Alles klar beim Abkanten

Spezial

Pressensicherung – Auch ein integriertes automatisches Werkzeugwechselsystem ist kein Problem, wenn Betreiber ihre Abkantpressen mit einem Sicherheitssystem von Fiessler ausstatten.

16. September 2014

Gerade bei Pressen drängt sich das Stichwort Sicherheit geradezu auf. Wer also von Berufs wegen verschiedene Gesenkbiegepressen im Einsatz hat, muss sich Gedanken darüber machen, wie auch der Zargenbau-Spezialist RZB aus Rüthen. Komplizierter wird es, wenn ein schwenkbares Werkzeugwechselsystem involviert ist. Den normalen Arbeitsfluss unterbricht so ein System zwar nicht merklich, aber das muss auch mit dem dringend erforderlichen Sicherheitssystem so bleiben. Es galt also, die spezielle Presse so abzusichern, dass sich das bisherige Fertigungsspektrum auch mit Werkzeugwechselsystem sicher abkanten lässt. Die aktuelle Sicherheitsnorm EN12622 für Gesenkbiegepressen sieht für diese Situation zwei Alternativen vor.

Die erste ist ein Sicherheitslichtvorhang wie sie Fiessler Elektronik mit dem BLVT anbietet. Das Gerät mit Blankingfunktion bietet eine praktikable Lösung für großflächige offene Profile, ist aber nicht sehr anwenderfreundlich und produktiv bei kastenförmigen oder kleineren Teilen.

Flexibler ist eine mitfahrende, auf Laserlicht basierende Sicherheitseinrichtung wie das AbKantAbsicherungsSystem (AKAS) von Fiessler. Es sichert den Bediener direkt an und vor der Biegelinie und ermöglicht auch das gesicherte Abkanten von kastenförmigen Teilen oder kleinen Werkstücken. Allerdings sind die Standardlösungen solcher Systeme meist nicht in der Lage, Werkzeugwechselsysteme abzusichern.

Maßgeschneiderte Lösung

Für RZB hat Fiessler eine spezielle Lösung für deren Sonderabkantpresse projektiert und installiert. Das System besteht aus zwei speziellen AKAS-Einzelempfängern und einem AKAS-Sonderdoppelsender. Das dreidimensionale Schutzfeld zwischen Lasersender und Empfänger sichert den Bereich direkt unterhalb der Werkzeugstempelspitze an der Biegelinie der Gesenkbiegepresse ab. Ein Klemmen oder Quetschen von Finger oder Hand wird dadurch verhindert. Durch die sequenzielle Reduzierung des Schutzfeldes während des Schließens der Presse ist ein Schutz im Eil- als auch Schleichgang gegeben.

Abhängig vom eingeschwenkten Oberwerkzeug schaltet das System in der Aufwärtsbewegung der Oberwange zwischen den beiden AKAS-Systemen hin und her. Beim kürzeren Werkzeug ist das obere AKAS aktiv und das untere deaktiviert. Beim Umschwenken auf das längere Werkzeug erfolgt automatisch das Umschalten auf das untere System. Dadurch ist der Schutz des Bedieners bei jeder Kantfolge automatisch gewährleistet – egal welches Oberwerkzeug gerade eingeschwenkt ist. Durch diese Nachrüstung konnte RZB die Produktivität seiner Gesenkbiegepresse erhalten, bei zusätzlicher Modernisierung mit der normkonformen Sicherheit von AKAS.

Erschienen in Ausgabe: 07/2014