Aus dem Handgelenk…

Spezial Automation

Komponenten – Mit einem Roboterhandgelenk für kartesische Robotersysteme haucht IAI der Automatisierung weiteres Leben ein. Der Anwender wird viel flexibler.

24. Mai 2018

Beweglichkeit sollte die Kernkompetenz jedes Roboters sein, der im Handling eingesetzt ist. Vorherrschend sind hier sogenannte kartesische Robotersysteme. Hierfür hat die IAI Industrieroboter GmbH ein neues Roboterhandgelenk vorgestellt. Damit präsentiert der Spezialist für die druckluftlose elektrische Automatisierung nach eigenen Angaben ein Produkt, das im gesamten Automatisierungsmarkt einmalig sein soll.

Mit dem neuen Gelenk kann IAI jetzt in diesem Bereich erstmals die gleiche Flexibilität und alle Freiheitsgrade bieten, wie bis dato nur mit Knickarmrobotern möglich. Ein wesentlicher Vorteil der kartesischen Roboter ist bei vielen Anwendungen der vergleichsweise viel kleinere Arbeitsraum. »Aus diesem Grund bietet diese Neuerung aus dem Hause IAI in unzähligen Anwendungen eine echte Alternative für neuartige Lösungen im Bereich Handling«, sagt Stefan Ziemba, Vertriebsleiter bei IAI.

Ausgestattet ist die neuartige Handgelenkseinheit mit zwei Gelenken: Das Kippgelenk für die Neigung deckt einen Arbeitskreis von ± 100 Grad ab, während das Drehgelenk für die Rotation um ± 360 Grad drehbar ist. Die beiden eingesetzten Schrittmotoren beschleunigen die Achsen dabei mit Geschwindigkeiten zwischen 750 und 1.200 Grad pro Sekunde.

Die neue Produktserie startet zunächst in diesem Jahr mit zwei Varianten, die jeweils ein und zwei Kilogramm Nutzlast bewegen können und somit auf die Kleinteilefertigung zielen. Im kommenden Jahr wird diese Produktreihe dann noch um zwei weitere Varianten mit jeweils fünf beziehungsweise zehn Kilogramm Nutzlast erweitert.

Passende Steuerung

Programmiert und angesteuert wird die neue Handgelenkseinheit von der MSEL-Steuerung, ebenfalls aus dem Hause IAI. Diese Robotersteuerung kann bis zu 255 Programme und 30.000 Positionen speichern. Die Ansteuerung erfolgt sowohl über diskrete Ein- und Ausgänge als auch über eines der gängigen Feldbussysteme. Mit den kompakten Abmaßen von 195 x 130 Millimetern bei einer Einbautiefe von nur 125 Millimetern und einem Eigengewicht von 1,4 Kilogramm lässt sich diese Steuerung leicht auf eine Hutschiene montiert in einem Schaltschrank installieren.

»In Kombination mit unseren elektrischen Rotationsachsen und Greifern können unsere Kunden mit dieser Handgelenkseinheit vollkommen neuartige kartesische Robotersysteme realisieren und so einen weiteren großen Schritt in Richtung zu einer druckluftlosen nachhaltigen Automatisierung gehen«, fasst Stefan Ziemba zusammen.

Eingesetzt werden die kartesischen Robotersysteme samt Handgelenk in einer Vielzahl von Anwendungen, vor allem bei Montage-, Positionier- und Handhabungsaufgaben, in Pick-and-Place- oder Palettier-Applikationen sowie bei Qualitätssicherungsaufgaben in der gesamten Industrie. mk

Auf einen Blick

Die IAI Industrieroboter, 1976 im japanischen Shizuoka gegründet, seit 1995 mit der Europazentrale in Deutschland vertreten, ist Hersteller elek-trischer Aktuatoren und Industrieroboter. Zum Portfolio gehören elektrische Linear-, Rotations- und Greifmodule, kartesische Robotersysteme, Tischroboter sowie Scara-Roboter – inklusive Steuerung und Feldbusanbindung.

Erschienen in Ausgabe: 04/2018