Anfangen, wo andere aufhören

Schwerpunkt

Pneumatikkupplungen – Bei den extrem hohen Taktzeiten in einer Verpackungsmaschine für Fertigmenüs kann nur eine äußerst leistungsfähige pneumatische Anschlusslösung wie die Mehrfachkupplung Multiline Adaptiv von Eisele für zuverlässigen Betrieb sorgen.

19. März 2014

In der Lebensmittelindustrie kommen Maschinen und eingesetzte Komponenten oft an ihre Grenzen. Das ist auch täglich Brot für Robot Food Technologies Germany. Das Unternehmen entwickelt und baut maßgeschneiderte Abfüll- und Verschließmaschinen, Lebensmittelmontagelinien sowie Endverpackungsanlagen für Convenience Food und Kosmetik. Die servo- und robotergesteuerten Maschinen der Marke Lieder bilden die Basis für individuell ausgestattete, kundenspezifische Sondermaschinen mit hoher Ausbringleistung und optimaler Effizienz. Sie lassen sich über den frei programmierbaren Antrieb der einzelnen Stationen an verschiedene Produkte und Verpackungen anpassen.

Dazu gehören neben Fertigmenüs, Feinkostsalaten, Sandwiches, frischen Salaten oder Soßen auch Kosmetikprodukte wie Cremes und Lotions. Je nach Bedarf lässt sich etwa die modular konzipierte und hochflexible Längsläuferlinie Lieder RCR mit vielen Funktionsgruppen wie Schalenentstapelung, verschiedenen Füllmaschinen, Folienstanze, Siegelung oder einer Druckdeckelstation ausrüsten.

Auch die Kombination mit Robotern und Garniersystemen ist möglich. Allen Maschinen gemein sind die hohen Ansprüche an Hygiene und Reinigungsfähigkeit, weshalb an allen relevanten Stellen auf Edelstahlkomponenten im Clean Design gesetzt wird.

Lieder-Maschinen sind ähnlich im Grundaufbau, Baugruppen sowie Anlagenmodule werden immer wieder verwendet. Die Kunden aus Lebensmittel- und Kosmetikindustrie haben aber sehr individuelle Bedürfnisse. Darum sind zahlreiche spezifische Anpassungen notwendig.

Nur eine Lösung passt

2013 entwickelte und fertigte Robot Food Tech unter anderem eine Produktionslinie für Fertigmenüs. Sie ist neun Meter breit und 45 Meter lang und erreicht einen Produktionsausstoß von 210 Packungen pro Minute. Auf der Linie werden die verschiedenen Komponenten der Fertiggerichte in vorgefertigte Schalen aus Kunststoff eingefüllt und positioniert. Integrierte Kontrollwaagen überwachen diesen Prozess.

Nach dem Füllen landen die Schalen in einer Siegelstation, die sie mit einer Kunststofffolie von der Rolle heißversiegelt. Diese ist mit zwei Werkzeugträgern für jeweils drei Siegelwerkzeuge mit integrierten Schneidwerkzeugen zum Ausstanzen der Folien ausgestattet. Bei einem Wechsel des Schalenformats, bei Störungen oder beim Reinigen gilt es, die Werkzeugträger schnellstmöglich als Ganzes zu wechseln. Jeder Werkzeugträger umfasst neben den Werkzeugen vier Pneumatikzylinder für den Antrieb der Stanzbewegung, vier weitere zur Verriegelung der Werkzeuge bei einem Wechsel sowie zusätzliche Sperrventile. Beim Ausbau jedes Werkzeugträgers sind insgesamt sechs Pneumatikleitungen zu trennen und wieder zu verbinden. Aufgabe war es, eine optimale Kupplung zu finden.

Als Ergebnis intensiver Suche erfüllte nur die kundenspezifische Mehrfachkupplung Multiline Adaptiv von Eisele Pneumatics aus Waiblingen alle Kriterien. Deren Geschäftsführer Thomas Maier freut dies, er fasst die Vorteile zusammen: »Die Multiline ist robust und sicher konstruiert für eine lange Lebensdauer und resistent gegen zahlreiche Reinigungsmittel. Sie benötigt nur geringen Bauraum, ist schnell und einfach handhabbar und mit einer beidseitigen Absperrung ausgestattet. Hinzu kommt, dass Anschlussfehler ausgeschlossen sind.«

Die Konstrukteure aus Niedersachsen entschieden sich für die Sechsfachkupplung 1.4404 aus Edelstahl inklusive Absperrung zum Anschluss von Schläuchen mit acht Millimeter Außendurchmesser. Die Adaptiv-Einsätze bestehen jeweils aus Stecker und Dose, sodass die Kupplung insgesamt aus 14 leicht per Hand zusammensteckbaren Teilen besteht. Für die Montage der Kupplungsdose an der Maschine liefert Eisele einfache Edelstahlwinkel. Sie ersparen dem Anwender Sonderbohrungen am Maschinengestell oder -gehäuse.

Einfach zusammenstecken

Mit der Multiline Adaptiv ist es möglich, einzelne Komponenten oder komplette Baugruppen durch einfaches, zentrales Zusammenstecken und Verschrauben sicher, effizient und bauraumoptimiert miteinander zu verbinden. »Bei Anlagenaufbau, Wartung oder Reparatur lassen sich Montageaufwand und Rüstzeit signifikant verringern«, sagt Thomas Maier. Über das Patronensystem mit seinen Adaptiv-Einsätzen seien genau die Anschlüsse zu kombinieren, die für eine bestimmte Anwendung erforderlich sind. »Dank des streng modularen Prinzips vereint sie auch so unterschiedliche Verbindungen wie Elektronik, Pneumatik und Flüssigkeiten in einer einzigen Schnittstelle.«

Die Größe der Anschlüsse ist sehr variabel, da sie in die außen einheitlich dimensionierten Adaptiv-Einsätze eingearbeitet sind. »So wird in Industrieanlagen der komplette Werkzeugwechsel mit nur einem Handgriff überhaupt erst möglich. Der Kunde kann die benötigte Schnittstelle dank der Einsätze selbst zusammenstellen und bei Bedarf umkonfigurieren und wiederverwenden«, erklärt Maier. Soll eine Steckverbindung gewechselt werden, wird einfach der Adaptiv-Einsatz in der Kupplung ausgetauscht. »Dank des Baukastensystems reduziert sich auch die Lagerhaltung«, ergänzt der Geschäftsführer.

Die Adaptiv-Einsätze basieren auf den Eisele-Steckanschlüssen mit Lösehülse und werden aus vernickeltem Messing, entzinkungsbeständigem Messing oder Edelstahl 1.4404 gefertigt. Eine Spannzange hält den eingesteckten Schlauch sicher im Gehäuse. Die außen liegende Lösehülse schützt den Anschluss vor Verschmutzung und ermöglicht auch nach langer Zeit ein Lösen des Schlauchs von Hand und ohne Werkzeuge. Die vakuumgeeigneten Steckanschlüsse gibt es mit einer oder zwei Dichtungen.

Die Fertigmenüanlage von Robot Food Tech wurde nach dem Aufbau in Wietze in der Südheide intensiv auf Herz und Nieren getestet und trat dann in 21 Überseecontainer verpackt die Seereise zum Kunden an. Nach den guten Erfahrungen mit der Anschlusstechnik aus Waiblingen wird die erste Multiline Adaptiv an Bord sicher nicht die letzte gewesen sein.

Erschienen in Ausgabe: 02/2014