Antrieb in neun Schritten

Konstruktionsmanagement

Engineering – Leistung ist Auslegungssache. Mit einem mehrstufigen, strukturierten Engineering-Prozess stellt Antriebshersteller Hanning deshalb sicher, dass jeder Kunde sein optimales, individuelles Antriebssystem erhält.

12. Februar 2015

Der technische Fortschritt entwickelt sich dynamisch weiter und eröffnet auch in der Antriebstechnologie immer neue Möglichkeiten. Im Engineering besteht dabei die Kunst darin, komplexe Kundenanforderungen punktgenau zu erfüllen. Deshalb ist es ratsam, beim Entwickeln individueller Antriebe strukturiert vorzugehen und sich in jeder Entwicklungsphase eng mit dem Kunden abzustimmen.

Die Hanning Elektro-Werke aus Oerlinghausen nutzen hierfür einen Engineering-Prozess in neun Stufen, der selbst bei komplexen Anforderungen zielsicher zum Erfolg führt. Das Ergebnis sind individuell ausgelegte Antriebssysteme, in denen das ganze Know-how und die langjährige Erfahrung von Hanning stecken. Der Weg dorthin führt über genau definierte Etappen. Gemeinsam mit dem Kunden analysiert das Unternehmen dazu die veränderten Anforderungen, passt den Antrieb auf Wunsch an und entwickelt bedarfsgerechte Varianten.

Auf diese Weise wächst eine Technologiepartnerschaft über den gesamten Produktlebenszyklus und der Kunde kann mit seiner maßgeschneiderten Lösung das Optimum aus seiner Anwendung herausholen.

Klar strukturierte Prozesse

Neun Phasen der Motorenentwicklung gliedern den Engineering-Prozess bei Hanning und schaffen eine klare Strukturierung. In jeder dieser Etappen stimmen sich die Entwickler mit dem Kunden ab.

Der Prozess beginnt im ersten Schritt mit der Aufnahme der spezifischen Anforderungen, denn Hanning entwickelt seine Antriebssysteme immer mit Blick auf die Gesamtanwendung. Welches Ziel verfolgt der Kunde und welche Anforderungen muss der Antrieb dafür erfüllen? Gemeinsam mit dem Kunden findet der Antriebsspezialist Antworten, entwickelt ein individuelles Konzept und überprüft es auf seine technische und wirtschaftliche Umsetzbarkeit.

Das gewünschte Antriebskonzept wird dann mit allen definierten Anforderungen und Spezifikationen in einem Lastenheft dokumentiert. Darauf aufbauend beschreibt das Pflichtenheft, wie Hanning dieses Konzept technisch umsetzen und die Anforderungen erfüllen will. Die detaillierten Informationen des Kunden sowie eine Analyse aller Angaben bieten dem Entwicklerteam das Wertschöpfungspotenzial für eine passgenaue Antriebslösung. Nur so kann ein verlässliches Fundament für die Zusammenarbeit entstehen.

Simulieren und testen

In Schritt drei des Prozesses folgen die Motorenauslegung in der spezifischen Schnittgeometrie sowie das Design des Frequenzumrichters. Dabei werden mit Hilfe erster Konzeptskizzen verschiedene Lösungsmodelle berechnet. Die Simulation in einem Big-Data-Umfeld ermöglicht die Bewertung der Motorenauslegung bereits vor der ersten konkreten Hardware. Es folgen mehrere Berechnungs- und Analysephasen mit entsprechenden Reports, bis der virtuelle Entwicklungsprozess anschließend in eine CAD-Konstruktion mündet.

Auf dessen Grundlage erstellen die Entwicklungsingenieure im vierten Schritt den ersten Prototyp. Dieser ist so konstruiert, dass er dem geplanten Serienmodell bereits weitgehend entspricht. Mit Hilfe des Prototyps finden im Labor bei Hanning umfangreiche Testreihen statt, die bereits realistische Ergebnisse liefern.

In Schritt fünf findet die Testphase in der tatsächlichen Betriebsumgebung statt. Dafür arbeitet das Unternehmen eng mit seinen Engineering-Partnern zusammen und prüft den Antrieb unter realistischen Bedingungen – beispielsweise auf seine Beständigkeit gegen Staub, Hitze oder Feuchtigkeit. Der Antrieb wird beim Kunden einem ersten Systeminteraktionstest ausgesetzt und anhand des Lasten- und Pflichtenhefts geprüft.

Anhand der Testergebnisse optimiert Hanning das Antriebssystem weiter, bis es alle Spezifikationen ohne Wenn und Aber erfüllt. Jetzt beginnt in der sechsten Phase die Integration in die Gesamtanlage. Je nach Branche und Anwendung kommt es dabei vor allem auf die Automatisierungsumgebung an. Ziel ist ein perfektes Zusammenspiel mit der Gesamtlösung. Manchmal ist es dazu notwendig, weitere Optimierungen in der Fertigung vorzunehmen.

Das individuelle Antriebssystem geht im Anschluss in die Serienproduktion. Was dabei zählt, ist eine gleichbleibend hohe Qualität zu wirtschaftlich attraktiven Konditionen. Hanning gewährleistet beides und bietet dem Kunden mit seiner hohen Fertigungstiefe und modernen Produktionsverfahren ein Maximum an Flexibilität.

Nachhaltige Zusammenarbeit

Die Schritte acht und neun stehen für die Technologie-Partnerschaft mit den Kunden über den gesamten Produktlebenszyklus. Bei jedem Projekt hat Hanning den Anspruch, dem Kunden eine kostengünstige und robuste Lösung zur Verfügung zu stellen, die auch hinsichtlich Wirkungsgrad und Energieeffizienz nachhaltig überzeugt.

Fortschritt ist für Hanning ein kontinuierlicher Prozess, genau wie der Engineering-Prozess. Er endet nicht mit der erfolgreichen Inbetriebnahme eines Antriebs, sondern lebt von dauerhafter Zusammenarbeit. Gemeinsam mit dem Kunden entwickelt der lippische Anbieter seine individuellen Antriebslösungen auf Wunsch auch kontinuierlich weiter und passt sie neuen Anforderungen im Einsatz an. mk

Auf einen Blick

Hanning

- Die Hanning Elektro-Werke GmbH & Co. KG bündelt ihr Know-how in die drei Marktgeschäftsbereiche Antriebs-, Geräte- und Verstelltechnik.

- Jeder einzelne ist hoch spezialisiert und bietet zukunftsweisende und individuelle Lösungen für viele Anwendungen und Branchen.

- Das Spektrum umfasst unter anderem die Hausgeräte-Industrie, Medizintechnik, Prozess- und Fördertechnik, Maschinenbau, Textilanwendungen sowie Tür- und Toranwendungen.

Erschienen in Ausgabe: 01/2015