Alles im Team

Contact Software, Fraunhofer IPK und VDI haben im Rahmen einer Studie ermittelt, wie die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen am besten funktioniert. PLM spielt dabei keine große Rolle.

24. Februar 2016

Contact Software, Fraunhofer IPK und der VDI haben Ende 2015 eine Studie zur unternehmensübergreifenden Produktentwicklung durchgeführt. Bereits 2013 hatten die drei Partner eine ähnliche Untersuchung veröffentlicht. Die wurde jetzt ergänzt durch eine weitere Studie, die auf 40 Tiefeninterviews mit Experten beruht. Die kommen aus ausgewählten Branchen – Automobilbau, Luft- und Raumfahrt, Schienenverkehr, Maschinen- und Anlagenbau sowie PLM-Forschung und -Beratung. Der Schwerpunkt dieser zweiten Studie lag nicht auf der Zusammenarbeit im eigenen Unternehmen, sondern im Unternehmensnetzwerk. Das soll der zunehmenden Bedeutung solcher Netzwerke Rechnung tragen.

Von allen Motiven zur Zusammenarbeit ist "Zukauf von Know-how" mit 28 Prozent der Nennungen das Wichtigste. Über zwei Drittel der Befragten gab an, dass dieser Aspekt an Bedeutung noch weiter zunehmen wird, denn im Zeichen der Trends "Internet der Dinge" und "Industrie 4.0" werden immer mehr klassische Produkte wie Maschinen oder Fahrzeuge von IT durchdrungen. Dadurch verschieben sich die Grenzen zwischen klassischen Branchen wie Maschinen- und Anlagenbau und IT. Die meisten Teilnehmer wünschen sich eine längerfristige Zusammenarbeit mit den Entwicklungspartnern, auch wenn die einzelnen Projekte manchmal eher kurz sind.

Dabei gaben nur ein Drittel an, dass Funktionen wie Projekt-, Risiko-, Anforderungs- und Änderungsmanagement gemeinsam genutzt werden. 46 Prozent hingegen bejahen die Forderung, die Prozesse zwischen den Beteiligten zukünftig stärker abzustimmen. Mehr als 50 Prozent der Befragten erwarten außerdem eine steigende Anzahl der Austauschpartner. Diese Erwartung trifft nicht auf die OEMs zu, sondern vor allem auf größere Unternehmen in Zulieferer-Netzwerken. Als wichtigster Faktor für erfolgreiche Zusammenarbeit gilt der persönliche Kontakt. IT-Unterstützung beschränkt sich meist auf E-Mails, Video- und Telefonkonferenzen. PDM/PLM spielt mit sieben Prozent nur eine marginale Rolle.

Über 50 Prozent der Befragten sehen verstärkte Formalisierung von Prozessen und Abläufen in der unternehmensübergreifenden Produktentwicklung als essentiell an, um der Zusammenarbeit die richtigen Rahmenbedingungen zu geben. Ein Viertel der Befragten vertritt jedoch die Ansicht, dass eine sinnvolle Kombination von Formalisierung und Pragmatismus die Lösung ist, kreative Prozesse in den frühen Phasen der Entwicklung flexibel zu gestalten, während beispielsweise die vertragliche Abbildung von Compliance oder die Regelung der Risikoverteilung formalisiert stattfindet. Einigkeit herrscht darüber, dass hinsichtlich der Abläufe, Entwicklungsstände und Entscheidungen mehr Transparenz für Partner geschaffen werden muss, um zukünftig die Zusammenarbeit zu verbessern (85 Prozent der Nennungen).

Eine ausführlichere, achtseitige Ausfertigung der Studie steht bei Contact Software zum Download zur Verfügung (unten auf der Seite).