Ausbau mit System

ESI übernimmt mit der ITI GmbH einen führenden Anbieter von Software und Dienstleistungen für Systemsimulation. Hierdurch kann das französische Unternehmen seine Anwendungs- und Kundenbasis beträchtlich erweitern.

25. Januar 2016

„Die Fusion vereint zwei Marktführer und  zwei komplementäre Modellierungswelten", erklärt Alain de Rouvray, CEO der ESI Group, die Motivation hinter der Übernahme. "ESI verfügt über einzigartige Erfahrungen mit interdisziplinären Lösungen für virtuelle physikalische Prototypen für Komponenten und Baugruppen; ITI ist auf schnelle und genaue 0D/1D-Simulation von mechatronischen und Multi-Domain-Systemen spezialisiert. Diese beiden Simulationslösungen treffen und ergänzen sich beim Entwurf von integrierten, dynamischen und komplexen Produkte, wie zum Beispiel von Fahrzeugen. Der Vorteil der Zusammenführung beider Welten kommt vor allem dann zum Tragen, wenn Innovationen das Zusammenspiel von Systemkomponenten beeinflussen, was heutzutage zunehmend der Fall ist." Nach Auffassung von Rouvray kann ESI seine Marktposition im Bereich des virtuellen Engineering von Industrieprodukten durch diese Akquisition weiter ausbauen.

Das Hauptprodukt von ITI ist die Simulationssoftware SimulationX, die die Open-Source-Modellierungssprache Modelica unterstützt. ITI bedient rund 700 Kunden in 27 Ländern. 2014 erreichte das Unternehmen 5,4 Millionen Euro Umsatz, davon 60 Prozent außerhalb Deutschlands, mit einem Wachstum von 25 Prozent.

Auf Basis der Übernahme will die ESI-Gruppe die Anwendungsbereiche ihrer virtuellen Engineering-Software ausweiten und künftig in Echtzeit eine gekoppelte Simulation von zwei grundlegenden, bislang voneinander getrennten Etappen der Produktentwicklungszyklen anbieten: die Konzeptentwicklung anhand der realistischen Modellierung von 0D-1D-Systemen und das  domänenübergreifende virtuelle Prototyping in einer immersiven 3D-4D-Umgebung.

 

Andreas Uhlig, Geschäftsführer ITI: „Wir sind fest davon überzeugt, dass sich unsere Simulationstechnologie für die funktionelle Absicherung und das Virtual Engineering  in 3D-4D wesentlich ergänzen. Die Verbindung der Technologien beider Unternehmen wird in ein neues, durchschlagendes  Lösungsangebot münden, das unserer Meinung nach die Verbreitung des virtuellen Engineerings enorm beschleunigen wird“.