Aus dem Abwasserkanal ins Schimpansengehege

Ungewöhnlicher Einsatz für kompakte Linearantriebe

22. Mai 2007

Der Linearantrieb Lockmaster von elero kommt normalerweise an Gullydeckeln oder Schachtöffnungen zum Einsatz: Von einer Zentralsteuerung aus verriegelt er bei Bedarf die Öffnungen - zum Beispiel aus Sicherheitsgründen bei Staatsbesuchen. Eine ähnliche Funktion übernimmt der Antrieb nun auch im Zoo: in der Zoom Erlebniswelt Gelsenkirchen sichern fünf Linearantriebe die Käfigtüren des Schimpansengeheges. „Wir haben den Lockmaster für vielfältige Verriegelungsaufgaben entwickelt, in denen Sauberkeit, Genauigkeit und Belastbarkeit gefragt sind. Doch der Einsatz im Zoo war auch für uns neu“, erläutert Hartmut Blum, Niederlassungsleiter von elero Linearantriebstechnik.

Dass der Lockmaster sowohl am Gullydeckel als auch im Zoo die passende Lösung ist, hängt mit seinen Produkteigenschaften zusammen. So ist der Lockmaster unempfindlich gegenüber extremen Umweltbedingungen wie Hitze, Kälte, Feuchtigkeit und Schmutz. Zudem arbeitet er auch unter Wasser zuverlässig, da Kabeleinführung, Gehäuse und bewegliche Elemente speziell abgedichtet sind. Ein weiterer Vorteil sind die kompakten Abmessungen: Bei 168 Millimeter Länge und 61,5 Millimeter Durchmesser wird ein Hub der Kolbenstange von 50 Millimeter realisiert - bei einer Verstellkraft von 50 Newton.

Schimpansen sicher untergebracht

Für die Verantwortlichen des Zoos in Gelsenkirchen war die Sicherheit von Mensch und Tier beim Öffnen und Schließen der Durchgänge oberstes Gebot. Deshalb kommen dort Schiebetüren zum Einsatz, die sich über eine Funkfernbedienung vom Tierpfleger steuern lassen. Dabei ist die Türverriegelung doppelt gesichert: Die erste Sicherung erfolgt durch den Kettenantrieb, der auch die Schiebetür bewegt. Ist er arretiert, lässt sich die Tür nicht mehr zurückschieben. Da Schimpansen nicht nur sehr geschickt sind, sondern auch Tierpfleger und Zoobesucher gefährden können, wurde eine zweite Sicherung eingebaut: Hat der Kettenantrieb die Schiebetür geschlossen, fährt der Lockmaster einen Stift in eine Bohrung im Torrahmen. So lässt sich die Tür auch dann nicht aufschieben, wenn die Motorverriegelung versagt oder die Antriebskette abspringt.

„Wir haben nach einer sauberen, präzisen Antriebslösung gesucht, die zuverlässig den Kettenantrieb verriegelt, sich über Funk steuern lässt und den feuchten Umweltbedingungen in einer Afrikahalle standhält“, erklärt Rainer Vossenkaul, Projektleiter bei der Thomas GmbH und als leitender Ingenieur zuständig für die Installation der technischen Anlagen im Afrikahaus in Gelsenkirchen. „Dafür kam nur der Lockmaster in Frage.“ Inzwischen kommen die Vorteile noch in einem weiteren Zoo zum Tragen: Im Allwetterzoo Münster verschließt der Lockmaster das Nashorngehege.