Alles sicher im Griff

VERRIEGELUNGSSYSTEME – Intelligente Sicherheitstechnik mit Transpondertechnologie erleichtert die Umsetzung der Vorgaben der neuen Maschinenrichtlinie für höchste Sicherheitsniveaus.

27. April 2010

Eine der wichtigsten Regeln bei der Planung und Konstruktion von Maschinen oder Anlagen betrifft die Sicherheitstechnik, die stets auf dem aktuellen Stand sein sollte. Deshalb fordern die neue europäische Norm EN ISO 13849-1 und die neue Maschinenrichtlinie 2006/42/EG seit Anfang dieses Jahres für viele Anlagenteile eine Neubewertung ihres jeweiligen Sicherheitsniveaus. Unklarheiten bestehen jedoch häufig bei der Frage, wie sich die neuen Sicherheitsbestimmungen an Maschinen und Anlagen so umsetzen lassen, dass die Sicherheitskategorie 3 oder 4 bzw. die Performance Level (PL) d oder PL e erfüllt werden.

Eine Hilfe bei der Erfüllung der Maschinen- und Anlagensicherheit nach der neuen Norm bieten intelligente Sicherheitsschalter auf Basis der Transpondertechnologie, die der Sicherheitstechnikspezialist Euchner aus Leinfelden bei Stuttgart vorgestellt hat. Die einfach einzusetzenden innovativen Sicherheitsschalter besitzen eine Bestätigung des Herstellers über das Performance Level e nach EN ISO 13849-1 und ermöglichen damit eine Absicherung bis PL e und Kategorie 4 ohne aufwendige Berechnungen.

FLEXIBEL UND ROBUST

Bei der Transpondertechnologie erhält ein programmierbarer Mikroelektronikbaustein einen kurzen Energieimpuls von einer Sende- und Empfangsantenne und sendet darauf eine individuelle Codierung zurück, die von einem übergeordneten Gerät eingelesen und ausgewertet wird. Im Vergleich zu den häufig verwendeten kostengünstigen magnetcodierten Sicherheitsschaltern bietet die verschleißfreie Transpondertechnologie eine hohe Sicherheit gegenüber Manipulation sowie eine große Toleranz bezüglich der Einbaulage. Auch im Hinblick auf die Vibrationsfestigkeit ist diese Technologie sowohl der Elektromechanik als auch der magnetischen Codierung weit überlegen. Zudem sind magnetische Bauteile in spanenden Anwendungen oft schwer einsetzbar.

DREI TÜREN ZUGLEICH

Viele der transpondercodierten Produkte von Euchner eignen sich auch für eine Reihenschaltung, was die Absicherung größerer Anlagen mit mehreren Türen erleichtert. Sofern die in Reihe geschalteten Sicherheitskomponenten jeweils den PL e nach EN ISO 13849-1 erfüllen und nicht mehr als drei dieser Geräte in Reihe verwendet werden, ist auf diese Weise sogar eine Absicherung gemäß den Anforderungen des PL e möglich. Höchste Sicherheitsansprüche erfüllt die Transpondertechnologie zudem bei Applikationen, bei denen eine abgesicherte Verrie¬gelung von trennenden Schutzeinrichtungen nicht ausreicht, sondern eine kontrollierte Zuhaltung notwendig ist, also beispielsweise bei Anlagen mit nachlaufenden Bewegungen. Hier ermöglichen die dafür bisher genutzten elektromechanischen Sicherheitsschalter lediglich PL d, Kategorie 3 nach EN ISO 13849-1.

GARANTIERT SICHER

Eine Lösung hierfür sind Produkte, die eine mechanische Zuhaltung mit berührungsloser Transpondertechnologie kombinieren, wie zum Beispiel der Sicher¬heitsschalter CET-AR von Euchner mit integrierter Auswerteeinheit, der die hohe Manipulationssicherheit der Transpondertechnologie mit den positiven Eigenschaften einer mechanischen Zuhaltung vereint. Da der Hersteller für den Sicherheitsschalter die Erfüllung des PL e nach EN ISO 13849-1 angibt, lässt sich das Bauteil als eigenes Subsystem betrachten, mit dem sich Anlagenabsicherungen bis zu PL e ohne lange Berechnungen realisieren lassen.

Eine sichere und saubere Komplettlösung auf Basis der Transpondertechnologie für eine Vielzahl von Sicherheitsaufgaben im Anlagen- und Maschinenbau ist die Multifunctional Gate Box (MGB) von Euchner.

Die modulare Lösung umfasst Sicherheitsschalter, die Türgriff und Riegelsystem vereinen und je nach Anforderung mit oder ohne Zuhaltung eingesetzt werden. Optional lassen sich zudem eine Fluchtentriegelung sowie bis zu drei Taster und ein Not-Halt integrieren. Für zusätzliche Ansprüche stehen Erweiterungsmodule zur Wahl, wie zum Beispiel ein frei konfigurierbares Bedienmodul mit Platz für bis zu sechs zusätzliche Bedienelemente, wie beispielsweise Taster, Leuchten oder Wahlschalter. Die elegante Lösung ermöglicht damit nicht nur eine Absicherung bis PL e mit nur einem System, sondern erspart auch Überlegungen zur Türmechanik und ersetzt zudem die ungeliebten grauen Schaltkästen mit Anforderungstaste, Schlüsselschalter und Leuchtanzeigen. Die einfache Montage mit lediglich vier Schrauben ermöglicht die flexible Befestigung an verschiedenen Profilen.

Das Sicherheitssubsystem umfasst zahlreiche Varianten mit oder ohne Zuhaltung, mit oder ohne Beschriftung, mit Tastern in verschiedene Farben, in klassischer Verdrahtung oder als Profinet-Ausführung. Der modulare Aufbau ermöglicht es, eine Fluchtentriegelung auch nachträglich anzubauen und so noch sehr spät im Projektstatus zusätzliche Funktionalität in das System zu integrieren. bt