Atex Zertifikat für Stahlentgasungsanlagen

Parallel zum wachsenden Bedarf an Stählen stehen Stahlwerke unter steigendem Druck, ihre Prozesse energieeffizienter auszulegen sowie CO2 Emissionen zu senken. Höherwertige Stähle benötigen eine weitere Behandlung in den sekundärmetallurgischen Prozessen, die häufig unter Vakuum durchgeführt werden.

10. Juli 2014

Ausrüstungen mit Atex-Zulassung ermöglichen sichere und kosteneffiziente Lösungen für mechanische Vakuumlösungen. Explosionsschutz an Vakuumanlagen wurde bisher durch Überdruckklappen an den metallurgischen Reaktionsgefäßen, Warneinrichtungen für Wasserleckagen, Druck- und Temperatur-Sensoren sowie Notfall-Fluteinrichtungen mit Stickstoff sichergestellt. Mit der Einführung mechanischer Pumpen wurden zudem wirksame Kühl- und Staubabscheidevorrichtungen notwendig.

Atex-Vakuumlösungen von Oerlikon Leybold Vacuum bestehen aus Pumpen und Komponenten, welche die Spezifikation Atex Kategorie 2 (i) G IIC T2 erfüllen. Diese können in Atex-zertifizierten Vakuumsystemen kombiniert werden. So wurde eine zusätzliche Gaskühlung und Temperaturüberwachung zwischen den Pumpen vorgesehen um eine mögliche Überschreitung der Gastemperatur zu verhindern. Sämtliche Pumpen werden durch speziell programmierte Frequenzwandler geregelt und überwacht.

Was den Vakuumpumpsatz betrifft, so müssen potenzielle Zündquellen in Betracht gezogen werden, was mit der Aufmerksamkeit bei der Auslegung und Fertigung für Atex-zertifizierte Pumpen gelingt. Speziell müssen die Pumpen wirkungsvoll gegen Überlast durch zu hohe Druckdifferenzen geschützt sein um übermäßige Temperaturen zu vermeiden.

Dies gilt für alle möglichen Betriebspunkte angefangen von hohen Ansaugdrucken, über mittlere Betriebsdrucke, die über längere Zeit aufrecht erhalten werden wie verzögertes Abpumpen im VD-Verfahren und die Sauerstoffblasphase beim VOD-Verfahren, bis zu tiefsten Enddrucken mit seinen hohen Kompressionsverhältnissen.

Leistungsfähige Vakuumkomponenten alleine sind keine Garantie für den problemlosen Betrieb der Entgasungsanlage. Durch eine unzureichende Systemkonstruktion sind Bedienerfehler möglich. Der Vakuumpumpenlieferant muss in der Lage sein, einzelne Produkte in eine intelligente schlüsselfertige Lösung zu integrieren, um so die Zufriedenheit des Anwenders sicherzustellen.