Auf sicheren Wegen

Scanner – Leuze Electronic stellt mit dem RSL 400 Profisafe einen sicheren Laserscanner vor, der sich einfach in industrielle Netzwerke integrieren lässt. Seine Stärken kann er vor allem bei fahrerlosen Transportsystemen ausspielen.

19. März 2019
Auf sicheren Wegen
Der RSL 400 vereint Sicherheitstechnik und die hochwertige Messwertausgabe in einem Gerät. (Bild: Leuze)

von Jörg Packeiser, Product Marketing Safety, Leuze Electronic

Ohne Sicherheitssensoren geht in der Industrie fast gar nichts mehr. Vor diesem Hintergrund hat Leuze Electronic seinen Sicherheits-Laserscanner RSL 400 entwickelt. »Als besondere Eigenschaft lässt er sich gut in industrielle Netzwerke integrieren und unterstützt ganz neu auch Profinet und Profisafe«, sagt Geschäftsführer Ulrich Balbach. »So ermöglichen wir neben der sicheren Kommunikation eine einfache Diagnose und Konfiguration über zentrale Zugangspunkte.«

Der erforderliche Profinet-Switch ist in eine abnehmbare Anschlusseinheit integriert und so lässt sich der Scanner ohne Netzwerkunterbrechung leicht austauschen, was die Anlagenverfügbarkeit erhöht. Zudem eignet sich der RSL 400 für Stern-, Linien- und Ringtopologien gleichermaßen und erlaubt einen parallelen Zugriff von Standard- und Sicherheits-SPS, wodurch sich die Datenlast minimieren lässt.

Die Anschlusseinheit verfügt über eine standardisierte Anschlusstechnik mit M12-Steckverbinder. Durch die seitliche Kabelzuführung benötigt der RSL 400 zudem nur eine geringe Einbauhöhe. Speziell für Kunden aus der Automobilindustrie gibt es den Scanner in einer AIDA-konformen Ausführung mit Push-Pull-Steckverbindern für Kupfer- und Glasfaserleitung. Ergänzt wird das Gerät durch einen sehr robusten Fußständer, der eine einfache und schnelle Installation in verschiedenen Positionen zulässt.

Eine Kernbranche für den Einsatz des RSL 400 ist die Intralogistik. Er kombiniert dort den sicheren Betrieb per Schutz- und Warnfelder mit der Messwertausgabe für die Navigation von fahrerlosen Transportsystemen (FTS) und soll laut Leuze eine echte Alternative zum üblichen Betrieb mit zwei unterschiedlichen Scannern sein. »Die ermittelten Messwerte verfügen über eine hohe Winkelauflösung und Genauigkeit«, stellt Ulrich Balbach heraus. »Dies ist wichtig für eine präzise Positionsbestimmung des FTS.«

Auf einen Blick

Die Sicherheits-Laserscanner der RSL-400-Familie von Leuze bestehen aus 16 Gerätetypen in vier gestaffelten Reichweiten und Funktionsvarianten. Somit können Sie den jeweils optimalen Scanner zum besten Preis-Leistungs-Verhältnis wählen – bei Bedarf mit einem Scanbereich von 160 Quadratmetern dank 270-Grad-Winkelbereich und 8,25 Metern Reichweite. Ob mobil oder stationär – die RSL-400-Familie deckt alle denkbaren Anwendungen ab.

Als ein wichtiger Einsatzbereich gilt für Leuze Electronic die Intralogistik, hier findet der Sicherheits-Laserscanner RSL 400 mit Messwertausgabe vor allem Verwendung für die zuverlässige Navigation von fahrerlosen Transportsystemen (FTS)

www.leuze.de

Die Messwertausgabe des RSL 400 ist für Navigationssoftware optimiert, die nach dem Prinzip der Natural Navigation arbeitet. Mit jeder 40 Millisekunden dauernden Umdrehung seiner Ablenkeinheit sendet der Scanner 2.700 Lichtimpulse aus. Diese werden an Hindernissen in alle Richtungen gestreut. Ein Teil des gestreuten Lichts fängt der Scanner auf und berechnet daraus die Entfernung zum Hindernis. In der Navigationssoftware ist ein Abbild des jeweiligen Raumes inklusive aller festen Begrenzungen ähnlich einer Landkarte hinterlegt.

Durch den Abgleich der Messwerte mit dieser Landkarte lässt sich berechnen, wo sich das FTS gerade befindet. Je detaillierter und exakter die Messwerte eines Scanners sind, desto präziser kann das FTS navigiert werden. Mit einer Winkelauflösung von 0,1 Grad macht der RSL 400 im Messbereich bis 50 Meter eine differenzierte Erfassung der Umgebung möglich. »Erreicht wird dies durch einen besonders schmalen Laserspot, welcher seine senkrechte Form über den gesamten Winkelbereich beibehält. Auch Fehlmessungen, wie sie beispielsweise an Kanten entstehen können, werden dadurch reduziert«, präzisiert Ulrich Balbach.

»Der Scanner ermöglicht sichere Kommunikation und eine einfache Diagnose und Konfiguration.«

— Ulrich Balbach, Geschäftsführer Leuze Electronic

Bei der Ermittlung der Entfernung des Hindernisses kommt es neben der Winkelauflösung auf die Distanzwerte an. Diese weisen mit einem typischen Fehler von unter 30 Millimetern eine hohe Genauigkeit auf. Die Werte werden nicht durch den Reflexionsgrad des Objekts beeinflusst, und zwar unabhängig davon, ob es sich um einen Reflektor oder eine schwarze Wand handelt. Die zusätzliche Ausgabe des empfangenen Signalstärkewerts je Strahl ermöglicht die eigenständige Erkennung von Reflektoren durch die Navigationssoftware. Treffen Strahlen auf einen Reflektor, heben sich die Werte deutlich von einer beliebigen Umgebung ab. Das macht eine einfache und zuverlässige Erkennung der Umgebung möglich.

Trotz Navigation soll auch die Sicherheit nicht zu kurz kommen: Der kompakte RSL 400 bietet bis zu 100 umschaltbare Paare aus Schutz- und Warnfeldern. So lassen sich Schutzfelder sehr vielfältig an die jeweiligen Bewegungs- und Beladezustände sowie die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs anpassen. Im Vierfeldermodus mit 50 umschaltbaren Feldersets überwacht das Gerät sogar bis zu vier Schutzfelder gleichzeitig. Dies ermöglicht eine sichere Reduzierung der Geschwindigkeit von FTS.

Zudem bietet der RSL 400 mit einem Scan-Winkel von 270 Grad die Möglichkeit, den Front- und den Seitenbereich eines FTS gleichzeitig abzudecken. Insgesamt umfasst das Portfolio neun Funktionsvarianten – drei davon mit Datenausgabe für FTS-Navigation. Alle Varianten sind in den vier Reichweiten 3,0, 4,5, 6,25 sowie 8,25 Meter verfügbar. Zusätzlich stehen unterschiedliche Schnittstellen zur Verfügung. Dies ermöglicht eine vereinfachte Integration der Geräte. mk

Erschienen in Ausgabe: 02/2019
Seite: 54 bis 55