And the winner is…

Produkte aus Bayer MaterialScience-Werkstoffen erfolgreich beim iF material award

10. Mai 2007

Der „iF material award“ als einer der weltweit renommiertesten Designwettbewerbe zählte auch dieses Jahr zu den Highlights der Hannover Messe. Vergeben durch das International Forum Design (iF) zeichnet der Preis herausragende Leistungen von Designern, Architekten und Herstellern in den Kategorien „Materialien und Materialanwendungen“, „Verfahren“, „Ideen“ und „Produkte“ aus. Gleichzeitig gibt er aber auch Werkstoffherstellern wie der Bayer MaterialScience AG einen wichtigen Input, welche Trends die Kunden derzeit bei der Produktgestaltung einschlagen. Nur anhand derartiger Informationen können Werkstoffe entwickelt werden, mit denen sich die visionären Ideen der Designer umsetzen lassen - getreu dem Bayer MaterialScience-Motto „VisionWorks“. Eröffnen doch gerade Polymere besondere Konstruktionsmöglichkeiten: Beispielsweise lassen sich Funktionen integrieren, und dank unzähliger Oberflächeneffekte entstehen optisch ansprechende Produkte. In anderen Fällen sorgt ihr Einsatz für sinkende Fertigungskosten.

Dies gilt beispielsweise im Fall von Kaynemaile™, einem nahtlosen Maschennetz aus dem Polycarbonat Makrolon®, das 2007 mit einem iF material award ausgezeichnet wurde und eine spannende Entstehungsgeschichte hat: Der neuseeländische Verfahrenserfinder Kayne Horsham hatte nie zuvor mit Kettenhemden oder dergleichen zu tun - bis er als Art Director „Kreaturen, Rüstungen und Waffen“ die Kostüme der Filmtrilogie Der Herr der Ringe besorgen musste. Diese sollten leicht sein, aber dennoch robust genug, um den schwierigen Dreharbeiten standzuhalten. „Zunächst haben wir Stahlkettenhemden ausprobiert. Mit einem Gewicht von rund 30 Kilogramm konnten die Schauspieler sie allerdings unmöglich lange tragen“, erinnert sich Kayne Horsham. Die Lösung war ein Netz aus handgefertigten Kunststoffringen mit einem galvanischen Metallüberzug. Das Material war zwar leicht, erwies sich jedoch als wenig belastbar; jeden Tag mussten die beschädigten Kettenhemden nach Drehschluss stundenlang repariert werden. 2002 entwickelte Kaynemaile Limited eine „automatische Strickmaschine“, doch auch sie brachte keine Abhilfe. Es blieb ungelöst, wie man die Ringe ineinander verschlingen konnte. „Mit 15.000 Verbindungen pro Quadratmeter waren das eine ganze Menge möglicher Schwachstellen“, so Kayne Horsham. Der entscheidende Anstoß kam schließlich aus dem Kunststoffwerkzeugbau. Könnte man nicht mit einer umgebauten Spritzgießmaschine einen Ring gleich innerhalb von mehreren Ringen verspritzen? Im Kaynemaile™ Maschennetz ist jedes Verbindungsglied als massive Form innerhalb der Maschenstruktur erzeugt, sodass es keine Schwachstellen gibt. „Dieses Netz besteht aus dem Polycarbonat Makrolon®. Das macht das Produkt leicht, aber dennoch sehr fest und beständig“, erläutert Justin Gleeson, Technical Manager Australien/Neuseeland bei Bayer MaterialScience. Gemeinsam mit dem Werkzeughersteller Agmar Tools (2000) Ltd. testete Kayne Horsham seine Kernerfindung und entwickelte ein automatisiertes Verfahren zur Fertigung des Kaynemaile™ Netzgewebes. Inzwischen ist die zugrunde liegende Technologie patentiert und verspricht ein enormes Zukunftspotenzial. Damit lassen sich beispielsweise Netze herstellen, die für Filteranlagen, Förderbänder, als Ladungsschutz oder als Windabschirmung einsetzbar sind.

Nur für Studierende…

… ist der iF concept award gedacht, der im Rahmen des iF material awards vergeben wird. Studenten aller Design- und Architekturfachrichtungen dürfen hier teilnehmen, wobei die Anwendung während des Studiums entstanden sein muss.

Yunyun Zhao, Studentin an der Fachhochschule Hannover, erfüllte mit ihrem Handschutz-Set PRITY*3 die Teilnahmebedingungen und konnte eine der begehrten Auszeichnungen einheimsen. Die äußerst kompakte und vielseitig verwendbare Studienarbeit besteht komplett aus Technogel®, einem Polyurethan von Bayer MaterialScience. Dieses fühlt sich beim Eindrücken federnd weich an, fließt beim Loslassen sofort wieder in die Ausgangsform zurück und verteilt hervorragend Druckbelastungen. Das PRITY*3-Konzept lässt sich in drei Anwendungsbereiche einteilen: Handschutz für das Einkaufen, Handschutz für größere Lasten sowie Knieschutz. PRITY*3 ist in unterschiedlichen Farben verfügbar.

Harald Cramer vom Fachbereich Industrial Design an der Hochschule Magdeburg-Stendal hat sich mit einem Karbon-Kunststoff-Gemisch beschäftigt. Dies findet Einsatz in Fahrradtretlagern, also in einer speziellen Anwendung im Rahmenbau. Dabei werden 50 Prozent rohe Kohlenstofffaser - lose verbaut - mit 30 Prozent des besonders hitze- und säurebeständigen sowie kratzfesten Polycarbonats Makrolon® 2860 als Matrix vermischt. Hinzu kommen noch 20 Prozent Harz. Harald Cramer testete während seiner Entwicklung verschiedene Werkstoff durch und landete schließlich beim Rohstoff von Bayer MaterialScience: „Makrolon® hält die Fasern zäh und untrennbar zusammen und verhindert so das Zerreißen der ansonsten splitteranfälligen Kohlenstofffaser. Es ist dabei haltbarer und besser als andere Polycarbonate.“