Auf dem Weg zu 4.0

Das Interesse am Thema Industrie 4.0 nimmt ständig zu, aber an der Realisierung hapert es noch. Eines der wichtigsten Hindernisse ist das Fehlen einer einheitlichen Datenbasis, so eine im Auftrag von Dassault Systèmes erstellte Studie.

07. November 2016

Die deutsche Industrie kommt bei Projekten nur schleppend voran, so eine vom Marktforschungsspezialisten IDC Studie im Auftrag von Dassault Systèmes durchgeführte Studie. Zwar ist die Anzahl der Fach- und Führungskräfte, die sich mit Industrie 4.0 auseinandersetzen, seit 2014 von 31 Prozent auf 53 Prozent gestiegen. Dennoch gelingt vielen deutschen Unternehmen noch nicht die Umsetzung ihrer Industrie-4.0-Initiativen.

So hatten die 200 befragten Führungskräfte der verarbeitenden Industrie 2016 deutlich mehr Projekte in der Planungs- und Pilotphase als noch 2015 (eine Steigerung von 5 bzw. 7 Prozentpunkten), sind bei der Umsetzung aber nur wenig vorangekommen. 55 Prozent sagen, es gehe durch interne Abstimmungsprozesse zu viel Zeit verloren. 44 Prozent gaben an, deswegen sogar Umsatz zu verlieren. Oft stünden etablierte Strukturen und mangelnder Veränderungswille der Umsetzung entgegen, so die Studie.

Mark Alexander Schulte, Senior Consultant bei IDC Central Europe und Autor der Studie: "Wir prognostizieren, dass bis 2019 bereits 75 Prozent der Industriebetriebe ihre Wertschöpfungskette durch digital vernetzte Prozesse und Objekte transformieren und somit ihre Reaktionsschnelligkeit und Produktivität um 15 Prozent steigern werden. Wer jetzt nicht die Weichen in Richtung Industrie 4.0 stellt, wird von seinen Wettbewerbern abgehängt."

Bei den meisten Unternehmen ist das Thema vorwiegend in der IT-Abteilung angesiedelt. 81 Prozent der Führungskräfte dort beschäftigen sich laut IDC mit Industrie 4.0. Im Engineering, in der Produktion oder der Logistik sind es hingegen im Durchschnitt nur 45 Prozent. Lediglich 5 Prozent der befragten Industrieunternehmen besitzen derzeit eine zentrale Datenplattform, die sämtliche Fachbereiche im Wertschöpfungsprozess verknüpft.

70 Prozent der befragten Unternehmen arbeiten an einer solchen einheitlichen Datenbasis, um den Informationsaustausch entlang der Wertschöpfungskette zu forcieren. Um dieses Ziel umzusetzen, müssen nach Aussage der Studie die finanziellen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Planten vor zwei Jahren lediglich 23 Prozent der Fabrikbetreiber finanzielle Mittel ein, gehen heute bereits 69 Prozent der Fabrikbetreiber davon aus, dass es auch im kommenden Jahr ein Budget für Industrie 4.0-Projekte geben wird.

Nach Empfehlung von Dassault Systèmes sollen fünf Maßnahmen helfen, in Sachen Industrie 4.0 voranzukommen:

1. Industrie 4.0 muss abteilungsübergreifend in der Organisation verankert werden

2. Handlungsfelder definieren, in denen Industrie 4.0 einen messbaren Mehrwert leisten kann.

3. Datensilos in den Fachbereichen aufbrechen.

4. Förderung von Digitalisierungs-Know-how in der Belegschaft durch gezielte Entwicklungsmaßnahmen

5. Maßnahmen zur Datensicherheit von Beginn an einplanen.