Aus zwei mach eins

Neuer Fahrantrieb für Gummiradwalzen von Bonfiglioli

02. Mai 2007

Speziell für Gummiradwalzen wurde der Fahrantrieb des Typs 606 Y entwickelt. Größe und Form entsprechen der Einbausituation für die angetriebenen Hinterachsen mit vier Rädern, während die steuernden Frontachsen im Leerlauf mitlaufen. Vom neuen Fahrantrieb werden im Gegensatz zu früher statt vier nur zwei Einheiten benötigt. Möglich wird dies durch eine innovative Konstruktion, die jeweils zwei Räder gleichzeitig antreibt. Die Hydraulikmotoren selbst sind über eine innenliegende Welle auf der Längsachse vor den Rädern innerhalb der Maschine untergebracht, wo sie gut geschützt und dennoch leicht zugänglich sind.

Mit einem maximalen Drehmoment von 22.000 Nm und einer Untersetzung von 1:32,2 entspricht der 300 kg schwere Antrieb den Anforderungen, die Nutzer moderner Gummiradwalzen an die Fahrleistungen stellen. Mit einer Kegelradstufe pro Einheit, einem zweistufigen Planetengetriebe pro Rad, einer Kupplung und Parkbremse ausgestattet, erfüllt der Antrieb die Ansprüche von Beschleunigung, stetigem Arbeitsvortrieb und selbst dynamischem Bremsen. Jeder Antrieb vereinigt also zwei Abtriebsnaben und stellt so eine Zwillingsradachse dar, wobei das Gehäuse der Antriebswelle zwischen Hydraulikmotor und Abtriebsnaben gleichzeitig Fahrwerksaufgaben erfüllt.

Spezielle abtriebsseitige Lager neben die besonderen Kräfte auf, die typisch für Gummiradwalzen sind. Die hydraulische Mehrscheibenbremse ist auf der Eintriebsseite angebracht, nicht nur zu Parkzwecken sondern auch für dynamisches Bremsen zum Stoppen der gesamten Maschine - zusätzlich zum hydraulischen Bremseffekt und den Dieselmotor. Das Hydrauliköl der Bremse wird über das Kühlsystem der Maschine geleitet, wodurch verhindert wird, dass es sich bei dynamischem Bremsen oder längern Bergabfahrten zu stark erhitzt.

Zusätzlich bietet der Fahrantrieb die Möglichkeit der bequemen Luftdruckkontrolle in den Gummiwalzen. Im axialen Zentrum des Antriebs ist ein Rohr eingebracht, das die jeweils zwei Reifen über mitdrehende Kupplungen und Druckschläuche mit dem Luftdrucksystem der Maschine verbindet. Der Luftdruck in den Rädern kann somit vom Maschinenführer je nach Bedarf kontrolliert und an die Walz- und Walkaufgaben angepasst werden.