Auf der Überholspur

Lineartechnik

linearachsen – Neue geschlossene Linearachsen auf Aluprofilbasis sollen neue Dimensionen in der Anwendung erschließen. Sie sind eine ernstzunehmende Alternative zu herkömmlichen Zahnriemen- und Spindelantrieben.

19. September 2013

Sehr vielversprechend sind neue Produkte immer dann, wenn sie neue Anwendungen eröffnen. Das gilt für Anbieter und Anwender gleichermaßen. Bei den neuen geschlossenen HG-Linearachsen auf Aluprofilbasis von Weiss aus Buchen ist das der Fall, denn sie machen den Einsatz auch dort möglich, wo bisher Zahnriemen- und Spindelachsen dominierten.

Weiss ist es dank intensiver Entwicklungsarbeit und einer deutlichen Reduzierung der Produktionskosten gelungen, den Preis der neuen Linearachsen auf das Niveau von Spindel- und Zahnriemenantrieb zu drücken, denn sehr häufig steht dieser im Maschinenbau schlicht und einfach im Vordergrund. Daher sind die traditionellen Antriebsarten noch immer beliebt. Jetzt bekommt der Anwender für das gleiche Geld wesentlich genauere Achsen mit Werten im Mikrometerbereich. Verglichen mit Zahnriemen mit einer Genauigkeit von 0,1 und Spindeln mit 0,02 bis 0,05 Millimeter sind das exponentielle Steigerungen.

Auch in puncto Kompaktheit soll die HG-Achse laut Weiss Vorteile bieten. Denn gerade bei kurzen Hüben ist häufig wenig Platz in der Anlage, und der seitlich angeflanschte Motor für Spindel- oder Zahnriemenantrieb steht im Weg. Der Linearmotor bei den HG-Achsen befindet sich in der Achse selbst und nutzt den vorhandenen Raum voll aus.

Als weitere Merkmale gibt der Hersteller robust und langlebig an, zudem seien die Linearachsen dank Direktantrieb extrem dynamisch. Zwei Ausführungen stehen zur Wahl, zum einen die HG25 mit 180 Newton und zum anderen die HG12 mit 110 Newton Spitzenkraft. Bei beiden Varianten liegt die maximale Beschleunigung bei 40 m/s2.

Das Aluführungsprofil der neuen HG-Achsen hat neu eine Abdeckung erhalten. So ist die Achse optimal gegen äußere Einflüsse geschützt und die Lebensdauer verlängert sich spürbar. Die hohe Steifigkeit der Achse wird durch das breite Aluminium-Basisprofil von 120 Millimetern und dem großen Abstand der beiden Führungen erreicht.

Bauteile reduziert

Um die Herstellungskosten auf ein Minimum zu reduzieren, konnten die Ingenieure in Buchen die Anzahl der Bauteile konsequent reduzieren und die vorhandenen Bauteile multifunktionell einsetzen. Auch die Anzahl der Bearbeitungsschritte wurde optimiert: Selbst der Schlitten entsteht nicht mehr wie bisher aus zwei sondern nur noch aus einem Bauteil. Die HG-Achsen sind so konstruiert, dass der Kunde auf Standard-Befestigungsmöglichkeiten zurückgreifen kann, die er von Zahnriemen- oder Spindelachsen her kennt: Nutensteine oder Spannpratzen finden sich in jeder Werkstatt – oder werden vom Herteller gleich mitgeliefert.

Ebenfalls direkt von Weiss kommt die intuitive Inbetriebnahmesoftware, die sich für alle frei programmierbaren Einheiten des Herstellers einsetzen lässt. Mit Hilfe dieser Weiss Application Software können die Anwender verschiedene Fahrsequenzen komfortabel und minutenschnell einrichten. Zusätzlich zur Software sind auch Servoregler, Feldbus-Schnittstelle und Kabelsatz im Lieferumfang enthalten.

Auf einen Blick

Weiss GmbH

- Seit 1967 Entwicklung und Herstellung von Automatisierungskomponenten, vom Rundschalttisch und Linearsystem bis zum Handling.

- Subsysteme mit einheitlicher Inbetriebnahme-Software und Applikationsberatung.

- Produktionsstandort Buchen im Odenwald.

Motek 2013: Halle 1, Stand 1155

Erschienen in Ausgabe: 07/2013