Auf die Lage kommt es an

Fluidtechnik

Medienversorgung – Drehdurchführungen versorgen drehende Teile mit Fluiden. Maßgeblich für die Standzeit der Präzisionsbauteile sind auch die korrekte Montage der Anschlussleitungen.

15. Oktober 2009

Ein entscheidendes Element vieler fluidtechnischer Anlagen sind Drehdurchführungen, mit deren Hilfe rotierende Maschinenteile mit dem flüssigen Medium aus der Zuleitung versorgt werden. Maßgeblich für den effizienten Einsatz der Maschinen ist dabei die Standzeit dieser Präzisionsbauteile, die nach dem Prinzip der entlasteten Gleitringdichtung mit geschlossenen Dichtflächen arbeiten. Zwar werden die Gleitringe dabei vom Durchflussmedium geschmiert, doch ist ihr Betrieb nie völlig verschleißfrei möglich. Qualitätshersteller wie die US-amerikanische Deublin-Gruppe betreiben deshalb eine aufwändige Ent-wicklung und präzise Fertigung, um vor allem die Oberflächengüte und den Planlauf der Gleitringe zu optimieren.

Maßgeblich für die maximal mögliche Lebensdauer der Bauteile sind jedoch nicht nur die Arbeitsbedingungen der jeweiligen Applikation, wie beispielsweise Drehzahl, Druck oder Temperatur, sondern auch einige Parameter, die nur der Maschinenbauer oder der Anwender beeinflussen kann.

So hat zum Beispiel auch die korrekte Montage und Positionierung der Anschluss- und Leckageleitungen einen Einfluss auf die technisch maximal mögliche Standzeit der Drehdurchführung. Der Grund dafür sind Kraftmomente, die durch den Mediendruck und durch die Rotation innerhalb der Maschine entstehen. Dem steht gegenüber, dass eine Drehdurchführung sauber fluchtend und leichtgängig eingebaut sein soll. Erreichen lässt sich dies nur durch Anschlüsse über flexible und korrekt bogenförmig verlegte Schläuche, die zum Beispiel seitliche Lasten abfangen, die sonst die Lager der Drehdurchführung belasten würden.

Einen großen Einfluss auf die Lebensdauer der Drehdurchführung haben deshalb auch der zur Verfügung stehende Bauraum und die jeweilige Einbausituation. So wird die Drehdurchführung häufig in einem zu engen Gehäuse eingebaut, mit der Folge, dass der Anschlussschlauch sich nicht ausreichend bogenförmig und flexibel führen lässt. In extremen Fällen führt sogar eine starre Verbindung zur Drehdurchführung. Auf diese Weise lasten Kräfte auf deren Lagern, für die sie nicht geschaffen sind.

Raum zur Leitungsführung

Neben einer ordnungsgemäßen Leitungsführung behindert ein zu enger Bauraum außerdem häufig auch einen korrekten Austausch oder eine Neumontage, weil sich die Aufnahme der Drehdurchführung nicht vollständig von Graten, Spänen und Verschmutzungen säubern lässt. Bei der Konstruktion einer Maschine muss deshalb immer genügend Einbauraum für die Drehdurchführung und ihre Anschlussleitungen vorgesehen werden, schließlich ist die Maximierung der Lebensdauer sowie die Service- und Wartungsfreundlichkeit der Maschine ein unschlagbares Verkaufsargument.

Fakten

- Die Deublin Company mit Sitz in Waukegan bei Chicago ist führender Hersteller von Drehdurchführungen für den Übergang von druckbeaufschlagten Fluiden von einer feststehenden Quelle in rotierende Maschinenteile.

- Einsatzbereiche finden sich zum Beispiel in Luftkupplungen, Werkzeugmaschinenspindeln oder in Textil-, Kunststoff- und Druckmaschinen.

Jörn Jacobs/bt

Erschienen in Ausgabe: 07/2009