Apple übernimmt VR-Anbieter

Akquisition des Münchner Augmented-Reality-Spezialisten Metaio durch Apple

03. Juni 2015

Im Mai 2015 hat Apple das 2003 gegründete Münchner Unternehmen Metaio übernommen. Metaio war spezialisiert auf Software für "Augmented Reality", also "erweiterte Realität", bei der virtuelle Objekte in reale Umgebungen eingebettet werden. Das Unternehmen hatte einige prominente Kunden wie Volkswagen, Ferrari, Google und Ikea. Für Ikea hatte Metaio eine Software entwickelt, mit der Interessenten Ikea-Möbel in ihre eigene Wohnumgebung einblenden konnten. Volkswagen ließ von Metaio eine Software für Werkstattinformationen entwickeln, die den Einbau von Teilen zeigt, wenn die Kamera eines Tablets oder Smartphones den entsprechenden Fahrzeugbereich anvisiert.

Entsprechend seinen Gepflogenheiten gibt Apple keine Auskunft darüber, was es mit Metaio vorhat. Auch der Kaufpreis wird nicht genannt. Die Website der ehemaligen Metaio enthält neben einigen E-Mail-Adressen nicht viel mehr als den Hinweis, dass es die Produkte nicht mehr zu kaufen gibt und Support nur noch per E-Mail bis zum 30. Juni 2015 gewährt wird.

In der Branche kursieren nun einige Spekulationen, was Apple mit seiner Verstärkung in Sachen Augmented Reality planen könnte. Eine der möglichen Varianten verweist darauf, dass Metaio Software für die Datenbrille "Google Glass" entwickelt hatte - und Erzrivale Microsoft gerade an der Datenbrille "HoloLens" arbeitet. Da drängt sich der Gedanke an ein "Apple Glass" fast auf. Bei anderen Spekulationen wird darauf verwiesen, dass Apple Ende 2013 den israelischen Sensorhersteller PrimeSense für 345 Millionen US-Dollar gekauft hatte. PrimeSense hatte optische 3D-Sensoren entwickelt, mit denen Computer quasi räumlich sehen können. Diese Geräte und die Software von Metaio könnten ein gutes Gespann ergeben für präzise platzierte virtuelle Objekte.