Auf zur dritten Dimension

<strong>Verdrahtung</strong> – Komplexe Maschinen und Anlagen erfordern eine umfangreiche Elektroinstallation. Ein neues Verdrahtungsprinzip eröffnet zusätzlichen Raum im Schaltschrank.

11. November 2008

Ein Problem beim Aufbau von komplexen Automatisierungslösungen ist häufig der begrenzte Bauraum für die Verdrahtung der elektrischen Komponenten im Schaltschrank. Dies erhöht nicht nur den Zeitbedarf und das Fehlerrisiko bei der Montage, sondern führt zudem oft auch zu einem Wärmestau, der die Funktion einiger Schaltgeräte beeinträchtigt.

Eine pfiffige Lösung dieses Problems hat jetzt die Friedrich Lütze GmbH aus Weinstadt bei Stuttgart vorgestellt: Deren Verdrahtungssystem LSC nutzt für die Verdrahtung eine zusätzliche Ebene in der Tiefe des Schaltschrankes und benötigt deshalb eine deutlich geringere Grundfläche gegenüber dem konventionellen Schaltschrankbau.

Beim LSC-Verdrahtungssystem wird statt der konventionellen Montagetafeln ein modular aufgebauter Montagerahmen aus vorgefertigten Aluminiumteilen eingesetzt, der eine zusätzliche Einbaubene in der Tiefe des Schaltschranks eröffnet. Das innovative Grundkonzept verlegt auf diese Weise die Elektroverdrahtung von der traditionellen Position zwischen den Schaltgeräten auf deren Rückseite. Damit gewinnt diese Lösung nicht nur Platz im Schaltschrank, sondern ermöglicht zudem eine bessere Luftzirkulation zwischen den Geräten und unterstützt damit die Wärmeableitung deutlich.

Zudem verringert die Lösung auch den Zeitbedarf bei der Montage. So benötigt das Verdrahtungssystem zum einen keine sichtbaren Kabelkanäle, zum anderen sind alle Zugänge von vorne möglich und auf einen Blick erkennbar. Damit lässt sich die gesamte Verdrahtung komplett von einem einzigen Monteur durchführen. Zudem beschleunigen die integrierten Schnapp- oder Schraubbefestigungen am Rahmen die Montage sämtlicher Schaltelemente, was gerade im Servicefall von besonderem Nutzen ist.

Das LSC-Verdrahtungssystem ist kompatibel zu allen gängigen Schaltschranksystemen. Bei der Bauform A sind die horizontalen Montagestege direkt mit den vertikalen Trageschienen verschraubt. Die Verdrahtung verläuft über die Rückseite und entspricht einer X-Verdrahtung. Bei Bauform B werden die Montagestege über Bügel mit den vertikalen Trageschienen verschraubt. Der Freiraum im Bügel dient zur Aufnahme der Leitungen. Die Bauform C ist besonders flach und kompakt und wurde speziell für Wand- und Kleinschränke entwickelt. Die Verdrahtung erfolgt von vorne.

FAKTEN

- Die Friedrich Lütze GmbH & Co. KG Weinstadt bei Stuttgart fertigt elektronische und elektrotechnische Komponenten und Systemlösungen für die Automatisierung und die Bahntechnik.

- Das Produktspektrum reicht von Steuerleitungen über Interface- und Entstörtechnik sowie Spannungsversorgungen bis hin zu Feldbussystemen und ethernetvernetzten Steuerungen.

Erschienen in Ausgabe: 08/2008