte, die verschiedene Verfahren beherrschen, mit entsprechend unterschiedlichen Bedienkonzepten, wie Soilmixing, Kellybohren, CFA-Verfahren oder HDI-Verfahren. Dies ist hydraulisch nur schwer zu lösen. Insofern bietet die elektrische Vorsteuerung bei allen Multifunktionsgeräten eindeutige Vorteile.«

Im Rahmen der Umstellung musste Bauer auch neue Bediengeräte einsetzen. Unter anderem galt es, den hydraulischen Joystick durch einen elektrischen zu ersetzen, der möglichst viele Fahr- und Arbeitsfunktionen steuern kann. Durch Kontakte zu anderen Unternehmen der Baubranche wurde Regler auf den Joystick der Serie J4 des Bauelementespezialisten Elobau aus Leutkirch und den passenden Multifunktionsgriff aufmerksam, erinnert sich Regler: »Mit seinen Daumenrädern und Tasten und der dadurch vielseitigen Funktionalität hat er uns sofort zugesagt.«

Vielseitig und komfortabel

Regler ließ den Griff deshalb zunächst in die eigenen Baustellenfahrzeuge einsetzen und ausgiebig testen. Das Urteil der Mitarbeiter war eindeutig: Joystick und Multifunktionsgriff erleichtern das Arbeiten enorm. Zwar war den Maschinenbedienern zunächst der Multifunktionsgriff in Version 351 noch zu kantig, jedoch hatten sie an der neuen, geschmeidigeren Version 361 nichts mehr auszusetzen – und »keine Kritik gilt in Bayern schon als großes Lob«, weiß Regler.

Wenn die Maschinenbediener den ganzen Arbeitstag über in ihrer Kabine sitzen und in beiden Händen jeweils einen dieser Griffe haben, ist die ergonomische Form und einfache Anwendung von besonderer Bedeutung. So darf ihn das Bedienen der Joysticks nicht belasten, zudem müssen sich alle Steuerelemente, also Taster und Räder, schnell und eindeutig zuordnen lassen. Elobau unterstützt dies durch unterschiedliche Farben, Formen und Oberflächen sowie durch Beleuchtung. Bei den Bauer-Maschinen bildet der Elobau-Multifunktionsgriff alle wesentlichen Funktionen der jeweiligen Maschine ab. Bei einem Bohrgerät zum Beispiel wird mit dem Griff das Schwenken des Oberwagens gesteuert sowie der Drehantrieb und die Auf- und Abbewegung von Schlitten und Werkzeug. Außerdem werden gewisse Verstellfunktionen ausgeführt, wie zum Beispiel das Neigen des Mastes. Dazu kommen Funktionen wie Beschleunigung, Booster, Hupen usw.

Um die Vielzahl der Funktionen übersichtlich umsetzen zu können, besitzt der Griff neben zwei Daumenrädern noch sechs Tasten – drei oben, zwei unten und eine auf der Rückseite. Der Griff bietet drei mögliche Positionen für ein Daumenrad, dazu sechs optionale Tastenpositionen. Das Wirkprinzip auf Basis der Halltechnologie macht die Bedienelemente sehr langlebig und zuverlässig. Zudem können sie dadurch ein analoges Ausgangssignal liefern, das für sicherheitskritische Anwendungen auch redundant ausgeführt sein kann. Optionale Zusatzelektronik ermöglicht Schaltströme bis zu 2,0 Ampere, eine kapazitive Anwesenheitserkennung sowie einen integrierten CAN-Bus-Anschluss. Die optionale mehrfarbige Funktionsbeleuchtung der Daumenräder und Tasten präsentiert auf einen Blick den aktuellen Schaltzustand der Bedieneinheit.

Nach zwei Jahren im Einsatz auf eigenen Baustellen hat sich der Elobau-Multifunktionsgriff bei Bauer Maschinen mittlerweile zum Standard entwickelt und ist ein fester Bestandteil der Maschinenkabine. Auch die Zusammenarbeit mit dem Elektrobauteile-Lieferanten aus dem Allgäu beurteilt Elektronik-Entwicklungsleiter Regler durchweg positiv: »Mit den Elobau-Produkten waren und sind wir stets sehr zufrieden. Sie zeichnen sich durch technisch hochwertige, innovative Lösungen sowie hohe Qualität und Verfügbarkeit aus, was genau unserer eigenen Philosophie entspricht. Schließlich sind unsere Maschinen weltweit im Einsatz und dürfen nie ausfallen.«

Auf einen Blick

-Der 1972 gegründete Elektrobauelementespezialist Elobau mit Sitz in Leutkirch beschäftigt mehr als 400 Mitarbeiter an drei Standorten und erwirtschaftete im Jahr 2010 einen Umsatz von rund 50 Millionen Euro. Die Produktpalette reicht von berührungslos arbeitenden Sicherheitsschaltern, Sensoren und Füllstandsmessgeräten über Fahrzeugkomponenten wie Taster oder Joysticks bis hin zum kompletten Kontrollpanel.

-Der modular aufgebaute Multifunktionsgriff 361G eignet sich ideal für die Steuerung von Baufahrzeugen wie Bagger, Radlader und Bohrgeräten. In seiner Serienversion passt er an alle marktgängigen Joysticktypen.

-Den Griff gibt es in Links- und Rechtshänderversion mit bis zu neun verschiedenen, integrierten Zusatzfunktionen.

Erschienen in Ausgabe: 01/2012