Antwort auf Trends

EMO - Siemens will wegweisende Dienstleistungspakete und Komponenten auf der EMO zeigen. »Wir wollen im wachsenden Markt der Werkzeugmaschinenindustrie unsere Innovationsführerschaft und weltweite Präsenz ausbauen«, kündigt Dr. Siegfried Russwurm an. Er leitet das Geschäftsgebiet Motion Control Systems.

09. August 2005

Laut der Prognose des Verbandes deutscher Werkzeugmaschinenhersteller wird künftig ein Drittel der Werkzeugmaschinen mit Funktionen wie Selbstüberwachung oder Teleservice ausgestattet sein. Der Trend zur Modularisierung von Maschinen würde sich verstärken und vermehrt würden mechatronische Komponenten Einzug halten. Das Verhältnis von Hard- und Software wird sich nach Aussagen des Verbandes weiter in Richtung von Software verschieben mit gestiegenen Anforderungen an Security und Safety. »Wir können mit Stolz sagen, dass wir die Antworten für diese Trends im Portfolio und teilweise bereits im Markt etabliert haben«, so Dr. Siegfried Russwurm, Leiter des Siemens A& Geschäftsgebiets Motion Control Systems. Speziell für die genannten Trends in der Werkzeugmaschinenindustrie seien die Dienstleistungspakete und neuen Komponenten wegweisend. Dazu gehörten die Tools für Condition Monitoring und ePS Network Services. Darüber hinaus die Komponenten und Dienstleistungen für die virtuelle Fertigung und Mechatronic Support sowie die neue skalierbare und offene Systemplattform Sinumerik Solution Line.

Condition Monitoring

Die ›ePS Network Services‹ beinhalten umfangreiche Dienste im Condition Monitoring und Control Monitoring, die über Workflow Services einfach in firmenübergreifende und weltweite Dienstleistungskonzepte integriert werden können. Das Dienstleistungsprogramm erlaubt, für einzelne Maschinenkomponenten genaue Ausfallprognosen zu stellen. Das erleichtert die Planung von Wartungsintervallen entsprechend der Auslastung einer Maschine und reduziert somit die ungeplanten Stillstandszeiten.

Die ePS Network Services von Siemens bieten Maschinenherstellern und Anwendern leistungsfähige IT-Infrastrukturen und aufeinander aufbauende Dienstleistungspakete, zum Beispiel für den Fernzugriff auf Maschinen (eP-Access), für Diagnose (eP-Dynamic) sowie für vorausschauende Wartung und Instandhaltung (eP-Performance). So können etwa für Werkzeugmaschinen Aussagen über den Zustand von Achsen und Spindel erzeugt werden. Die Belastungsanalyse einzelner Maschinenkomponenten ist über die neuen PLC-Lastmonitore möglich.

Neue Systemplattform

Unter der Überschrift Sinumerik Solution Line zeigt Siemens A& auf der EMO 2005 erstmals seine neue Systemplattform für CNC-Anwendungen. Sie besteht aus den Linien Sinumerik 840D sl und 802D sl als antriebsbasierte CNC-Steuerung sowie Sinumerik 840Di sl als PC-basierte Variante. Je nach Anwendung können Hard- und Software unabhängig voneinander skaliert werden. So steht für nahezu alle CNC-Anwendungen eine skalierbare, vernetzte und offene Automatisierungslösung zur Verfügung.

Als Antriebsreihe wird Sinamics innerhalb der Solution Line jetzt auch für den Werkzeugmaschinenbereich eingesetzt. Die Verbindung von Sinumerik Solution Line und Sinamics ermöglicht einen dezentralen und einfachen Aufbau von Automatisierungslösungen und somit modulare Konzepte bei den Werkzeugmaschinen selbst. Als Kommunikationsbasis dienen Standard-Ethernet und Profibus.

Für die Bedienung wurde erstmals die Thin-Client-Technologie eingesetzt. Die antriebseigene Kommunikation über Drive Cliq stellt verbesserte Diagnosemöglichkeiten und die schnelle Antriebserkennung über das elektronische Typenschild zur Verfügung.

Die Systemplattform Solution Line zeichnet sich darüber hinaus durch eine offene Architektur von HMI und Realtime-NC-Kern aus. Dies ermöglicht die Integration applikationsspezifischer Funktionen mit Echtzeitfähigkeit und eine kundenspezifische Oberflächengestaltung.

Alle Wünsche für CNC erfüllt

Mit der Verbindung aus Sinamics, dem Automatisierungssystem Simatic und Sinumerik Solution Line können nahezu alle CNC-Anforderungen von einfach bis komplex abgedeckt werden. Die neue Reihe ist auch für eine Modernisierung bestehender Anlagen mit Sinumerik geeignet. Die Applikationssoftware einer bestehenden Maschine kann in die neue Systemplattform übernommen werden. PLC-Anwenderprogramme, Teileprogramme, Bedienoberfläche und -Komponenten sowie Tools und CNC-Funktionalität bleiben identisch.

Einen weiteren Wachstumsschub erwartet sich der Geschäftsgebietsleiter durch ein verstärktes Engagement in den Branchen Automobilbau und Aerospace. „Im Automotive-Bereich stehen neben der Forderung nach höchster Präzision in der Fertigung vor allem Systeme mit geringem Engineering und Konstruktionsaufwand im Mittelpunkt“, so Russwurm. Maschinenhersteller und Endkunde profitierten gleichermaßen von niedrigen Trainings-, Service- und Lebenszykluskosten. Für den Einsatz im Flugzeugbau habe Siemens bereits in der Vergangenheit spezielle Funktionalitäten in die Sinumerik integriert. Nicht zuletzt soll ein eigenes Center of Competence die Betreuung des expandierenden Aerospace-Marktes weiter stärken.

Neben speziellen Entwicklungen für die Bedürfnisse dieser Branchen komme es auf die Integration von Standardkomponenten in ein komplettes Automatisierungssystem aus einer Hand an. „Die Betrachtung der Lebenszykluskosten, die Forderung der Maschinenhersteller und Anwender nach Modularität und Zukunftsfähigkeit von Maschinen und Anlagen stehen im Fokus unserer Entwicklungen bei Hard- und Software sowie bei Dienstleistungen.“ Dies gelte vor allem für die Werkzeugmaschinenindustrie.

Volker Banholzer, Siemens A&

Erschienen in Ausgabe: 05/2005