PTC, Anbieter von Augmented Reality-Lösungen für die Industrie, unterstützt mit seiner AR-Plattform Vuforia die VentilatorChallengeUK. Dem Konsortium unter der Leitung von Dick Elsy (CEO High Value Manufacturing Catapult) gehören eine Reihe führender britischer Maschinenbauer an, darunter die Ford Motor Company, GKN Aerospace, McLaren, Airbus, Meggitt und Siemens UK. Sie alle beteiligen sich am Bau dringend benötigter Beatmungsgeräte.

Microsoft Hololens ersetzt Montageanleitungen

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Damit die Fertigungsstraßen von Auto- oder Flugzeugbauern entsprechend umgerüstet werden und deren Fachkräfte vor Ort die Produktion aufnehmen konnten, mussten Know-how und Fertigkeiten übertragen werden – ein Prozess, der mit traditionellen Mitteln wie Montageanleitungen Monate gedauert hätte. An dieser Stelle kam Vuforia zum Einsatz. In enger Zusammenarbeit mit den auf die Produktion solcher schnell herzustellender Respiratorsysteme (RMVS) spezialisierten Unternehmen Smiths Group und Penlon wurden sowohl die Einrichtung der Produktionslinien als auch der genaue Montageprozess dieser Geräte erfasst. Dabei wurde jeder einzelne Arbeitsschritt von einer Fachkraft mit einer Microsoft Hololens, auf der die Software Vuforia Expert Capture läuft, aufgezeichnet. Im Anschluss bearbeiteten Spezialisten von PTC das Filmmaterial im Vuforia Editor in der Microsoft Cloud, um eine detaillierte, virtuelle Montageanleitung zu erstellen. Bei auftretenden Fragen oder Problemen können Fachleute mit Hilfe des Tools Vuforia Chalk Anmerkungen und Symbole direkt über das Filmmaterial legen. So müssen sie selbst zur Fehlerbehebung – etwa bei Störungen der zum Bau der Geräte eingesetzten Maschinen – nicht vor Ort erscheinen, was wiederum dem Infektionsschutz dient.

Mehr als 250 Hololens-Brillen wurden gespendet

Die fertige Anleitung können Monteure in den Fabriken, die normalerweise keine Beatmungsgeräte bauen, per Smartphone oder Tablet abrufen. Im Idealfall können sie sie mit der Hololens als Mixed-Reality-Darstellung direkt in ihr Blickfeld projizieren und über die reale Arbeitsumgebung legen. Im Rahmen der VentilatorChallengeUK erging auch ein landesweiter Aufruf, Hololens-Brillen zur Verfügung zu stellen. Mehr als 250 der Geräte wurden von akademischen Einrichtungen und Industrieunternehmen in ganz Großbritannien gespendet. So kann eine Fachkraft ohne jede Vorerfahrung mit dem Bau von Beatmungsgeräten erfolgreich durch den gesamten Prozess geführt werden. Paul Haimes, Vizepräsident der Abteilung Field Engineering bei PTC, verdeutlicht die immense Zeitersparnis. »Wir konnten innerhalb weniger Wochen zwei neue Produktionslinien für Beatmungsgeräte schaffen. Ohne den Einsatz von AR würde so etwas sechs Monate dauern«, erläutert er. In Rekordgeschwindigkeit konnte Großbritannien die Produktionskapazitäten von 50 bis 60 Beatmungsgeräten pro Woche auf mindestens 1500 Geräte im gleichen Zeitraum ausbauen.

Infektionsschutz gewährleistet

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Ein weiterer Vorteil lag im optimierten Schutz der Mitarbeiter aller beteiligten Unternehmen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus. Obwohl allein auf Seiten von PTC ein 15-köpfiges Team beteiligt war, arbeitete immer nur ein Spezialist vor Ort. Darüber hinaus erfolgt jeglicher Support über die Cloud. Entwicklungsingenieure und Monteure vor Ort kooperieren ausschließlich virtuell miteinander. So leistet AR-Technologie auch einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie.

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