AM-Metallpulver aus nachhaltigen Quellen

Das Mikrowellenplasmatechnologieunternehmen 6K präsentiert auf der Formnext erstmals additive Fertigungspulver aus nachhaltigen Quellen. Der Unternehmen ist nach eigenen Angaben ist in der Lage, Fräs- und Drehspäne sowie andere recycelte Rohstoffe in Metallpulver für die additive Fertigung umzuwandeln.

15. November 2019
AM-Metallpulver aus nachhaltigen Quellen
Die 6K Unimelt Mikrowellenplasma-Plattform stellt Pulver für die additive Fertigung her. (Bild: 6K)

6K (ehemals Amastan Technologies) hat eine Technologie entwickelt, die aus zertifizierten Dreh-und Frässpänen und bereits verwendeten Pulvern erstklassige Pulver herstellen kann und sich in Zukunft auch auf Rohstoffe aus additiv gefertigten Stützstrukturen, nicht konforme additiv gefertigten Teile nach dem Druck und sonstige Materialien anwenden lässt. Das Ziel ist, alle Materialien, die in die Lieferkette gelangen, zu 100 Prozent wieder zu verwenden. Endanwendern soll eine neue Möglichkeit für das Management der Projektkosten und die Kontrolle der Lieferkette aufgezeigt werden. Gleichzeitig gilt es, Fortschritte auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft im Bereich der additiven Fertigung zu erzielen.

Die Pulverprodukte von 6K sind das Ergebnis der Kombination von zwei Kerntechnologien:

1. 6K-Technologie zur Rückgewinnung von Legierungen: mögliche Rückgewinnung von Metallen und Legierungen aus der subtraktiven Fertigung und anderen Prozessen. Pro Jahr werden vom additiven Fertigungsteam von 6K bereits mehr als 500 Tonnen Titanlegierung Ti-64 zurückgewonnen und an die Aluminiumlegierungsindustrie zur Herstellung von Produkten für die Raumfahrt-, Medizin- und Automobilindustrie verkauft. Dieses verarbeitete Ausgangsmaterial wird vom UniMelt-Plasmasystem von Amastan für zahlreiche Legierungen genutzt.

2. UniMelt-Plasmasystem von 6K: Mikrowellenplasma mit einer homogenen und präzise definierten Plasmazone ohne jegliche Verunreinigungen, mit dem sich innovative Batteriepulver, Phosphore, additive Fertigungsmaterialien usw. mit hohem Durchsatz herstellen lassen.

»Da wir Materialien zurückgewinnen und nahezu alle Metalle, Legierungen oder keramischen Rohstoffe zu erstklassigen Pulvern verarbeiten können, verfügen additive Fertigungsdesigner über ein leistungsstarkes Tool«, erklärt Dr. Aaron Bent, CEO von 6K.

»Somit können jetzt alle maschinell gefertigten Metalllegierungen zu Pulver verarbeitet werden. Außerdem können wir nun neue, bislang nicht mögliche additive Fertigungspulver herstellen: Pulver aus nicht eutektischen Legierungen, wie Hochentropie-Legierungen oder Designer-Aluminiumlegierungen, die den Druck in Pulverbett-Fusionssystemen ermöglichen.«

Ausbeute bei fast 100 %

Da das Mikrowellenplasma eine hohe Homogenität aufweist, kann 6K Pulver mit höherer Qualität als Verfahren von Wettbewerbern herstellen. Diese Pulver haben eine hohe Sphärizität (Kugelförmigkeit), sind nicht porös und frei von Satelliten und haben gute Fließeigenschaften und eine hohe Klopfdichte.

Dank seiner Strategie zur Metallrückgewinnung kann 6K die Pulvergrößenverteilung für den jeweils notwendigen additiven Fertigungsprozess gezielt ins Visier nehmen: MIM (Metal Injection Molding; Metallpulverspritzguss), L-PBF (Laser Powder Bed Fusion; selektives Laserschmelzen), EBM (Electron Beam Melting; Elektronenstrahlschmelzen), DED (Direct Energy Deposition; direkte Energieabscheidung) oder Binder-Jetting. Dadurch hat der UniMelt-Prozess eine Ausbeute von fast 100 % – also eine um das 3 bis 4-fach höhere Ausbeute als die Gasatomisierung.

Im Rahmen der Markteinführung wurde auch die Umfirmierung von Amastan Technologies in 6K bekanntgegeben. Dies ist die letzte in einer Reihe von strategischen Initiativen, die den Expansionskurs des Unternehmens widerspiegeln, einschließlich B2-Finanzmitteln in Höhe von 11 Mio. USD und der Übernahme von AI Solutions (jetzt 6K Additive). 6K Additive ist nach ISO 9001 zertifiziert, verarbeitet mehr als 500 Tonnen Ti-64 pro Jahr und baut gerade ein hochmodernes, etwa 3.700 m² großes Werk für die Herstellung von Pulvern für die additive Fertigung, das im ersten Quartal 2020 eröffnet werden soll.